Waldsassen
14.09.2026 - 14:33 Uhr

Konzert mit kniffliger Orgelmusik ohne Distanz in der Basilika Waldsassen

Ein außergewöhnliches Hörerlebnis war das Konzert „Orgel und Gesang“ in der Basilika Waldsassen. Auf dem Programm stand französische Musikliteratur. Der fahrbare Spieltisch, der sonst im Kirchenraum positioniert ist, blieb im Seitenaltar.

Susanne Jutz-Miltschitzky und Dr. Josef Miltschitzky vor dem Orgelspieltisch auf der Empore nach dem Konzert in der Basilika Waldsassen. Bild: Paul Zrenner
Susanne Jutz-Miltschitzky und Dr. Josef Miltschitzky vor dem Orgelspieltisch auf der Empore nach dem Konzert in der Basilika Waldsassen.

Eine besondere Stunde mit französischer Orgelliteratur und solistischem Gesang erlebte das Publikum am Sonntag in der Basilika Waldsassen. Dort gestalteten die Sopranistin Susanne Jutz-Miltschitzky und Organist Dr. Josef Miltschitzky ein Konzert. Das Ehepaar musizierte von der Empore aus.

„Der Gruß geht nach oben“, so Pfarrer Dr. Thomas Vogl in seiner Begrüßung, und stellte heraus, dass die Orgel in ihrer Vielfalt der Register viele Instrumente nachahmen könne; bei der menschlichen Stimme gelinge dies aber nur schwer, obwohl es ein solches Register gebe. Umso schöner sei es, wenn Orgelklang und Gesang zusammenfinden.

Dr. Miltschitzky, bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2024 Dekanatsmusiker und Kirchenmusiker an der Basilika Ottobeuren sowie Interpret an vielen historischen Orgeln weltweit, bestritt den Großteil des Programms. Es war ausschließlich französischen Komponisten gewidmet. Susanne Jutz-Miltschitzky, die auch in mehreren Musikensembles mitwirkt, war zwischendurch zu hören – quasi im Dialog mit der Orgel und solistisch mit leiser instrumentaler Begleitung.

Mit ihrer feinen und dennoch kraftvollen Stimme interpretierte die Sopranistin etwa „O salutaris hostia“ von Louis James Alfred Lefébure-Wély (1817–1869) oder das „Pater Noster op. 8,1“ von Joseph Bonnet (1820–1876). Bei den Orgelwerken ragten aus dem Zyklus „24 Pièces en style libre op. 31“ von Louis Vierne (1870–1949) die Stücke Nr. 15 und 24 – Arabesque und Postlude – heraus. Sie gefielen durch ihre dem Komponisten eigene Tonsprache, anfangs mit ungewöhnlichen Sphärenklängen und später mit getragenen Themen, unterfüttert mit fließenden und schnellen Läufen.

„Französische Musik ist sehr knifflig, sie lebt von kurzfristigen Verzierungen und kleinen Figuren“, so Dr. Miltschitzky auf die Frage von Oberpfalz-Medien, warum er und seine Frau für das Publikum nur beim Schlussapplaus zu sehen waren, als sie von der Empore herabschauten. Die Nähe zur Orgel lasse die „verzierungsfreudigen Franzosen“ besser interpretieren. „Distanz ist hier nicht förderlich.“

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