01.04.2019 - 13:24 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Lydia macht die Welt ein Stück besser

Versprochen wurde ein Erlebnis für alle Sinne. Und das haben die zahlreichen Zuschauer im Jugendheim am Samstagabend auch bekommen. Das Kindermusical war bezaubernd in jeder nur erdenklichen Hinsicht.

von Ulla Britta BaumerProfil

Über 70 Beteiligte - Kinder von der zweiten bis zur fünften Klasse sowie die Bauchtanzgruppe des TVW und zahlreiche Helfer hinter den Kulissen - können mehr als stolz auf sich sein. Sie haben mit "Lydia, die Purpurhändlerin" nach einer Idee von Gertrud Hankl und Andreas Sagstetter nicht nur ihr Publikum begeistert.

Zwischen den Zeilen der Geschichte von der ersten europäischen Christin in der Weltreligion, die unter Gesamtleitung von Gertrud Hankl aufgeführt wurde, steckten gläubige Lebensweisheiten, die bis heute ihre Gültigkeit nicht verloren haben.

Charmant und liebenswert

Gemeindereferentin und Kirchenmusikdirektor haben aus ersten Überlegungen vor einem Jahr, ein eigenes Musical zu schreiben, ein charmantes und liebenswertes Stück gezaubert. Für den Text zeichnet Gertrud Hankl verantwortlich, als Vorlage diente ihr ein Buch über die biblische Erscheinung Lydia. Wann immer er Zeit dazu gefunden habe, sagt Andreas Sagstetter, habe er die Musik und die Lieder komponiert.

Allen Respekt und "Hut ab" gilt den Kindern auf der Bühne. Die Mädchen und Buben haben mit unbändiger Spiellaune und großem Mut ihre Rollen in dieser biblischen Erzählung gemeistert. Dabei galt es nicht nur, Textsicherheit zu zeigen. Die Hauptdarsteller mussten umfangreiche Passagen der Geschichte um Lydia singend darbieten.

Zwischenapplaus

Kleine Texthänger und der eine oder andere falsche Ton machten das Gesamtwerk nur noch liebenswerter. Und natürlich verziehen die Zuschauer den jungen Schauspielern solch unbedeutende Schnitzer. Immer wieder wurden besondere Leistungen mit Zwischenapplaus belohnt, zum Beispiel wenn Lukanus (Christian Urbanek) seine Gläubigkeit im Lied darstellte.

Begleitet vom Chor unter Leitung von Andreas Sagstetter sangen die jungen Darsteller einmal solo, dann wieder miteinander über Lydia, die tatsächlich in der biblischen Geschichte einen Platz hat. Allerdings wird sie nur kurz erwähnt. In der Klosterstadt aber wurde Lydia nun durch das zauberhafte Musical der Kinder zur Berühmtheit. Und die über 70 Darsteller hinter und vor den Kulissen dürfen sich rühmen, mit ihrem Musical "Lydia, die Purpurhändlerin" auf der Jugendheim-Bühne eine Welturaufführung präsentiert zu haben.

Aus arabischer Küche

Nicht unerwähnt bleiben dürfen auch die Mädchen vom Turnverein Waldsassen, die mit anmutigen Bauchtänzen dem Musical eine charmante Note verliehen haben. Die Gruppe "Thurayya" und die Gruppe "Bashira" präsentierten zu Ehren der Göttin Artemis einen Tempeltanz und im Haus der Lydia einen Festtanz. Gesangstechnische Verstärkung bekamen die Darsteller durch den Musicalchor und Instrumente unter Leitung von Sagstetter. Nette Idee am Rande: In der Pause wurden die Zuschauer mit leckeren Kostproben aus der arabischen Küche verwöhnt. Last but not least war es Tanja Scharnagl, die ein gelungenes Bühnenbild schuf, was die Darsteller manches Mal in ihren authentischen biblischen Kostümen geradezu mit den Kulissen verschmelzen ließ.

Tosender Applaus und ein großes Lob von Stadtpfarrer Thomas Vogl an die Akteure für die Darbietung folgten der Schlussszene. Schade, dass Lydia nur zweimal aufgeführt werden konnte. Bravo, Kinder! Das war eine tolle Leistung.

Info-Box:

Auf der Suche nach dem Glauben

Zum Inhalt: Die edle Lydia (textsicher und souverän in ihrer Rolle: Sophia Gmeiner) war früher Sklavin. Weil sie sehr geschickt mit dem Färben von Stoffen umgehen konnte, gab ihr der Färber die Freiheit. Lydia bekam vier Kinder von ihm und erbte die Färberei. Was nur wenige wussten: Lydia war einst eine feine Edeldame. Ihre gesamte Familie wurde geraubt und als Sklaven verkauft. Euthymia (überzeugend als boshafte und launische Cousine: Milena Hauer) war immer noch Sklavin bei Lydia. Sie war neidisch und vergönnte Lydia den Erfolg und die Freiheit nicht. Lydia war auf der Suche nach dem richtigen Glauben. Eines Tages lernte sie Paulus (als Apostel überzeugend: Leopold Tippmann) kennen, der das Christentum nach Europa bringen wollte. Paulus predigte von Jesus und den Wundern, die dieser vollbracht hat. Lydia war begeistert davon, dass es in diesem Glauben nur einen Gott geben sollte und bei ihm alle Menschen gleich sein sollten. Eines Tages ließ sie sich taufen. Da die erfolgreiche Geschäftsfrau viel Einfluss hatte, folgten ihr viele Mitstreiterinnen und wurden ebenfalls zu Christinnen. Happy End: Die Menschen wurden ein Stück besser und Cousine Euthymia bat Lydia für ihren Neid um Verzeihung.

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