03.12.2019 - 11:55 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Jubiläumsschau am Diepold-Brunnen

Nicht mehr wegzudenken aus der Adventszeit in Waldsassen sind die Krippendarstellungen auf dem Diepold-Brunnen. In diesem Jahr können die Initiatoren und Beteiligten sogar ein Jubiläum feiern.

Im Beisein der Krippen-Eigentümer, der am Aufbau beteiligten Helfer und weiterer Gäste wurde die Ausstellung am Diepold-Brunnen offiziell eröffnet.
von Autor KGGProfil

Zum 25. Mal jährt es sich heuer, dass Waldsassener Krippenfreunde um Heimatpfleger Robert Treml eine Idee des früheren Bürgermeisters Hans Schraml aufgriffen und verwirklichten. Eingefunden zur offiziellen Eröffnung hatten sich neben den am Aufbau beteiligten Personen und Eigentümern der Krippen auch Pater Friedhelm Czinczoll von der Pfarrei Münchenreuth und Pfarrvikar Markus Hochheimer als Vertreter der Pfarrei Waldsassen.

Bürgermeister Bernd Sommer betonte, dass er sich persönlich immer wieder aufs Neue über die Krippenschau am Basilikaplatz freue. Er dankte dem Gerwigkreis und den Krippenfreunden um Robert Treml sowie den Bauhofmitarbeitern für ihr erneutes Engagement. Sie sorgten dafür, dass dieser kleine Krippenweg immer wieder zustande komme und damit auch das Brauchtum gepflegt werde. Es sei einfach schade, so Sommer, dass viele Menschen mit der Tradition des Krippenaufstellens und mit der damit verbundenen bildlichen Darstellung der Geburt Jesu nichts mehr "am Hut" hätten.

Robert Treml zeigte sich erfreut, dass es durch das Engagement der Krippenfreunde, die Zusammenarbeit mit der Mädchenrealschule, der Knabenrealschule und der Mittelschule sowie durch das Mitwirken aufgeschlossener Privatpersonen wieder gelungen sei, die Tradition der Krippenausstellung auf dem Diepold-Brunnen fortzuführen. Inzwischen könne man mit der 25. Auflage ein kleines Jubiläum feiern. Die Krippenkästen seien in den zurückliegenden Jahren mehrfach durch den städtischen Bauhof restauriert worden. Heuer habe man auch die längst fällige Neueinrichtung vorgenommen, so Treml. Der Heimatpfleger verwies auf Malerarbeiten und die Anbringung neuer Hintergrund-Landschaftsbilder mit Tiefenwirkung.

Der Krippe selbst komme eine doppelte Funktion zu, wie Robert Treml erläuterte: Zum einen spiele sie eine Rolle bei der Glaubensunterweisung. So würden die Schilderungen im Weihnachtsevangelium bildlich umgesetzt. Gleichzeitig habe die Krippe längst eine bewegte Tradition aufzuweisen, neben dem Christbaum verkörpere sie das deutsche Weihnachtsbrauchtum.

Im Anschluss an die Eröffnungsworte lud Robert Treml zu einem Rundgang ein und erläuterte dabei die Darstellungen in den acht Abteilungen.

Heimatpfleger Robert Treml (links) erläuterte die acht Darstellungen.
Hintergrund:

Acht Krippendarstellungen

Im Uhrzeigersinn sind folgende Darstellungen auf dem Diepold-Brunnen zu sehen, beginnend gegenüber dem Rathaus:

1. Weihnachtskrippe mit großer Stall-Scheune und Figuren. Die Stall-Scheune samt Nebengebäude und die weißen Figuren wurden vor Jahren von Schülern der Realschule im Stiftland im Werkunterricht unter der Leitung von Joachim Peetz angefertigt. Den Einbau vor Ort nahmen vier Schüler unter der Leitung von Fachlehrerin Teresa Kneidl vor.

2. Weihnachtskrippe mit großem Stallgebäude. Das Gebäude hat Anton Philipp vor 20 Jahren angefertigt. Die neuzeitlichen Figuren aus Masse bzw. Kunststoff hatten seine Eltern in der Nachkriegszeit erworben. Durch den gemalten Hintergrund wird eine Tiefenwirkung erzielt. Den Einbau übernahm Philipp selbst.

3. Weihnachtskrippe in moderner Form vor orientalischem Hintergrund. Markus und Daniela Haberzett sind die Besitzer dieser Krippe und nahmen auch deren Gestaltung vor. Die kleinen Zinnfiguren bilden einen eindrucksvollen Kontrast zum Hintergrund.

4. Weihnachtskrippe vor offener Stall-Scheune. Alle Figuren dieser Szene wurden in moderner Form gefertigt und farbig gefasst. Eine Schülerin hat sie vor Jahren in Polen erworben und der Mädchenrealschule überlassen. Die Stallscheune hat der Opa einer ehemaligen Schülerin gebaut und der Schule zur Verfügung gestellt. Den Landschafts-Hintergrund haben Schülerinnen erst kürzlich gemalt. Um den Aufbau kümmerten sich Schülerinnen unter der Leitung von Fachlehrerin Michaela Mark.

5. Weihnachtskrippe mit offenem Stall und Hirtenfeld vor Gebirgslandschaft. Geprägt wird diese von zahlreichen mittelgroßen holzgeschnitzten und gefassten Figuren, die vermutlich aus dem Egerland stammen. Das Jesuskind selbst, der kniende Bettler und ein Hirte sind Arbeiten des tschechischen Bildhauers Marek Minar. Flankiert wird die heilige Familie von Ochs und Esel, davor steht eine Gruppe von Musikanten. Im Hintergrund ist ein großer Verkündigungsengel zu sehen. Für Gestaltung und Einrichtung war Robert Treml verantwortlich.

6. Weihnachtskrippe auf freier Landschaft. Alle Figuren in großer, moderner Form sind holzgeschnitzt und farbig gefasst. Gefertigt wurden diese Arbeiten in Südtirol. Die Gestaltung der Krippenszene erfolgte durch die Familie von Heinrich Fuhrmann, die Figuren sind im Besitz von Michael Fuhrmann.

7. Krippenszene mit Stall-Ruine. Die vor etwa 50 Jahren gefertigte Stall-Ruine hat Andreas Grillmeier vor längerer Zeit erworben. Die bekleideten bzw. kaschierten Personen-Figuren hat Grillmeier ebenfalls vor Jahren gekauft und zum Teil auch gestaltet. Den Einbau nahm Grillmeier selbst vor.

8. Weihnachtskrippe vor offener Stallscheune. Das Stallgebäude und die Einrichtung sind das Werk eines Krippenbaukurses einer früheren Schülergruppe der Mittelschule Waldsassen. Der Kurs war unter der Leitung der Gerwigkreis-Krippenfreunde Karl Rothenaichner und Hans Zölch durchgeführt worden. Um den Einbau der Krippe kümmerte sich Michael Mickisch.

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