05.10.2018 - 12:28 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Metamorphose vom maroden Brauhaus zur modernen Physiotherapie-Praxis

„Wie aus einer Raupe ein schöner Schmetterling wird, hat sich das Brauhaus im Mühlenviertel zur modernen Physiotherapie-Praxis entwickelt.“ Das sagt Äbtissin Laetitia Fech bei der Einweihung der Räume ihres ersten Mieters, Gerhard Grüner.

Zur Eröffnung der Physiotherapiepraxis Gerhard Grüner (Zweiter von links), segnete Pater Benedikt Leitmayr (links) die neuen Räume. Äbtissin Laetitia Fech und Bürgermeister Bernd Sommer lobten das gelungene Projekt und überreichten Geschenke.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Am Tag der deutschen Einheit segnete Pater Benedikt Leitmayr die neuen Räume an der Brauhausstraße 4 im Beisein von Familie, Freunden, Mitarbeitern und Wegbegleitern während der Umbauphase. Gerhard Grüner bedankte sich bei der Äbtissin, die ihn bereits 2014 gefragt habe, ob er sich vorstellen könne, hier mit seiner Praxis einzuziehen. Schon tags darauf habe er zugesagt, ohne zu wissen, "auf was ich mich da einlasse." Vor allem die letzten Monate seien eine harte Zeit gewesen, "aber bezogen auf das Ergebnis, würde ich es wieder tun."

Geduldige Ehefrau

Neben der Äbtissin bedankte er sich auch bei Schwester Sophia. Beide Klosterschwestern hätten ihn in hervorragender Weise unterstützt. Dank zollte er auch Norbert König als Vertreter der AOK Bayern für die reibungslose Abnahme und Zulassung der Praxis. Für ihre Engelsgeduld bedankte er sich bei Ehefrau Sabine, "In den vergangenen Monaten waren gemeinsame Momente nicht möglich, war ich zu Hause nur Übernachtungsgast. Vor Zeugen gelobe ich hier und heute Besserung."

Für die Äbtissin war der Tag nicht nur ein besonderer, sondern gleichsam auch ein historischer. Denn am 9. Oktober 1732 sei hier das erste Bier gebraut worden. 286 Jahre später sei das alte Brauhaus eines der wertvollsten Gebäude des Klosterareals. Die Äbtissin selbst hatte ebenfalls einen ganz besonderen Tag zu feiern, denn am 3. Oktober vor 24 Jahren wurde sie zur vierten Äbtissin des Klosters Waldsassen geweiht. Für sie sei es eine besondere Freude und Ehre, dass die Segnung der Räume gerade an diesem Tag stattfinde und das altehrwürdige Gebäude einer modernen, zeitgemäßen Nutzung übergeben werde. "Was hier geschehen ist, ist eine handwerklich-architektonische Leistung, die fast an ein Wunder grenzt."

Kreuz und Gemälde

Als Einstandsgeschenk überreichte die Klosterchefin ein Bild mit dem Titel "Paradiesfalter" von Jörgen Habedank - eine Metapher die zeigt, wie die unscheinbare Raupe zum wunderschönen Schmetterling wird. Eine wunderbare Verwandlung, die hervorragend das beschreibe was aus dem ehemaligen Brauhaus aus der Barockzeit entstanden ist. Zudem überreichte sie ein Kreuz aus dem Klosterfundus, als Symbol der Verbundenheit zwischen Kloster und "Brauhaus-Physiopraxis".

Pater Benedikt Leitmayr erinnerte daran, dass wir alle älter werden und aus dem Grund auf geistige und körperliche Gesundheit achten müssen. Dazu seien auch Helfer vonnöten, die beides wieder in Bewegung brächten. "Für das erste soll das Jesus Christus sein, für das andere darf es auch der Physiotherapeut sein."

Bürgermeister Bernd Sommer sagte, "früher gab es hier heilbringendes Bier, heute wirken segensreiche Hände. Da entstehe quasi Gesundheit mitten aus dem Zentrum der Stadt heraus. "Gerhard wir liegen ja alle vor dir mit unseren Leiden", sagte er und verriet, dass er selbst, die Äbtissin und auch der Stadtpfarrer Patienten in der Praxis sind. Den Praxisinhaber charakterisierte Sommer als einen Menschen, der dass Leben nicht nur nach dem letzten Zehnerl bemisst. Freilich könne man aus einem Betrieb den letzten Euro herauspressen, aber hier gehe es auch darum dass sich jeder bei seiner Arbeit wohlfühlt, genauso wie die Patienten die hier herkommen. In solchen Fällen sei dieses letzte Zehnerl nicht mehr so wichtig, weil es sich in diesem Lebensgefühl selbst vervielfache. Als Einstandsgeschenk überreichte Sommer ein Relief mit den Türmen der Basilika.

Tag der offenen Tür

Wer sich selbst ein Bild von den neuen Praxisräumen machen will, kann das am Sonntag, 7. Oktober ab 11 Uhr beim Tag der offenen Tür.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.