29.04.2019 - 13:16 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Farmhaus-Idylle wie bei Pippi Langstrumpf

Kaninchen, Hühner, Sittiche, Gänse, Meerschweinchen und Rebhühner sind nur einige Beispiele, die am 5. Mai in der Klosterstadt gezeigt werden. Der Kleintierzuchtverein lädt an diesem Tag zum "1. Waldsassener Kleintiermarkt" ein.

von Ulla Britta BaumerProfil

Wenn Heike Suchanek ihre Lieblinge besucht, wird sie von fröhlichem Gackern begrüßt. Dann sind die thailändischen Chabos, die federfüßigen Leghühner, die Arancaner, die Leghorns und wie sie alle heißen, ganz aus dem Häuschen. Chabos, Arancaner und all die anderen Exoten sind Heike Suchaneks Zuchthühner, die in niedlichen Hühnerhäuschen in der Zuchtanlage des Kleintierzuchtvereins Waldsassen leben. Dort hat sich Heike Suchanek eine Idylle aufgebaut, die ein wenig an die niedliche Welt der Pippi Langstrumpf erinnert.

In zwei Käfigen wärmen die beiden Löwenköpfchen-Weibchen, das sind Langhaarkaninchen, ihre winzigen Babys. In einer großzügigen Voliere sonnen sich rosafarbene Bourcke-Sittiche im Morgenlicht. Und etwas versteckt in den Käfigen dahinter wachsen die kleinen Küken zu prächtigen Hühnern und Gockeln heran. Seit einigen Wochen ist Heike Suchanek die Vorsitzende des Vereins - und noch öfter auf dem Gelände der 101 Jahre alten Züchtergemeinschaft unterwegs als vorher.

Gar nicht weit zurück liegt es, dass sie ihre Leidenschaft für die Tierzucht entdeckt hat. "Ich liebe Tiere, seit ich geboren bin", lacht sie. Dann sei im Verein eine Zuchtanlage frei geworden. "Da habe ich zugeschlagen. Das war immer mein Traum", sagt die 48-jährige Waldsassenerin, die in der Klosterstadt einen Geschenkladen betreibt.

Alles habe mit dem Gockel "Samson" und fünf Hühnern begonnen, erzählt sie von ihren Anfängen, die rasch zur leidenschaftlichen Züchtertätigkeit geführt hätten. Mit der "Jungzüchterin" kommt frischer Wind in den Verein, der mit 140 Mitgliedern aufwarten kann. 101 Jahre sollte es dauern, bis es in der Klosterstadt zu einem Kleintiermarkt kommt. "Ich war schon öfter in Sünching. Da dachte ich mir, das wäre was für Waldsassen", berichtet Suchanek von der Idee dazu.

Der sogenannte "Taubenmarkt" in der Nähe von Straubing ist unter Kleintierzüchtern sehr bekannt. Heike Suchanek und Michael Lang aus Netzstahl, zweiter Vorsitzender des Vereins, machten gleich Nägel mit Köpfen. Kommenden Sonntag, 5. Mai, soll der Markt stattfinden. Das schöne Vereinsgelände wird komplett eingebunden. "Vieles wird draußen stattfinden, wenn das Wetter passt. Der Markt geht in der großen Halle über die Bühne", sagt Heike Suchanek. Lang, er ist Landwirt aus Netzstahl, wird zum Beispiel seien großen, schwarzen Tauben dabei haben. "Deutsche Schau-Tippler" heißen diese Prachtvögel. Lang ist seit 15 Jahren Mitglied und freut sich ebenfalls auf die neue Veranstaltung.

Heike Suchanek zeigt unter anderem ihre Chabos, die Thailänder. Diese Zwerghühner, erklärt sie, seien bestens für den Garten geeignet, weil sie den Rasen nicht ruinieren würden. Natürlich gebe es noch viel mehr zu erleben, der gesamte Verein sei eingebunden, sagt sie. "Die Stadt leiht uns Marktstände. Darüber sind wir sehr froh", sind die Vorsitzenden dankbar über die Mithilfe der Kommune. Wie beim Sünchinger Taubenmarkt sollen in Waldsassen vielerlei Kleintierrassen gezeigt werden. "Sie können gekauft und verkauft werden", beschreibt Suchanek das Marktkonzept, das einer Börse gleicht.

Lebhaft soll es zugehen am 5. Mai in der Konnersreuther Straße, denn nicht nur die Hühner werden für freudiges Gackern sorgen. "Es werden Gänse, Enten, Tauben, Hasen, Meerschweinchen, Zwerghühner, Ziergeflügel wie Fasane, Wachteln und Rebhühner, Sittiche, Ziervögel, Leghennen, darunter Exoten und viele kleine Küken zu sehen sein", zählt die Vorsitzende auf. Selbstverständlich ist der "1. Waldsassener Kleintiermarkt" für jeden geöffnet und ein tolles Ausflugsziel, was besonders die Familien freuen wird. Bis es soweit ist, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Der Verein stellt die Käfige für die Händler zur Verfügung, alles muss tier- und artgerecht bei den Behörden angemeldet sein. Heike Suchanek kümmert sich darum, dass die angemeldeten Kleintierhändler nur geimpfte Tiere mitbringen. Wer sich als Neuling mit dem Gedanken trägt, Hühner zu halten oder sich ein Häschen für die Kinder anzuschaffen, sei ebenfalls herzlich willkommen, sagt Suchanek. Die erfahrenen Züchter stehen mit Rat und Tag von der Grundausstattung bis zum Zuchterfolg zur Seite.

Der 1. Waldsassener Kleintiermarkt“ findet am Sonntag, 5. Mai, von 10 bis 16 Uhr in der Konnersreuther Straße 6h statt. Der Verein sorgt beim Rahmenprogramm fürs Kulinarische, auch Zauberer Franz ist vor Ort. Mit von der Partie ist der Mitterhof mit seinen „Arche-Noah-Tieren“. Das sind vom Aussterben bedrohte Haustierrassen. Kunsthandwerker machen ebenfalls mit.

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