Waldsassen
29.04.2020 - 14:50 Uhr

Ein Licht der Hoffnung

In der Coronakrise wächst vielfach "Hilfe zur Selbsthilfe". Ein ungewöhnlicher Beitrag sind die Hoffnungskerzen von Designerin Maria Thoma.

Maria Thomas, Inhaberin der Kerzendesignmanufaktur "Arte Maria", hat für eine der Hoffnungskerzen im unterschiedlichen Design ein Gebet als Motiv gewählt. Diese Kerze sei bei den Interessenten nun der Renner, freut sie sich. Bild: ubb
Maria Thomas, Inhaberin der Kerzendesignmanufaktur "Arte Maria", hat für eine der Hoffnungskerzen im unterschiedlichen Design ein Gebet als Motiv gewählt. Diese Kerze sei bei den Interessenten nun der Renner, freut sie sich.

Es gibt sie in klein, mittel und groß und mit vielen Motiven. Die neue Kerzenkollektion von Designerin Maria Thomas ist sehr umfangreich. Dabei hat es die "Hoffnungskerzen" vor wenigen Monaten noch gar nicht in ihrem Produktsortiment gegeben.

Es war die Coronakrise und die damit verbundenen Ängste, Sorgen und Nöte der Menschen, die den Kerzen dazu verholfen hat, ein Licht der Hoffnung zu werden. Maria Thomas' Gründe dazu waren zuerst rein persönlich. Ihr verzweifelter Hilferuf, doch auch ihr zu helfen, da ihre Existenz kurz vor dem Zusammenbruch stand, wurde zu einer Hilfsaktion.

1000 Kerzen in Osternacht

Maria Thomas habe bei ihrem Hilferuf über die Medien, wie sie sagt, unglaublich tolle Menschen kennengelernt. Zum Beispiel Guiseppe Pino Fusaro oder einen Buchautor aus Wendelstein. Alle kämpfen wie sie ums finanzielle Überleben. Maria Thomas dachte aber auch an die vielen Menschen, die bereits an Corona verstorben sind und die Angehörigen. Sie zündete in der Osternacht knapp 1000 Kerzen zum Totengedenken der Corona-Opfer in der Mariengrotte an. Zur gleichen Zeit, um 20 Uhr, wurde in Wendelstein ein Friedensbaum gepflanzt und in Essen das Ave Maria gesungen von Tenor Gustavo Martín Sánchez aus Regensburg. Die Aktion wurde als kleines Video zusammengeschnitten und ins Netz gestellt.

Seither bauen Maria Thomas und Giuseppe Pino Fusaro aus Nürnberg eine wachsende Plattform für Selbstständige, Künstler und Gewerbetreibende aller Art auf, als "Hilfe zur Selbsthilfe". Maria Thomas will aber damit nicht nur sich selbst und ihren Mitstreitern helfen. Sie denkt an die Armen, die jetzt überhaupt nichts mehr bekommen. Deshalb hat sie entschieden, einen Anteil aus dem Verkauf der Hoffnungskerzerln für Hilfsbedürftige zu spenden. Maria Thomas ist eifrig dabei, Hoffnungskerzen herzustellen und hat jetzt selbst wieder Mut bekommen, dass es weitergehen wird. Acht verschiedene Designs gibt es, mit Motiven von der Friedenstaube bis hin zum Anti-Coronavirus-Gebet. "Und für die Kinder, die daheim Langeweile haben, habe ich extra Herzen-Bastelsets designt", erzählt Maria Thomas von der Familienvariante. Mit einer einfachen Anleitung dazu sei dieses Hoffnungskerzerl einfach zu fertigen. "Und die Kinder können es dann an ihre Großeltern, Tanten oder Freude, die sie jetzt nicht besuchen dürfen, schicken."

Bezahlung in Briefkasten

Die Kerzen gibt es bei Maria Thomas selbst. Im Eingangsbereich ihrer Kerzendesigner-Werkstatt in der Mitterteicher Straße 9 können sie kontaktlos mitgenommen werden. Für die Bezahlung steht ein Briefkastenfach bereit. Maria Thomas hat Notizzettel mit Kugelschreiber an eine Leine gehängt, auf dem die Käufer die Anzahl und Größe notieren können. Dies sei für den Überblick gedacht, sagt sie und fügt lachend an: "Den Kugelschreiber gibt es gratis dazu. So wird wirklich jeglicher Kontakt vermieden." Auch die Buchhandlung St. Peter sowie bei Optik Wurm in Tirschenreuth und Edeka Legat in Waldsassen verkaufen die Kerzen.

Maria Thomas bietet vielerlei Kerzen in unterschiedlichen Größen an. Von jeder verkaufte Kerze geht eine Spende an Hilfsbedürftige. Bild: ubb
Maria Thomas bietet vielerlei Kerzen in unterschiedlichen Größen an. Von jeder verkaufte Kerze geht eine Spende an Hilfsbedürftige.
Die Kerzen haben entweder Bildmotive oder sind mit Gebeten und mutmachenden Wortbeispielen verziert. Bild: ubb
Die Kerzen haben entweder Bildmotive oder sind mit Gebeten und mutmachenden Wortbeispielen verziert.
 
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