Waldsassen
20.05.2022 - 09:37 Uhr
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Europawoche in Waldsassen eine beeindruckende Demonstration für den Frieden

Drei Open-Air-Konzerte vor der Basilika, dazu Ausstellungen und Gespräche mit Zeitzeugen: Vom 24. Juni bis 3. Juli bekommt Europa in Waldsassen eine große Bühne – mit einem Schwerpunkt, an den vor zwei Jahren kaum jemand dachte.

Für den Abschluss der Veranstaltungsreihe hat Bürgermeister Bernd Sommer nur einen Wunsch: Nur lachende und zufriedene Gesichter soll es geben, wenn die Europawoche vorbei ist. Sie wird mit dem Bürgerfest am 3. Juli beendet. Zuvor gibt es eine Vielzahl von Konzerten und Veranstaltungen.

Eine großartige Demonstration für den Frieden werden soll die Europawoche vom 24. Juni bis 3. Juli in Waldsassen. "Darf man in diesen Zeiten feiern?", fragte Sommer jetzt bei der Vorstellung des Programms in die Runde – und gab wenig später die Antwort gleich selbst. "Jetzt wird der Kern Europas als großer Friedensverbund deutlich", unterstrich Sommer den Zusammenhalt auf den Kontinent, auf dem seit Ende Februar ein furchtbarer Krieg tobt. Deshalb dürfe durchaus gefeiert werden, dass viele Menschen mit unterschiedlichen Mentalitäten eine Wertegemeinschaft bilden und friedlich zusammenleben.

Bei der Europawoche steht das Jubiläum "30 plus 2" im Vordergrund. Die Öffnung der bayerisch-böhmischen Grenze 1990 wird gewürdigt – eben mit zwei Jahren Verspätung. "Das Zusammenwachsen läuft", freute sich Bürgermeister Bernd Sommer über die grenzüberschreitenden Kontakte nach Tschechien und blickte dabei zu Günther Juba. Er hatte einst zusammen mit Freunden in Cheb/Eger den bayerisch-tschechischen Stammtisch initiiert.

Riesige Bühne vor Basilika

Zur Festwoche Ende Juni werden Gäste erwartet – darunter auch eine größere Delegation aus der französischen Partnerstadt Marcoussis. Die Freunde reisen mit einem Bus und Privatautos an und feiern in Waldsassen das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft. Auch dieses Jubiläum musste wegen Corona verschoben werden.

"Die Gäste erleben in einzigartiger Atmosphäre drei Abende mit Musik verschiedener Genres", heißt es in der Mitteilung von Inge Frank, Leiterin des Kulturamts im Rathaus über die drei Auftaktveranstaltungen am letzten Juni-Wochenende. Für die großen Open-Air-Konzerte wird eine 10 mal 12 Meter große Bühne vor der Fassade der Stiftsbasilika aufgebaut. Dazu sorgen Waldsassener Vereine für das Getränke- und Essensangebot. Regionale Sponsoren unterstützen die Veranstaltungen.

Im Schnelldurchlauf ging Sommer auf die einzelnen Termine ein. Am Freitag, 24. Juni, startet die Golden-Glitter-Band mit einem Schlagerabend: Zu der Party, so Sommer, dürften die Gäste gerne im Stile der 70er Jahre erscheinen. "Es soll ein heiterer Abend werden." Am Samstag, 25. Juni, folgt dann "Keller-Steff" mit seiner Bigband. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, Einlass ist um 18 Uhr. Der Eintritt ist jeweils frei.

Beethovens Neunte: Ausverkauft

Am 26. Juni gibt es dann eine Besonderheit für Fans von Klassik unter freiem Himmel: Auf der großen Bühne vor der Basilika wird Beethovens Neunte gegeben – mit der "Ode an die Freude", die als Europahymne bekannt ist. Wie es im Rathaus auf Anfrage hieß, sind die Karten für das Symphoniekonzert bereits alle verkauft.

Sommer verwies außerdem auf eine Vorstellung des Ovigo-Theaters zum Thema "Grenze" und auf ein Gespräch mit Zeitzeugen der Grenzöffnung am 29. Juni um 19 Uhr im Kunsthaus – Gäste sind Michal Pospíšil, der damalige Geschäftsleiter im Rathaus, Karl-Hans Hofmann, sowie Horst Eisel, damals Innen-Staatssekretär.

Am Samstag, 25. Juni der Jerusalem-Weg im Klosterhof als einen von drei Ausgangspunkten in Deutschland eröffnet wird – durch EU-Abgeordnete Monika Hohlmeier und Johannes Aschauer eröffnet wird. Nach einem Gottesdienst morgens um 8 Uhr einem anschließenden Pilgersegen können Interessierte mit Äbtissin Laetitia Fech durchs Stiftland pilgern. Bei einer Feier am Nachmittag um 16.30 Uhr im Klosterhof mit Vertretern von vier Religionen wird auch eine Friedenstaube mit dabei sein.

Eine "Stele der Toleranz" wird am Freitag, 1. Juli, um 17 Uhr am Grenzübergang enthüllt – geschaffen aus Stahl und Lamberts-Glas nach einem Entwurf des Künstlers Karl-Martin Hartmann. "Europa für alle" – ist ein Abend mit Impulsvorträgen und einer Fragerunde ab 19 Uhr im Kunsthaus überschrieben. Mit Dabei ist Christian Doleschal und Patrik Pizinger, Bürgermeister der Partnerstadt Chodov/Chodau. Das Bürgerfest am Sonntag, 3. Juli, setzt dann den Schlusspunkt der Veranstaltungsreihe zum Thema Europa. Beginn ist traditionell um 11 Uhr.

"Wir sind wieder Nachbarn"

Präsentiert wurde das Programm der Europawoche im Stiftlandmuseum: Denn dort, im Medienraum der städtischen Einrichtung, gibt es eine interessante Sonderschau zum Thema "30 plus 2".

Die Wanderausstellung ist nach Stationen im Gelebten Museum Mähring, dem Geschichtspark Bärnau-Tachov und dem Sengerhof Bad Neualbenreuth nun bis 17. Juli in Waldsassen aufgebaut: Unter dem Titel „Wir sind wieder Nachbarn“ erinnern Schautafeln mit Beiträgen aus der Zeitung und Bildern an die Grenzöffnung am 1. Juli 1990. Auf einem Tableau sind Interviews mit Zeitzeugen aus der Region beiderseits der bayerisch-böhmischen Grenze abrufbar.

Hintergrund:

"Waldsassen – echt Europa!": Das Programm im Überblick

  • Das Bewusstsein für Europa vertiefen soll die Veranstaltungsreihe am "Puls Europas" – für eine demokratische und friedliche Zukunft in Freiheit.
  • Grenzüberschreitende Partnerschaft bildet den Schwerpunkt: Workshop für deutsche und tschechische Jugendliche, Vortrag Europa-Abgeordnete, Ausstellung "30 plus 2 Jahre Grenzöffnung", Tag der Städtepartnerschaft, Gottesdienste, Friedensgebete, Aufstellung "Stele der Toleranz" am Grenzübergang
  • Die Schirmherrschaft haben übernommen Europaministerin Melanie Huml und MdEP Christian Doleschal
  • Weitere Infos: www.tourismus.waldsassen.de
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