06.09.2018 - 13:58 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Budenstadt im Klosterhof

Zehn Jahre ist es her, seit das Gästehaus St. Joseph eröffnet wurde. Melanie Kumeth hilft mit, dass zum Jubiläum am Wochenende viele Besucher kommen und sich wohlfühlen. Nebenbei erzählt sie Anekdoten und berichtet aus ihrem Arbeitsalltag.

Melanie Kumeth (rechts) macht die Tätigkeit im Haus St. Joseph des Klosters Waldsassen großen Spaß.
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Für die einen ist es eine gemütliche Ansammlung von liebevoll ausgestatteten Buden - für andere vielleicht das kleinste Städtchen im Stiftland. Für einen Tag. "Es macht zumindest viel Arbeit. Aber es macht auch großen Spaß, alles zu planen", sagt Melanie Kumeth. Die Pfaffenreutherin gehört zum kleinen Organisations-Team, welches seit Wochen das erste Jubiläum des Gästehauses St. Joseph des Klosters Waldsassen vorbereitet.

"Im Klosterhof wird es vieles geben, was einen Besuch lohnt: Töpferwaren, Seifen, Schnäpse - aber auch die Umweltstation oder die Straußenfarm vom Mitterhof werden da sein", so Melanie Kumeth über das Angebot am Sonntag, 9. September. Die Stiftländer Jugend- und Blaskapelle spielt dazu passende Musik mit Schmiss. Es gibt Waffeln und Schokofrüchte - und natürlich bedient auch das Restaurant-Team die Besucher. Dazu gibt es geführte Rundgänge durchs Gästehaus und im Rahmen des Tags des offenen Denkmals um 10.30 und 14 Uhr Führungen im angrenzenden Mühlenviertel. "Es wird ein Großkampftag - für uns alle."

Dass Melanie Kumeth überhaupt zum Team gehört, hat sie gleich zwei Zufällen zu verdanken. Erstens wollte sie eigentlich Kindererzieherin werden. Doch irgendwie landete sie dann doch in der Zunft der Hotelfachleute. Und dann - so vor acht Jahren muss es passiert sein - bediente sie mehrere Nonnen des Klosters, die an einem schönen Nachmittag einen Ausflug machten und Eis schlemmen wollten. "Da war ich noch in einem anderen Hotel angestellt. Schließlich fragte mich eine der Schwestern, ob ich nicht ins Kloster wechseln wolle, das Gästehaus suche noch sympathische Leute. Das war ein richtiger Abwerbeversuch, aber ein schöner. Ich sagte zu."

Es ist ein Schritt, den sie nie bereut hat. Das Team im Gästehaus sei "einfach ein Traum". "Weil wir uns auch nach Dienstschluss gut verstehen. Wir gehen mal zum Griechen, mal in die Pizzeria - oder zum Schwimmen." Dieser Zusammenhalt wird am Wochenende nun auch nötig sein, damit zur Party in der Mini-Buden-Stadt alles klappt. "Das schaffen wir", ist Melanie Kumeth überzeugt. Party-Stimmung ist auch bereits am Samstag, 8. September, angesagt, wenn im Haus St. Joseph ab 19 Uhr Livemusik erklingt. Einladungen wurden in alle Himmelsrichtungen verschickt. "Etwa zwei Dutzend Stammgäste unseres Gästehauses, die entweder zum Weihnachtskonzert, zum Golfen oder für Besuche bei ihren verwandten Nonnen herkommen, haben wir eingeladen", so Melanie Kumeth. Jeder ist an dem Abend willkommen.

Die junge Frau - im Oktober wird sie 30 Jahre - ist nun schon so lange dabei. Mal sitzen an der Rezeption, mal laufen als Bedienung. "Gerade an Sonntagen kommt da schon was zusammen", sagt sie. Eine Kollegin habe es mal mit einem Messgerät überprüft: 25 000 Schritte. Das ist die Strecke - grob geschätzt - vom Gästehaus bis zur Autobahnauffahrt Mitterteich Nord.

"Es ist aber auch ein Job, der einfach jeden Tag neue Menschen bringt, der nie langweilig wird." Melanie Kumeth macht kurz eine Pause, lacht und erzählt: "Wir hatten mal eine Hochzeit in der Klosteraula, auf der nachts noch eine Band spielte. Soweit so gut. Nur hat die so viel Kunstnebel verblasen, dass die Brandmelder die Feuerwehr alarmierten. Das war gegen 3 Uhr morgens." Seitdem stehe in jedem Party-Vertrag, dass auf Trockennebel verzichtet werden solle.

Der wird am Sonntag nicht nötig sein. Da spielt sich alles ja sowieso unter freiem Himmel ab - so lässt es sich bekanntlich am besten feiern. Daher schaut Melanie Kumeth täglich ins Internet, wie es am Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr am Himmel über der kleinen Budenstadt im Klosterhof wohl aussehen wird. Die Aussichten: 22 Grad, Sonne. Melanie Kumeth freut sich über beide Ohren. "Das passt schon."

Anpacken heißt es seit einigen Tagen für die Helfer bei den Vorbereitungen auf das Jubiläumswochenende im Kloster. Äbtissin Laetitia Fech (Zweite von rechts) und ihr Team hoffen auf viele Besucher.

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