16.09.2020 - 16:59 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Christus ohne Arme in der Basilika Waldsassen an einer Eichen-Stele

Der "Geschändete Heiland von der Wies" steht am dritten September-Sonntag besonders im Blickpunkt. Zum Wallfahrtstag ist der Ort zur Verehrung des Gnadenbildes in der Basilika neu gestaltet worden.

In sicherem Abstand zueinander (von links) Kirchenpfleger Martin Rosner, Stadtpfarrer Thomas Vogl und Künstler Herbert Lankl in der Basilika neben der neuen Stele für den Geschändeten Heiland. Im Vordergrund der neue Weihrauch-Ständer, der ebenfalls von Lankl aus Bronze gefertigt wurde.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Rechtzeitig zum großen Festtag mit Sternwallfahrt am Sonntag, 20. September, hat Bildhauer Herbert Lankl aus Thanhausen die Aufwertung des Bereichs im Altarraum abgeschlossen. Lankl, der bereits die Altarinsel in der Basilika entwarf und gestaltete, hat für den Kreuzkorpus eine Stele aus Massivholz geschaffen.

Die Oberfläche aus, wie es im Pfarrbrief heißt, "geseifter Eiche", passt sich wunderbar an die Umgebung in der renovierten Basilika an. Im unteren Bereich der Stele ist ein Vorsprung gearbeitet, auf dem Blumenschmuck platziert werden kann.

Gute Zusammenarbeit

"Wir hatten schon Erfahrungen miteinander und auch eine gute Zusammenarbeit", erklärt Stadtpfarrer Thomas Vogl, warum Herbert Lankl erneut den Auftrag bekam. "Er kennt die Situation, er weiß um den Raum und die Gegebenheiten", so Vogl über die Beratungen innerhalb der Kirchenverwaltung.

Nach den ersten Gesprächen habe sich schnell eine Lösung abgezeichnet – "eine schlanke Stele, die etwas reduzierter ist und trotzdem einen Akzent setzt", so Pfarrer Vogl. "Das geschieht immer im Kontext, in der Absprache", so Künstler Herbert Lankl über den Entstehungsprozess. "Es muss ja alles passen hinterher."

Neue Lösung für Opferlichter

Bereits bei der Altarraumgestaltung war darüber nachgedacht worden, eine neue Situation für den Geschändeten Heiland zu schaffen. Doch erst in diesem Jahr ergriffen die Verantwortlichen die Initiative.

"Die sind mir nicht unbedingt angenehm ist Auge gestochen", verriet der Künstler über die beiden Opferlicht-Bäume. Sie hätten nach der Neugestaltung der Altarinsel nicht mehr gut ins Gesamtbild gepasst. Stadtpfarrer Vogl ergänzt: "Es hat ihm etwas weh getan, er hat es aber niemals so deutlich gesagt."

Zusammen mit der Neugestaltung des Gnadenbilds war auch für die Opferlichter eine neue Lösung geschaffen worden; die früheren Metallständer sind nun im Eingangsbereich der Basilika aufgestellt. Zwei schlichte rechteckige Behälter sind nun an der Kommunionbank platziert. Sie seien "in ihrer Stellung zu den liturgischen Orten reduzierter, aber auch vom Material her stimmig angepasst", schreibt dazu Pfarrer Thomas Vogl im Pfarrbrief.

Neue Weihrauchschale

"Das ist tatsächlich durch Corona bedingt entstanden", erklärt Pfarrer Vogl über die dritte Neuerung, die Künstler Herbert Lankl für die Pfarrei verwirklichte. "Das war nur eine schnelle Notlösung", so Pfarrer Vogl über die provisorische Weihrauchschale vorm Altar. Nun wurde eine ansprechende Version gestaltet, die zum Altar und zum Vortragekreuz passt.

Die neue Weihrauchschale inklusive handgefertigtem Löffel ist aus Bronze gegossen. Die Formen fertigte Lankl aus Wachs; der Guss erfolgt im Ausschmelzverfahren oder im Sandguss.

"Das sieht aus wie verunglückt", informiert der Künstler über den ersten Eindruck, wenn das Ergebnis aus der Gießerei kommt: "Wenn man das nicht kennt, erschrickt man erst einmal, weil die ganzen Gusskanäle und Luftkanäle noch dranhängen." Deshalb müsse die Oberfläche des Werkstücks nach der Fertigung sauber gereinigt werden.

Im Jahr 2015 fiel die Entscheidung für die Neugestaltung des Altarbereichs

Hintergrund:

Polizeibeamter bringt Korpus in die Kirche

Die jetzige Präsentation des Kreuzkorpus ist die dritte, seit der Geschändete Heiland 1951 von einem Waldsassener Polizisten von der Grenze zum damaligen Pfarrer gebracht worden war. Früher war der Christus ohne Arme im mittleren Bereich der Pfarrkirche platziert, Pfarrer Siegfried Wölfel ließ das Gnadenbild zur besonderen Verehrung im vorderen Seitenaltar aufstellen, damals noch in einer Art Bildstock. "Das war eher eine Übergangslösung während der Renovierung", sagt Pfarrer Vogl über das Kreuz, das den Korpus trug

Die Formen für die neue Weihrauchschale in der Basilika fertigte Bildhauer Herbert Lankl aus Wachs.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.