31.07.2020 - 18:34 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Karl-Hans Hofmann räumt seinen Platz im Rathaus Waldsassen

Von einem "traurig-freudigen Anlass" sprach Bürgermeister Bernd Sommer: Karl-Hans Hofmann, seit vielen Jahren Geschäftsleiter der Stadtverwaltung, wurde in den Ruhestand verabschiedet. Seit 30. März 1987 war Hofmann im Rathaus tätig.

Bürgermeister Bernd Sommer überreichte Karl-Hans Hofmann (Zweiter von rechts) bei der Feierstunde im Rathaus die Versetzungsurkunde in den Ruhestand. Mit dabei waren die Vertreter der Stadtratsfraktionen sowie die Bürgermeister-Stellvertreter sowie die Abteilungsleiter der Stadtverwaltung.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Bei einer Feierstunde im großen Sitzungssaal am Freitagnachmittag nahm Karl-Hans Hofmann die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand von Bürgermeister Bernd Sommer entgegen. Der hatte zum besonderen Anlass seine Amtskette umgelegt. Auf den Händedruck musste verzichtet werden: Im Rathaussaal achteten die Anwesenden streng auf Abstand und auf die Hygienebestimmungen.

Als kleine Dreingabe bekam Hofmann zudem ein Präsent, das die Mitarbeiterinnen im Rathaus bei Hofmanns "Lieblings-Floristen" besorgt hatten, wie Sommer sagte – einen Strauß mit deftigen und süßen Leckereien. Auf der Leinwand waren während der Feierstunde Fotos zu sehen, die Karl-Hans Hofmann zeigten.

Abschiedsparty im Rathaushof

Im Anschluss hatte die Stadt Waldsassen eine Abschiedsparty im Rathaushof für den scheidenden Verwaltungsrat arrangiert. Auch dabei wurden die Abstandsregeln und Hygienevorschriften gewahrt: Die Biertische standen in weiterem Abstand zueinander als sonst. Mit dabei waren alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der städtischen Einrichtungen sowie langjährige Wegbegleiter von Karl-Hans Hofmann.

"Es fällt mir nicht leicht", gestand Bernd Sommer zu Beginn seiner Laudatio auf Karl-Hans Hofmann, als er dessen beruflichen Werdegang nachzeichnete. Erste Stationen waren in München die Verwaltungsschule 1979 bis 1983 und von 1984 bis 1987 das Innenministerium. Dann habe Hofmann getan, was viele junge Leute jetzt auch schätzten – die Rückkehr aus der Landeshauptstadt in die Heimat – "eine sehr gute Entscheidung für Waldsassen", wie Sommer anmerkte.

Mit Leidenschaft, Elan und Freude

Hofmann habe seinen Beruf mit Leidenschaft, Elan und viel Freude ausgefüllt, so Sommer. Dabei stellte der Bürgermeister die Arbeit als Dozent bei der Bayerischen Verwaltungsschule in München und als Ausbildungsleiter im Rathaus Waldsassen heraus. "Er hat jedes Ergebnis als sein persönliches gesehen", schilderte Sommer, dass ihm das gute Abschneiden der Nachwuchskräfte in der Verwaltung sehr am Herzen lag.

Sommer, der Hofmann gerne als "Hausjurist" im Rathaus Waldsassen bezeichnete, lobte dessen fachliche Kompetenz, im Dschungel der Gesetze und Verordnungen die richtigen Schlüsse zu ziehen – zum Wohle der Stadt Waldsassen.

Komplizierte Vertragswerke

"Wir haben uns eine Fabrik gekauft und diese dann abgerissen", erinnerte Sommer in seiner launigen Ansprache an die Veränderungen in den vergangenen Jahren. "Das klingt einfach." Dahinter aber stehe eine Vielzahl von Verhandlungen und die Ausarbeitung von komplizierten Vertragswerken; daran habe Hofmann einen maßgeblichen Anteil. Dazu würdigte Sommer die ehrliche und aufrichtige Art im menschlichen Miteinander.

"Ich finde es sehr schade, aber ich freue mich für dich", so Sommer. "Du gehörst zum Haus und hast hier Enormes geleistet", würdigte der Bürgermeister die engagierte Arbeit und stellte fest: "Die Stadt Waldsassen hat dir unendlich viel zu verdanken."

"Es hat Spaß gemacht"

"Ich hatte viel Freude an der Tätigkeit. Sie war aber auch nicht immer ein Honigschlecken", erklärte Karl-Hans Hofmann im Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte und zeigte sich überwältigt von der Art und Weise, wie seine Verabschiedung gestaltet war. "Es hat Spaß gemacht", zog Hofmann zufrieden Bilanz und meinte, er stehe der Stadt weiterhin zur Verfügung, wenn er gebraucht werde.

Ich hatte viel Freude an der Tätigkeit. Sie war aber auch nicht immer ein Honigschlecken.

Karl-Hans Hofmann

Drei Ratschläge aus der Erfahrung heraus hatte er für den Bürgermeister, den Stadtrat und die Verwaltung und deren künftige Arbeit parat: Sie solle nichts aus der Hand geben, was in städtischer und kommunaler Verantwortung liege. Dann sei etwas nur schwer durchzusetzen, wenn eine durchorganisierte Gegnerschaft vorhanden ist.

Schließlich erklärte Hofmann, dass die Privatisierung alles andere als ein Heilmittel sei und nannte konkret GmbHs und AGs: "Es kann nicht sein, dass öffentliche Aufgaben in nichtöffentlichen Sitzungen ausdebattiert werden und dann keiner der dort Anwesenden über diese nichtöffentlichen Sitzungen Auskunft erteilen kann."

Der langjährige Geschäftsleiter im Rathaus Waldsassen, Karl-Hans Hofmann (Vierter von links) ist am Freitagnachmittag bei einer Feierstunde im großen Rathaussaal in den Ruhestand verabschiedet worden. Mit dabei waren die Vertreter der Stadtratsfraktionen sowie die Abteilungsleiter der Stadtverwaltung.

Mit dem Ausscheiden von Karl-Hans Hofmann wurden personelle Veränderungen nötig

Waldsassen
Hintergrund:

Entscheidung für Waldsassen anfangs nicht leicht

Insgesamt vier Bürgermeister hatte Hofmann in seiner Dienstzeit begleitet und unterstützt – bis zur Pensionierung Bernd Sommer und zuvor Herbert Hahn, Hans Schraml und Franz Fischer. Er war es, der den jungen Verwaltungsjuristen einst gefragt hatte, ob er sich – nach dem Tode von Erich Breun und der folgenden Ausschreibung der Stelle des Geschäftsleiters im Staatsanzeiger – denn nicht bewerben wollte. Hofmann gestand, dass die Entscheidung nicht leicht gewesen sei. "Mir hat es in München recht gut gefallen." Der bekennende Anhänger des FC Bayern München hatte in seiner Zeit in München regelmäßig Fußballspiele seines Lieblingsvereins im Olympiastadion besucht. Dieses sei damals selten ausverkauft gewesen.

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