02.08.2019 - 12:44 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Aus den Katakomben Roms über die Alpen ins Stiftland

In der Basilika Waldsassen ist es jedes Jahr ein besonderes Ereignis – das Heilige-Leiber-Fest. Es wird diesen Sonntag, 4. August, um 9.30 Uhr mit einem besonderen Gottesdienst gefeiert. Dieses Jahr gibt es einen weiteren Grund zur Freude.

Das Fest der Heiligen Leiber wird diesen Sonntag in der Basilika Waldsassen gefeiert..
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Vor allem Touristen fragen sich immer wieder, was es auf sich hat mit den prächtig dekorierten Skeletten in den Seitenaltären der Barockkirche. Im aktuellen Pfarrbrief hat Gemeindereferentin Gertrud Hankl einen interessanten Beitrag veröffentlicht, der über die Hintergründe informiert.

Bereits im Jahre 1678 sind erste Reliquien erwähnt, der Hl. Deodatus beim Benediktsaltar in der Basilika war die erste Ganzkörper-Reliquie in der Kirche. "Bis zum Jahre 1765 kamen noch weitere 9 Heilige Leiber dazu." Bereits seit dem Jahre 1765 wird das Heilige-Leiber-Fest begangen. "Viele bleiben verwundert oder aber auch bewundernd stehen. Manche finden sie auch sehr gruselig."

In der Reformationszeit wurden viele Kirchen ihrer Bilder und Statuen beraubt. Im ausgehenden 17. Jahrhundert wurde es Mode, dass man Menschen aus den Katakomben Roms in die eigene Kirche holen wollte. Ob alle diese Verstorbenen Märtyrer waren, sei nicht so genau bekannt. "Es sind auf jeden Fall Christen, die unterirdisch, in den Katakomben Roms, begraben worden waren."

Nur reiche Klöster hätten sich damals den schwierigen und teuren Transport über die Alpen leisten können, so informiert Gertrud Hankl, "... so auch die Zisterzienser von Waldsassen". Der Anblick und die Nähe der heiligmäßigen Toten sollte Glaube, Mut, Hoffnung und Vertrauen auf Gott in den Menschen wachsen lassen. Dieser Anspruch sei bis in die Gegenwart gültig. "Auch heute noch schauen sie uns mahnend an", so die Gemeindereferentin.

Dieses Jahr wird diesen Sonntag ein weiteres Fest gefeiert: die Nachprimiz von Praktikant Pater Gregor Schuller OSB. Er war Anfang Juli in der Abtei Metten zum Priester geweiht worden.

Waldsassen

Pater Gregor hat die Missa Metamensis für Chor, Bläser, Pauken und Orgel geschrieben, die der Chor der Basilika unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter für den besonderen Anlass einstudiert hat und damit den Festgottesdienst am Sonntag musikalisch begleiten wird.

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