23.07.2020 - 12:24 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Ein Kleinbus zum Ausleihen in Waldsassen

Bei den Nachbarn gibt es das Angebot schon. Bürgermeister Bernd Sommer hat es ausprobiert und war begeistert. Für den Umzug der Tochter hatte er einen Kleinbus gemietet, ganz unkompliziert per Smartphone.

Karl-Heinz Kaiser
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Über die Einzelheiten, wie das Konzept funktioniert, informierte Karl-Heinz Kaiser, Geschäftsführer der Firma Mikar in Deggendorf, am Montag in der Sitzung des Stadtrats. In seinem engagierten Kurzvortrag präsentierte Kaiser, wie das Angebot in Kooperation mit der Stadt Waldsassen und einem Sponsoring über ein regionales Unternehmernetzwerk in der Praxis läuft. Eine Entscheidung darüber, so der Bürgermeister, soll es in der nächsten Sitzung geben.

Immer dort, wo Mobilität gebraucht wird, sind wir da.

Karl-Heinz Kaiser

Karl-Heinz Kaiser

"Ich bin fast täglich zu einer Vorstellung oder zu einer Einweihung unterwegs", ließ Kaiser durchblicken, dass sich das Konzept nach und nach immer mehr durchsetzt – auch in der Region. In Mitterteich gibt es das Auto schon seit einiger Zeit, mit einem großen Erfolg, wie es heißt: Binnen 100 Tagen seien mit dem Auto 10.000 Kilometer gefahren worden. Auch in Marktredwitz, so Kaiser in seinem Vortrag weiter, gebe es Carsharing per App – wobei dort neben einem Kleinbus auch noch ein Personenauto zum Ausleihen zur Verfügung stehen.

Online-Registrierung

"Immer dort, wo Mobilität gebraucht wird, sind wir da", sagte Kaiser und nannte die Rahmenbedingungen: Wer sich die App herunterlädt, kann nach der Online-Registrierung und nach einer kurzen Bearbeitungszeit das Angebot in Anspruch nehmen, "24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr".

In seinem Beispiel waren als Preis für einen 9-Sitzer-Bus mit Dieselantrieb 4,90 Euro pro angefangene Stunde genannt worden; 24 Stunden kosten 44,90 Euro. 300 Kilometer sind frei pro Buchung; jeder weitere Kilometer kostet 10 Cent.

Vier Jahre Laufzeit

Mehrere Mitglieder des Stadtrats stellten im Anschluss eine Reihe von Fragen, die Kaiser souverän und spontan zu beantworten wusste. Die Laufzeit beträgt vier Jahre; nach drei Jahren beginnen aber schon Verhandlungen, ob das Angebot weiter aufrecht erhalten wird. Die Stadt als Kooperationspartner stellt einen Stellplatz zur Verfügung und übernimmt Formalitäten, etwa die Führerschein-Prüfung nach der Registrierung.

Das Car-Sharing-Fahrzeug in Mitterteich war während der Ausgangssperre besonders viel unterwegs:

Mitterteich
Hintergrund:

Unternehmernetzwerk finanziert Angebot

"Für die Stadt entstehen keinerlei Kosten", sagte der Mikar-Geschäftsführer und fügte einschränkend hinzu, dass in diesem Falle allerdings das Sponsoring funktionieren müsse. 890 Euro monatlich kostet das Angebot; diese würden in aller Regel von 25 Unternehmen übernommen. Die Stadt müsse sich aber nicht um die Akquise kümmern, so Karl-Heinz Kaiser. Die jährlichen Kosten bezifferte Kaiser auf rund 10.000 Euro. "Wir sind Pfleger und Kümmerer", so der Sprecher im Hinblick darauf, dass das Fahrzeug immer fahrbereit und verkehrssicher sei. Derartige Aufgaben erledigten Pflegeteams und Tankstellen, die im Auftrag von Mikar arbeiteten.

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