Ein Pilotprojekt der besonderen Art läuft derzeit an der Mittelschule Waldsassen: Es gibt in diesem Schuljahr erstmals die Vorbereitungsklasse VK 10, die von 16 Schülerinnen und Schülern besucht wird. Allerdings hatten die jungen Leute nur bis kurz vor Weihnachten die Gelegenheit, sich ein wenig kennenzulernen. Seither muss der Präsenzunterricht ruhen. Dass in dieser Klasse der Zusammenhalt dennoch extrem hoch ist, hat einen bestimmten Grund. Die 16 Jugendlichen haben in Zusammenarbeit mit Philipp Reich vom Jugendmedienzentrum T1 im Homeschooling einen kleinen Film gedreht.
Premiere per Videokonferenz
In diesen Tagen wurde nun Premiere gefeiert - in Form einer Videokonferenz. Neben den 16 Schülern nahmen auch einige Ehrengäste teil. Mit dabei waren etwa Schulrat Rudi Kunz und in Vertretung des Waldsassener Bürgermeisters Beatrix Rustler von der Stadtverwaltung.
"Ich war skeptisch, ob das von zu Hause aus auch funktioniert", sagte Klassenleiter Markus Schuller. Umso mehr habe er über die logistische Leistung und die Kooperationsfähigkeit seiner Schüler gestaunt. Das Filmprojekt sei unter denkbar ungünstigen Umständen zu einem tollen gemeinschaftlichen Endprodukt geworden. "Ihr könnt stolz auf euch sein. Das wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht alle an einem Strang gezogen hätten", lobte Schuller, der auch den mitwirkenden Kollegen und Philipp Reich für die Mithilfe dankte.
Schülerin Vanessa Röckl ging näher auf die Grundidee, die Arbeit am Set und Einzelheiten wie beispielsweise den Schnitt ein. Von Philipp Reich gab es dann ein großes Lob für das Technikverständnis der jungen Leute. Was ihm besonders gut gefallen habe, zumal die Projektteilnehmer aus der Distanz und mit eher ungenügender Technik hätten arbeiten müssen: Jeder für sich habe bei der Arbeit bestimmte Fähigkeiten entwickelt.
"Ich bin verdammt stolz auf euch", schwärmte Schulrat Rudi Kunz. Ihn freute es sehr, dass er mit dem Film der Klasse nun ein Anschauungsobjekt habe. Denn er bekomme zu dem Pilotprojekt regelmäßig Anfragen von anderen Schulen. "Jetzt kann ich alle, die wissen wollen, was ihr macht, auf euren Film verweisen."
Pokal als Belohnung
Richtig stolz auf ihre Schüler ist auch Schulleiterin Claudia Strobel-Dietrich. Sie lobte die jungen Leute ebenso wie Kunstlehrerin Sarah-Alena Kneidl, Petra Burger und Meike Fifeik. Strobel-Dietrich zeichnet ihre Schüler sogar mit einem "Schul-Oscar" aus, der vorerst in ihrem Büro steht. "Der Pokal wartet. Ihr bekommt ihn, wenn ihr wieder hier seid", versprach sie. Wer sich den dreiminütigen Film anschauen möchte, findet den Link auf der Homepage der Schule (Kategorie Unsere Schule/Vorbereitungsklasse VK10/1 und VK10/2).
Die Vorbereitungsklasse ist neben den M-Zügen eine zweite Möglichkeit zum Erreichen der Mittleren Reife über die Mittelschule. Während der M-Zug (möglich ab der 7. Klasse bis zur 9. Klasse) mit der 10. Klasse ein Jahr anhängt, gewährt die VK 10 eine Vorbereitung auf die Mittlere Reife in zwei weiteren Schuljahren. Schüler, die sich erst ab der 9. Klasse für das Mittlere Reifezeugnis entscheiden, haben damit ein Jahr länger Zeit für die Vorbereitung.
Die VK 10, die verstärkt berufsorientiert arbeitet, wurde mit 16 Schülern zu Beginn des Schuljahrs 2020/21 eingeführt. Bisher gibt es sie in der Region nur an der Mittelschule Waldsassen. Die Schüler beenden die Mittelschule nach zwei Schuljahren mit dem Mittleren Bildungsabschluss. Es können auch Jugendliche von der Realschule, vom Gymnasium oder von der Wirtschaftsschule in die VK 10 wechseln. Voraussetzung ist ein Notendurchschnitt von 2,5, gefordert ist auch eine Vorab-Beratung an der jeweiligen Schule. Die endgültige Entscheidung, wer die Klasse besuchen kann, liegt bei der Mittelschule und beim Schulamt.
Im Rahmen der Filmpremiere stellte Claudia Strobel-Dietrich heraus, dass die Mittelschule den Unterricht digital komplett aufrechterhalten könne. Aktuell stünden 37 Leih-Laptops für Schüler zur Verfügung, die alle ausgeteilt seien. Zusätzlich habe das Lehrerkollegium sechs Tablets sowie zehn Laptops bekommen. In Planung und bereits von der Stadt Waldsassen genehmigt seien die digitale Aufrüstung aller Klassenzimmer sowie die Einrichtung von zwei neuen Computerräumen und W-Lan im gesamten Schulgebäude.
Der Distanzunterricht funktioniere hervorragend, täglich werde mit den Schülern digitaler Unterricht gehalten, so Strobel-Dietrich. Gesorgt sei auch für eine Notbetreuung mit Unterstützung von Maria Wurm. Jenen Kindern, die zusätzlich Hilfe brauchen, stünden mit Michael Mickisch und Volkmar Dinter ein Förderlehrer sowie ein Sonderpädagoge zur Seite. Bei Problemen hilft Jugendsozialarbeiterin Jennifer Schlicht, auch digital. Um den Deutschunterricht für Flüchtlingskinder sowie Kinder mit Migrationshintergrund kümmern sich Cornelia Oszlonyai, Nora Wolff und Mohammed Khello. Auch die Angebote des Ganztagsprogramms, darunter Reiten, Tanz, Theater, Musik und Sport, werden in der Mittelschule digital weitergeführt.
Infoveranstaltung per Zoom
Eine Eltern-Informationsveranstaltung über die zweistufige Vorbereitungsklasse findet am Donnerstag, 25. Februar, um 18 Uhr per Zoom statt. Der Link zur Teilnahme kann ab Montag, 8. Februar, immer vormittags per E-Mail oder Telefon im Sekretariat der Mittelschule Waldsassen angefragt werden.


















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