13.12.2019 - 11:05 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Als Markenbotschafter wichtig für die Stadt Waldsassen

In der Reihe "CSU unterwegs" besichtigte der Ortsverband kürzlich gemeinsam mit der Frauen-Union und der Jungen Union die Lebkuchenmanufaktur Rosner.

Die Besuchergruppe von CSU, Frauen-Union und Junger Union Waldsassen im neuen Verkaufsraum der Lebkuchenmanufaktur Rosner mit Wolfgang und Karin Neumann (von links) sowie Ortsvorsitzendem Markus Scharnagl (Achter von rechts) und Bürgermeister Bernd Sommer (Sechster von links).
von Redaktion ONETZProfil

Die Inhaber Karin und Wolfgang Neumann präsentierten dabei neben den zahlreichen handgefertigten Produkten auch den neu erbauten und ansprechend gestalteten Verkaufsraum. Ortsvorsitzender Markus Scharnagl betonte in seiner Begrüßung den "entscheidenden Anteil des einheimischen Betriebes am Bekanntheitsgrad Waldsassens als Genussort in Bayern". Als Markenbotschafter sei das Unternehmen enorm wichtig für die Stadt.

Wolfgang Neumann spannte bei seinem Vortrag einen weiten Bogen von der früheren Landwirtschaft der Familie Rosner am heutigen Standort der Bäckerei mit dem Wiener Café in der Egerer Straße über das seinerzeitige "Brotladl" im jetzigen Café Latte bis zur aktuell erweiterten Produktionsstätte in der Baumeister-Emil-Engel-Straße. 1969 habe sein späterer Schwiegervater Klaus Zielinski als Bäcker- und Konditormeister in die Firma eingeheiratet und diese mit neun Beschäftigten betrieben. Heute sei die Bäckerei Rosner die letzte sogenannte "heiße" Bäckerei in der Stadt.

Damals sei ein neues Geschäftshaus mit Café gebaut worden. "Anfangs haben sich die Leute nicht ins Café getraut, weil man von der Straße aus sehen konnte, wer sich den Luxus geleistet habe, dort Gast zu sein" so Neumann scherzhaft. Heutzutage sei es selbstverständlich, sich bei einer guten Tasse Kaffee und Kuchen in ein einsehbares Lokal zu setzen. Am 28. November 1988 sei dann die große Wende gekommen. In einem Magazin des Bayerischen Fernsehens tat Fürstin Gloria von Thurn und Taxis sinngemäß den berühmten Ausspruch, dass "die besten Lebkuchen der Welt ihrer Meinung nach aus dem kleinen Ort Waldsassen kommen". An diesem Tag stand das Telefon nicht mehr still und die Bestellungen überrollten die Bäckerei. Damals seien die Rechnungen noch mit der Hand geschrieben worden und man habe bis in die Nacht hinein gearbeitet, um den Ansturm zu bewältigen.

Kunden bestätigen Qualität

Über all die Jahre hätten die Kunden die gepriesene Qualität der von seinem Schwiegervater ständig weiterentwickelten Produkte bestätigt. Besonderer Wert werde stets auf die manuelle Herstellung ohne Chemie gelegt. Deshalb sei es auch wichtig zeitnah zum Verzehr zu kaufen und die Waren kühl zu lagern. 2001 heiratete der Schreiner Wolfgang Neumann seine Frau Karin und gab bald darauf seinen erlernten Beruf auf, um sich ganz auf die Unterstützung seines Schwiegervaters und seiner Frau zu konzentrieren. Ein wesentlicher Schritt sei zwei Jahre später auch die schriftliche Dokumentation der Rezepturen gewesen, um jeglichen Verlust durch unvorhergesehene personelle Ereignisse auszuschließen.

Für Betrieb überlebenswichtig

Da man durch die Entwicklung mit der Supermarkt-Konkurrenz ohne ein zweites Standbein als Bäckerei nicht überleben könne, habe man sich schließlich auf die Lebkuchenmanufaktur konzentriert. Den großen Durchbruch habe es 2004 mit dem Internetauftritt gegeben. Durch den Onlineshop seien massive Aufträge eingegangen und die Backstube sei zu klein geworden. Die 2005 erbaute gläserne Manufaktur sei mittlerweile zum dritten Mal ausgebaut und kürzlich durch den neuen Verkaufsraum ergänzt worden. Die Kunden kauften nicht nur von Oktober bis Dezember Weihnachtsgebäck, so dass pro Jahr unter anderem etwa 5000 Lebkuchen hergestellt werden müssten. Dazu beschäftige die Firma Rosner 25 überwiegend Saisonkräfte. Hinzu kämen 18 bis 20 Kräfte im Stammgeschäft. Glücklicherweise habe man jetzt auch wieder einen Bäckerlehrling einstellen können.

Filmpräsentation

Pro Tag kämen in der Vorweihnachtszeit zum Teil drei bis vier Reisebusse, insbesondere auch zu den Basilikakonzerten, um bei der Herstellung zuzuschauen sowie die süßen Leckereien zu verkosten und mitzunehmen. Mit einem Film präsentierte Neumann den sehr stark von echter Handarbeit geprägten Produktionsablauf der Manufakturerzeugnisse, von den drei Lebkuchenarten über die Nougat- und Marzipanzapfen, die Zimtsterne und Plätzchen bis zu den Pralinen und Weihnachtsstollen.

Für Heiterkeit sorgte Markus Scharnagl bei seinen Dankesworten: "Bei derartigen Betriebsbesichtigungen überreiche ich sonst gerne Lebkuchen der Bäckerei Rosner. Das kann ich heute nicht machen." Gemeinsam mit Franziska Heindl von der Jungen Union übergab er schließlich eine geeignete Alternative für das Ehepaar Neumann.

Wolfgang Neumann bei der Vorstellung der Lebkuchenmanufaktur.

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