Ein kurzweiliges Erlebnis war das Konzert mit Paolo Oreni am Sonntag in der Stiftsbasilika Waldsassen. Die Verantwortlichen der Veranstaltungsreihe – Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter und Pfarrer Dr. Thomas Vogl – hatten mit Paolo Oreni einen Künstler engagiert, der mit hochkarätiger Orgelmusik beeindruckte.
Der fahrbare Orgelspieltisch war wieder vor dem Volksaltar postiert. Das ermöglichte – zumindest für das Publikum in den vorderen Bänken – Einblicke in die „Arbeit“ des Organisten. Paolo Oreni zeigte auf der Orgelbank italienisches Temperament und vollen Körpereinsatz, interpretierte mit gefühlter Leichtigkeit und – bemerkenswert – ohne Noten über das gut einstündige Konzert hinweg.
Beide Hände wirbelten in atemberaubender Geschwindigkeit über die Tastenreihen und ebenso beide Füße über die Pedale. Bei leiseren und langsameren Passagen wirkte es mitunter so, als ob Paolo Oreni während der Orgelklänge die reichhaltige Ausgestaltung der in der Barockzeit erbauten früheren Klosterkirche auf sich wirken ließe.
Mit Johann Sebastian Bach (1685–1750) und Antonio Vivaldi (1678–1741) interpretierte Paolo Oreni zuerst zwei Komponisten aus der Barockzeit; mit Werken von Franz Liszt (1811–1886) und von Charles-Marie Widor (1844–1937) ergänzten zwei Romantiker das Programm, so Dr. Thomas Vogl in seiner Begrüßung. Sehr beeindruckt von der Großen Orgel gewesen sei Oreni nach seinem Eintreffen in Waldsassen. Nicht einmal im Petersdom in Rom gebe es ein derartiges Instrument.
An der Freude des Künstlers darüber durfte das Publikum spürbar teilhaben, wenn der Künstler im besten Wortsinn alle Register zog und mit der Klanggewalt die Basilika beinahe zum Beben brachte. Am Schluss brachte die Improvisation über marianische Lieder viele besondere Effekte, wie etwa Glockenschläge und nachgeahmtes Vogelgezwitscher. Zwei Zugaben beendeten das Konzert, darunter eine Improvisation über das Deutschlandlied.














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