12.05.2020 - 12:24 Uhr
WaldsassenOberpfalz

CSU stellt jetzt alle drei Bürgermeister

In der großen Runde in der Stadthalle Waldsassen herrschte weitgehend Geschlossenheit. Nur nicht bei der Abstimmung über die Stellvertreter von Bernd Sommer. Die beiden geheimen Wahlgänge entschied die Mehrheitsfraktion für sich.

Bürgermeister Bernd Sommer bei der Vereidigung der neuen Stadtratsmitglieder in der Stadthalle, von links Astrid Schuster, Monika Grötsch, Heike Suchanek, Uwe Friedrich, Tobias Kunz, Katja Bloßfeldt und Franziska Heindl.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Formalitäten prägten die konstituierende Sitzung des neu gewählten Stadtrats am späten Montagnachmittag. Die knapp 30 Punkte umfassende Tagesordnung arbeitete das Gremium unter dem Vorsitz von Bürgermeister Bernd Sommer in gut zwei Stunden ab. Strittige Themen gab es kaum - wohl auch deshalb, weil Einzelheiten vorab in einer Besprechung der Fraktionsvorsitzenden geregelt worden waren.

Monika Gerl regte derartige Treffen in kleiner Runde für die gesamte Amtsperiode an. Monika Gerl ist weiterhin Fraktionschefin der SPD, Stellvertreter ist Helmut Zeitler. Den Fraktionsvorsitz bei der CSU übernimmt weiterhin Andreas Riedl, als Stellvertreter sind Franziska Heindl und Markus Scharnagl gesetzt. Sprecher der Freien Wähler ist Bernhard Lux, Stellvertreter ist Johann Wurm.

Schreib-Set und Blumen

Die Vereidigung der sieben neuen Stadtratsmitglieder stand am Beginn der Tagesordnung: Katja Bloßfeldt, Uwe Friedrich, Monika Grötsch, Franziska Heindl, Tobias Kunz, Astrid Schuster und Heike Suchanek sprachen vor Bürgermeister Bernd Sommer gemeinsam die Eidesformel, mit dem Zusatz "So wahr mir Gott helfe". Zuvor waren den Neuen kleine Präsente auf die Tische gelegt worden - ein Schreib-Set der Stadt Waldsassen; die neu gewählten Frauen in der Runde durften sich außerdem über einen kleinen Blumenstrauß freuen.

Schriftlich und geheim gewählt wurden der Zweite und der Dritte Bürgermeister: Erster Stellvertreter ist weiter Karlheinz Hoyer (CSU), der schon in den vergangenen sechs Jahren Zweiter Bürgermeister war. Ihn schlug Fraktionssprecher Andreas Riedl vor, während Monika Gerl (SPD) Helmut Zeitler nominierte: Er, so die Fraktionssprecherin, sei dafür "mehr als geeignet." Bernhard Lux (Freie Wähler) verzichtete auf einen eigenen Vorschlag. Bei der Abstimmung sammelte Hoyer elf Stimmen, Zeitler kam auf zehn.

Drei Vorschläge

CSU-Bewerber Markus Scharnagl, vorgeschlagen von Andreas Riedl, setzte sich auch bei der Wahl des Dritten Bürgermeisters durch. "Es ist nicht gerechtfertigt, dass alle drei Bürgermeister bei der gleichen Partei sind", fand zuvor Monika Gerl und benannte Helmut Zeitler als SPD-Bewerber für den weiteren Stellvertreterposten. Dabei verwies die Sprecherin auch auf die Sitzverteilung im Stadtrat. Johann Wurm schlug als Bewerber der Freien Wähler Bernhard Lux vor, der in der vorangegangenen Amtsperiode Dritter Bürgermeister gewesen war.

Lux meldete sich danach auch selbst zu Wort und verwies auf die Gemeinde Bad Neualbenreuth: Auch dort gehöre der Dritte Bürgermeister nicht der Mehrheitsfraktion an. Dabei erinnerte Lux an den zuvor von Bürgermeister Sommer geäußerten Wunsch einer vertrauensvollen Zusammenarbeit: Mit der Wahl eines Bürgermeister-Stellvertreters aus den Reihen der beiden kleineren Fraktionen ließe sich dies gut dokumentieren, so Lux. Am Ende entfielen auf Scharnagl elf Stimmen sowie auf Zeitler und Lux jeweils fünf.

Nach der Wahl zum Dritten Bürgermeister leistete CSU-Stadtrat Markus Scharnagl (rechts) vor Bürgermeister Bernd Sommer den Amtseid.
Information:

Kurze Andacht mit Pfarrer und Diakon

Eingeleitet wurde die erste Sitzung der neuen Amtsperiode mit einer kurzen Andacht: Stadtpfarrer Thomas Vogl und Diakon Fritz Lieb gestalteten sie in, wie Vogl sagte, "ökumenischer Verbundenheit". Das Leben solle Gebet und Gespräch mit Gott sein, das auch im Alltag als Ideengeber für Aufgaben diene, so Lieb. Die Verbundenheit zu Gott sei Navi und Kummerkasten, "wenn etwas nervt und stört".

Stadtpfarrer Vogl zitierte einen Abschnitt aus den Pastoralbriefen von Paulus an Timotheus, in dem zur Danksagung und Fürbitte für die Machthaber aufgerufen wird. Christen seien Teil der Gesellschaft und nähmen dort in ihren Platz ein, schlug der Stadtpfarrer den Bogen zur Gegenwart: "Sie tun das auf Ihre Weise mit Ihrer Verantwortung im Stadtrat."

Hinweisschild in der Stadthalle mit witzigem Detail: Der Abt im Wappen Waldsassens mit Gesichtsmaske.
Eine kurze Andacht mit Stadtpfarrer Thomas Vogl und Diakon Fritz Lieb eröffnete die erste Sitzung in der neuen Amtsperiode des neuen Stadtrats.
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