Waldsassen
03.08.2026 - 10:55 Uhr

Aufbrausender Orgelklang in der Basilika Waldsassen

Das Gastspiel von Günther Kaunzinger ist eine Besonderheit innerhalb der Konzertreihe in der Basilika Waldsassen. Am Sonntag zeigte sich: Der Organist hat es ein Jahr nach seinem 75. Konzert- und Bühnenjubiläum immer noch drauf.

Professor Günther Kaunzinger beim Schlussapplaus nach seinem Orgelkonzert in der Basilika Waldsassen. Bild: Paul Zrenner
Professor Günther Kaunzinger beim Schlussapplaus nach seinem Orgelkonzert in der Basilika Waldsassen.

Von der Vitalität der Traditionen sprach Pfarrer Dr. Thomas Vogl zu Beginn des Konzerts am ersten Augustsonntag in der Basilika: An diesem Termin wird in der Pfarrgemeinde Waldsassen das Heilige-Leiber-Fest gefeiert. Und immer endet es mit einer besonderen Stunde mit Orgelmusik, die Professor Günther Kaunzinger (Jahrgang 1938) am großen Spieltisch vorm Volksaltar gestaltet.

Der Organist zeige, so der Pfarrer zu Beginn im Hinblick auf die von ihm erwähnte Vitalität, dass Musik jung halte: Der 88-Jährige gab wie jedes Jahr an der von ihm in den 80er-Jahren konzipierten Orgeltrias in der Basilika Waldsassen ein Konzert mit hohem Anspruch.

Von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) hörte das Publikum zuerst das Präludium und die Fuge in D-Dur (BWV 532). Ganz anders in Klangfarbe und -melodie der zweite Teil mit Musik von Louis Vierne (1870–1937): „Als einziger noch lebender Enkelschüler von Louis Vierne fühlt er sich dessen Werk in besonderer Weise verpflichtet“, heißt es im Programm über Kaunzinger.

Die fünfsätzige Sinfonie Nr. 1, op. 14 in d-Moll musizierte der Künstler routiniert und souverän. Dabei gab es außergewöhnliche Klangvariationen immer wiederkehrender Themen. Zwischendurch erfüllte die Orgel energiegeladen und aufbrausend den ganzen Kirchenraum. Wenig später bekamen in leisen Passagen einzelne Orgelstimmen ihren großen Auftritt.

Basilika-Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter, der beim Konzertvortrag die Notenblätter wendete, hatte im dritten Teil Pause. Nicht fehlen durfte die Improvisation über eines der Themen. Sie waren aus den Reihen von Kaunzingers ehemaligen Schülerinnen und Schülern eingereicht worden, die mit im Publikum saßen.

Die frei erfundene Tonfolge in viereinhalb Notenzeilen formte Kaunzinger zu einer beeindruckenden Darbietung. Sie musste wegen eines technischen Problems am Spieltisch kurz unterbrochen werden. Schwungvoll wurde es noch einmal bei der Zugabe – einem Marsch des französischen Komponisten Louis Lefébure-Wély.

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