23.09.2019 - 15:53 Uhr
WaldsassenOberpfalz

„Hier ist bald die Herzkammer der amtlichen Kartographie in Bayern“

Das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung hat in Waldsassen einiges vor. Das verraten Vertreter der Behörde beim "Tag der offenen Tür".

Die Stadt Waldsassen im Kleinformat konnten die Besucher bestaunen. Außenstellenleiter Matthias Koller (rechts) gab dazu Erklärungen.
von Josef RosnerProfil
Zahlreiche Ehrengäste waren am Sonntagvormittag gekommen, unter anderem (von links) Erster Polizeihauptkommissar Roland Heldwein, Landrat Wolfgang Lippert, Bürgermeister Bernd Sommer und Vorstand Hans-Jörg Schon (Sparkasse Oberpfalz Nord).

Groß war das Interesse der Bevölkerung am Sonntag am "Tag der offenen Tür" der Außenstelle Waldsassen der Geo-Datenbank Bayern, die seit Juli 2017 in Räumen der ehemaligen Sparkasse untergebracht ist. Aktuell bietet die Außenstelle 34 hochqualifizierte Arbeitsplätze. Später sollen es bis zu 70 Mitarbeiter sein. Geplant ist dazu ein Neubau, der nach dem Abriss des früheren Altenheims in der Egerer Straße 28 entstehen soll. Baubeginn soll Ende 2020 sein, im Frühjahr 2024 ist die Fertigstellung geplant.

Erstmals ermöglichte die Geo-Datenbank in Waldsassen bei einem "Tag der offenen Tür" einen Blick hinter die Kulissen. Dazu kam der Vizepräsident des Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, Ferdinand Roßmeier, aus München ins Stiftland. Zunächst stellte er den Gästen seine Behörde vor, die bayernweit aktuell rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt. "Wir sind damit eine der größten technischen und modernsten Behörden in Bayern", sagte Roßmeier stolz. Die Behörde sei bayernweit an 15 verschiedenen Standorten vertreten, darunter in der nördlichen Oberpfalz in Windischeschenbach und Waldsassen, wo ein Kompetenzzentrum der amtlichen Kartographie aufgebaut wird.

Roßmeier stellte das umfangreiche Aufgabengebiet seiner Behörde vor. Hauptaufgabe der Mittelbehörde in Windischeschenbach und Waldsassen ist demnach die Erstellung der topographischen Karten. "In wenigen Jahren ist hier die Herzkammer der amtlichen Kartographie in Bayern", kündigte der Vizepräsident an. Bezüglich des Breitbandausbaus sagte Ferdinand Roßmeier, dass 98 Prozent aller bayerischen Gemeinden sich im Förderverfahren befinden. Ziel ist es, bis spätestens 2025 alle Haushalte im Freistaat gigabitfähig zu bekommen. Ein weiterer Schwerpunkt gilt dem Ausbau von Bayern-WLAN. Aktuell gibt es über 21 000 Hotspots an öffentlichen Gebäuden und Plätzen.

Der Personalaufbau erfolge in Waldsassen überwiegend durch Neueinstellungen von Beschäftigten und Auszubildenden aus der Region. Ausdrücklich betonte er, dass kein Mitarbeiter aus München gezwungen worden sei umzuziehen. Die Ausbildung sei derzeit eine der Hauptaufgaben in Waldsassen. "Einige alte Hasen aus München sind nach Waldsassen gewechselt und nehmen sich dieser Aufgabe an." Abschließender Dank galt dem Landkreis und der Stadt Waldsassen für die großartige Unterstützung bei der Ämterverlagerung.

Landrat Wolfgang Lippert begrüßte die Behördenverlagerung als wichtigen Mosaikstein, um die Bevölkerungsverluste zu stoppen. Bürgermeister Bernd Sommer freute, dass viele Menschen aus der Region jetzt in dieser Waldsassener Behörde arbeiten. "Sie geben den Menschen aus der Region eine Chance." Er dankte dem Freistaat Bayern für diese sinnvolle Behördenverlagerung und freute sich über die Neubaupläne.

Abteilungsleiter Oliver Schrempel informierte, dass nächstes Jahr wieder acht Auszubildende eingestellt werden sollen. Außenstellenleiter Matthias Koller führte die Gäste durch die Räumlichkeiten und erläuterte, wie hier gearbeitet wird. Interessierte Besucher erfuhren unter anderem, dass die Hälfte des Landkreises mit Wald bedeckt ist. Nur sechs Prozent der Fläche des Landkreises sind versiegelt, weit weniger, als viele dachten.

Vizepräsident Ferdinand Roßmeier war eigens aus München zum Tag der offenen Tür der Außenstelle nach Waldsassen gereist und hielt die Eröffnungsansprache.
Die Mitarbeiter der jüngsten Waldsassener Behörde gaben gerne Auskunft über ihre Tätigkeit
Blick über die Schultern der Mitarbeiter an der Waldsassener Außenstelle.
Blick über die Schultern der Mitarbeiter an der Waldsassener Außenstelle.
Überwiegend aus der Region kommen die jungen Mitarbeiter der Behörde.
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