(ubb) Im Kunsthaus wird gehämmert, es werden schwere Gewichte geschleppt, Gemälde müssen an den Aufhängungen an den Wänden befestigt werden. Und dabei rauchen die Köpfe. Denn es gilt, die Werke zweier unterschiedlicher Menschen und Künstler zu einer Ausstellung zu vereinen.
Einen kompletten Lkw voller Skulpturen, Objekte und Gemälde haben die beiden Künstler nach Waldsassen gebracht. Wer bei den Arbeiten zusieht, dem wird schnell klar: Die Logistik einer Kunstausstellung hat nichts mit "Ich hänge mal ein Bild an die Wand" zu tun. Das ist richtig Arbeit und teils auch, in Hinsicht auf die zu schleppenden Kilos und Pfunde der Kunstwerke, ungemein "gewichtig". Dafür dürfen sich Interessierte schon jetzt darauf freuen, was hier in echter Schweißarbeit (auch wegen der Hitze) entsteht.
Hans-Georg Schulze hat über 50 Exponate aus seinem Fundus mitgebracht, darunter zahlreiche Bronzefiguren, Keramikfiguren, Wandbilder und mehr. Der pensionierte Zahnarzt aus Tirschenreuth feierte vor gut einer Woche seinen 87. Geburtstag und ist damit der älteste, aktive "Skulpturenbauer" in der Region. Seine Bronze- und Keramikfiguren gehören zur Extraklasse, was die Kunst zu bieten hat und beeindrucken vor allen Dingen durch eine ausgesprochen feinsinnige und freche Fantasie des Künstlers.
Mit 65 gezeigten Malereien und Objekten steht der Künstler Toni Eichinger seinem langjährigen Freund und Künstlerkollegen in nichts nach. Toni Eichinger ist Kunstpädagoge, viele kennen ihn noch als Kunstlehrer am Stiftland-Gymnasium. Mittlerweile widmet er sich als Pensionist den schöngeistigen Dingen des Lebens. Eichingers Werke sind beeindruckend. Zum einen sind sie dies aufgrund ihrer handwerklichen Herstellung. Zum anderen scheut der Künstler aus Tirschenreuth bei den Themen seiner Werke nie die Auseinandersetzung mit kritischen Themen aus aller Welt. Man könnte sogar sagen, Eichinger sucht diese Konfrontation bewusst, um seine Meinung mittels seiner Darstellungskraft auf der Leinwand als Diskussionsgrundlage zur öffentlichen Meinungsbildung werden zu lassen.
Großflächige Gemälde und Objekte mit Namen wie "Die Tiefe hat keine Richtung" oder "Im Angesicht" entstanden mit Ölfarben, als Radierungen oder in anderen Techniken. Die Gemeinschaftsausstellung mit Titel "Gefühl und Verstand" von Hans-Georg Schulze und Toni Eichinger gehören nach Überzeugung von Insidern zu den bisherigen "Best-offs" im Kunsthaus.
Die Vernissage findet am Samstag, 25. August, um 19.30 Uhr statt. Danach ist das Kunsthaus zur Besichtigung der insgesamt 125 Ausstellungsstücke bis 23. September jeweils Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.