14.01.2019 - 14:52 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Frühzeitige SPD-Warnung

Die Zukunft des Krankenhauses ist das bestimmende Thema beim Stärkeantrinken des SPD-Ortsvereins Waldsassen. Kritik gibt es nicht nur vom Kreisvorsitzenden und Kreistagsfraktionssprecher Rainer Fischer.

Die SPD-Stadträte Robert Christ, Monika Gerl, Hubert Rosner, Angela Baumgartner (von links) und Helmut Zeitler (rechts) mit SPD-Kreistagsfraktionssprecher Rainer Fischer beim Treffen im Gasthaus „Goldener Hahn“.
von Externer BeitragProfil

Traditionell hatte die SPD am Dreikönigstag zu der Veranstaltung ins Gasthaus "Goldener Hahn" eingeladen. Nach der Begrüßung durch Ortsvereinsvorsitzende Angela Baumgartner ging Rainer Fischer auf aktuelle Kreisthemen ein. Der Landkreis Tirschenreuth sei eine Bildungs- und Gesundheitsregion, weshalb man bereits im Kalenderjahr 2018 4,5 Millionen Euro für Bildungsinvestitionen, insbesondere für die Berufsschule Wiesau, veranschlagt habe. Für die Kalenderjahre 2019 mit 2021 seien weitere 25 Millionen Euro an Eigenmitteln des Landkreises für die Dreifachturnhalle des Stiftland-Gymnasiums, den Neubau der Realschule Kemnath sowie den Werkstattbereich der Berufsschule Wiesau vorgesehen.

Sorgen bereiteten ihm nach wie vor die Entwicklungen bei der Kliniken Nordoberpfalz AG. Insbesondere das Krankenhaus Waldsassen sei gefährdet, wovor die SPD-Kreistagsfraktion schon bei Gründung der AG im Jahre 2006 gewarnt habe, wie Fischer in Erinnerung brachte.

Ohne Konkurrenz

Nach Millionenverlusten in den Jahren 2017 und 2018 seien nun erneut Veränderungen in Waldsassen umgesetzt worden. Mit weiteren Einschnitten bei Häusern in der Peripherie müsse durchaus gerechnet werden. Seines Erachtens wäre es besser, sich nicht stets auf neue Konzepte oder eine Fusion mit Amberg zu konzentrieren, sondern sich vermehrt den eigenen Hausaufgaben zu widmen. Das Gebiet der Kliniken AG mit den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt und der Stadt Weiden umfasse rund 200 000 Einwohner; die AG sei innerhalb dieses Gebietes in Bezug auf die stationäre Versorgung ohne jede Konkurrenz. Dass bei allen zugestandenen Problemen in der Krankenhausfinanzierung die Schwächung von Standorten in der Fläche die einzige Lösung sei, dürfe man angesichts dieser Umstände schon hinterfragen.

"Halbe Wahrheit"

Fischer ärgere sich insbesondere, wenn die Rede davon sei, dass mit der Schließung der Chirurgie in Waldsassen nur das längst vom Aufsichtsrat beschlossene Konzept 2020 umgesetzt worden sei. Dies sei aber nur die "halbe Wahrheit", denn dieses Konzept habe unter anderem vorgesehen, dass im Gegenzug alle ambulanten Operationen in der Region Nord in Waldsassen gebündelt werden sollten. Ferner sollte die Interne Abteilung in Waldsassen deutlich aufgestockt werden.

"Befremdlich" nannte es der ehemalige Kreisrat Robert Christ, "dass genau die Parteifreunde derer, die damals im Kreistag Tirschenreuth der 51-Prozent-Mehrheit von Weiden zugestimmt haben, sich jetzt wundern, warum in der Kliniken AG so ,Weiden-lastig' entschieden werden kann". In der Kreistagssitzung im Juli 2006 sei genau dieser Beschluss durch die Mehrheit von CSU und Freien Wählern zustande gekommen.

Danach informierte Fraktionssprecherin Monika Gerl kurz über Themen aus dem Stadtrat, darunter die abgelehnte Landesgartenschau-Bewerbung, der Stand der Verlegung der B 299 und die Sicherheitswacht. Bei einer kleinen Weißwurstbrotzeit standen Rainer Fischer und die anwesenden Stadträte den interessierten Gästen in lockerer Atmosphäre für Fragen zur Verfügung.

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