„Gelebte Volksfrömmigkeit – Religiöses Kulturgut aus 200 Jahren.“ So lautet der Titel der Sonderausstellung, die noch bis zum 7. Januar im Stiftlandmuseum Waldsassen besucht werden kann. Zu sehen sind rund 150 sakrale Gegenstände, die Pfarrer Klaus Haußmann aus Ammerthal über Jahrzehnte hinweg gesammelt hat. Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer, der am Donnerstag zur Aussendung der Sternsinger in die Basilika Waldsassen kam, schaute auch im Museum vorbei. „Ich muss wiederkommen, wenn ich mehr Zeit habe“, schrieb er dort nach einem Rundgang ins Gästebuch.
Schutz vor Krankheiten
Dazu zählen etwa "Breverl", die Gläubige früher an einem Band auf der Brust trugen, zum Schutz vor bösen Geistern, Krankheiten oder Katastrophen. Diese habe man niemals öffnen dürfen. Zur Sammlung gehören auch Bilder, die zur Entfaltung einer Schutzfunktion verschluckt worden seien, oder Muttergottesfiguren, von denen winzige Teile ins Essen geschabt worden seien, um Krankheiten vorzubeugen oder eine Heilung herbeizuführen. Bischof Rudolf Voderholzer zeigte sich beeindruckt von der Vielzahl an Exponaten und zeigte an einigen Details starkes Interesse. Er sprach von einem "authentischen Empfinden der Menschen" in damaligen Zeiten.
Im Anschluss besuchte der Bischof noch die angegliederte Ausstellung mit Klosterarbeiten der Waldsassenerinnen Franziska Möhwald, Marianne Grzesina und Gabriele Salomon. Hier ging Museumsleiter Hans Zölch auf die Besonderheiten ein. Inspiriert worden seien die drei Frauen von der Filigrankunst von Frater Adalbert Eder, der von 1707 bis 1777 lebte. Eder war es auch, der einst die Ganzkörperreliquien verzierte, die heute noch in der Stiftsbasilika Waldsassen zu sehen sind. Das Trio habe sich an diese schwierige Aufgabe herangewagt und professionelle Klosterarbeiten gefertigt, so Zölch.
Letzte Führung
Nicht mehr viel Zeit blieb angesichts des Terminkalenders des Bischofs für einen Besuch in der Krippen-Dauerausstellung des Museums. Zu bewundern ist dort eine Reihe von detailreichen Landschaftskrippen. Auch hier lieferte Hans Zölch die Erläuterungen. "Es ist eine schöne und interessante Ausstellung, die ich gerne noch genauer und intensiver gesehen hätte", sagte der Bischof und kündigte ein Wiederkommen an.
Abschließend wurde noch darauf hingewiesen, dass Pfarrer Klaus Haußmann am Samstag, 6. Januar, um 14.30 Uhr eine letzte Führung durch die Sonderausstellung anbietet. Geöffnet ist das Stiftlandmuseum von Donnerstag bis Sonntag von 13 bis 16 Uhr, an Silvester und Neujahr bleibt es geschlossen.
Sonderausstellung im Stiftlandmuseum Waldsassen
- Sonderausstellung „Gelebte Volksfrömmigkeit – Religiöses Kulturgut aus 200 Jahren“ noch bis einschließlich Sonntag. 7. Januar 2024, zu sehen
- Rund 150 Exponate aus der über Jahrzehnte aufgebauten Sammlung von Pfarrer Klaus Haußmann
- Zusätzliche Präsentation von handgefertigten Klosterarbeiten von Franziska Möhwald, Marianne Grzesina und Gabriele Salomon
- Krippenausstellung als Dauerausstellung im Museum
- Museum geöffnet Donnerstag bis Sonntag von 13 bis 16 Uhr; geschlossen an Silvester und Neujahr, Führung mit Klaus Haußmann am 6. Januar um 14.30 Uhr





















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