06.08.2018 - 10:11 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Hoffen auf ewiges Leben bei Gott

Es dürfte wohl einmalig in der Diözese sein: Das Heilige-Leiber-Fest in der Basilika wird mit einem Festgottesdienst und einer Andacht gefeiert.

Die Konzelebranten beim Heilige-Leiber-fest. von links Pater Otto Grillmeier, Stadtpfarrer Thomas Vogl, Weihbischof Josef Graf, Pater Marianus Kerketta und Pfarrvikar Markus Hochheimer.
von Konrad RosnerProfil

Zu Beginn des Gottesdienstes begrüßte Stadtpfarrer Thomas Vogl besonders den Hauptzelebranten, Weihbischof Dr. Josef Graf, und die Konzelebranten Pater Otto Grillmeier aus Bozen, Pater Marianus Kerketta und Pfarrvikar Markus Hochheimer. Das Heilige-Leiber-Fest, so Pfarrer Vogl, sei ein Bild und ein Zeichen in die Welt hinaus, das auf die Herrlichkeit des Himmels hinweise. Zudem gebe es ein kleines Jubiläum zu feiern, denn vor 330 Jahren sei die erste Ganzkörperreliquie nach Waldsassen gekommen.

Der Weihbischof wiederum bekundete seine große Freude und Ehre, bei diesem Fest dabei zu sein und die Predigt halten zu dürfen. Die heiligen Leiber leuchteten für das eigene ewige Leben.

In seiner Predigt verwies der Weihbischof, der früher als Spiritual im Priesterseminar tätig war, darauf, gerne in Exerzitien tätig gewesen zu sein. Dort sei unter anderem auch ein Thema über die Zufriedenheit oder Unzufriedenheit des eigenen Leibes ein Thema gewesen. Dabei sei es um das Annahme des eigenen Leibes, der leibhaftigen Existenz gegangen. "Ein Leben auf der Erde ohne den Leib ist nicht möglich." Aber das Menschsein sei mehr als nur ein bloßes biologisches Funktionieren der Organe. Der Mensch sei, so stehe es auch in der Bibel, eine Ganzheit aus Leib und Seele. "Wir sind Leib, wir sind Seele. Das Eine ist nicht Mensch ohne das Andere."

Der Leib, so der Weihbischof, stehe für die Hoffnung auf ein Leben über den Tod hinaus, auch wenn der Leib nach dem Tode verwese oder verbrannt werde. Denn die Christen glaubten an die Unsterblichkeit der Seele, an die leibhaftige Auferstehung mit einem verklärten Leib. Dennoch tun sich viele schwer mit dem Bekenntnis "Ich glaube an die Auferstehung und an das ewige Leben". Dabei sei jedoch klar: "Wir hoffen auf ein ewiges Leben bei Gott." Früher habe der gut-katholische Glückwunsch zum Namenstag oft gelautet: "Gesund bleiben, lange leben und in den Himmel kommen." Heute habe sich dies jedoch gewandelt. Die Gesundheit von heute sei sogar so eine Art Ersatzreligion geworden. Er zitierte einen deutschen Psychologen und Theologen, der gesagt habe: "Menschen essen Körnchen und solch schlimme Dinge, damit sie 90 oder 100 Jahre alt werden." Sie wollten lange leben, aber glaubten an kein ewiges Leben. Mit dem Heilige-Leiber-Fest, so der Weihbischof, feierten die Christen die Auferstehung. Mögen die Heiligen Leiber weiterhin unsere Fürsprecher sein." Ohne diese Verehrung würden die Heiligen Leiber nur makabre Schmuckstücke aus längst vergangenen Tagen sein.

Die Gestaltung des Gottesdienstes mit Weihbischof Graf als Hauptzelebrant und Prediger übernahm der Chor der Basilika Waldsassen, der vom Kirchenchor St. Martin aus dem oberbayerischen Germering unterstützt wurde. Die Gesamtleitung hatte dessen Leiter Christian Schramm, begleitet wurden die Chöre von Blechbläsern und von Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter an der Orgel. Bei der Feier gab es noch eine Besonderheit: Zur Gabenbereitung sang die Choralschola der Basilika zusammen mit Äbtissin Laetitia und Sr. Sophia wiederentdeckte Heilige-Leiber-Hymnen.

Weihbischof Josef Graf: "Wir hoffen auf ein ewiges Leben bei Gott."
Der Weihbischof bei der Zeremonie mit dem Weihrauch.
Die Choralschola der Basilika sang wiederentdeckte Heilige-Leiber-Hymnen. Von links, Siegfried Achatz, Josef Reindl, Helmut Manske, Äbtissin Laetitia Fech, Schwester Sophia Schlembach, Herbert Weiß und Alois Michl.
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