14.01.2020 - 12:11 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Mit Natur- und Umweltthemen voll im Trend

Das Kerngeschäft der Stiftung Kultur- und Begegnungszentrum Abtei Waldsassen (KuBZ) sind seit jeher Umweltbildung und die Bewahrung der Schöpfung und der Natur. "Damit treffen wir voll den Nerv der Zeit", sagt Äbtissin Laetitia Fech.

Im Kloster- und Naturerlebnisgarten mit dem Heilkräutergarten nach Hildegard von Bingen mit dem Bauerngarten mit Kräuterspirale und diversen Themenbereichen ist der Ort vieler Veranstaltungen im Programm des KuBZ.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Dabei habe diese Entwicklung zur Zeit der Gründung der Stiftung und der Umweltstation im Jahre 1998 niemand erahnen können, erklärte die Äbtissin bei der Vorstellung des neuen Jahresprogramms 2020 im Kloster. "Natur und Umwelt: Diese Themen liegen voll im Trend." Und Johanna Härtl, die Leiterin der Geschäftsstelle der Stiftung, ergänzte: "Das 18. Programm, das die Stiftung KuBZ und Umweltstation Abtei Waldsassen in gedruckter Form herausbringen darf, wird die Entwicklung der Stiftung fördern und weiterentwickeln."

Die Veranstaltungsreihe mit Seminaren, Kursen, Fortbildungen und Konzerten umfasst 130 Termine in fünf Themenbereichen - Religion, Musik Kultur, Natur und Bildung. Dass es für viele Veranstaltungen vor der Veröffentlichung des Programms Wartelisten gibt, mag ein Beleg für die Qualität der Angebote sein: Teilnehmer vergangener Kurse lassen sich vormerken für die Neuauflage des Angebots.

"Damit belohnen wir die Leute, die seit Jahren immer wieder dabei sind", erklärte Johanna Härtl. Dies gilt etwa für den Orgelimprovisationskurs Anfang September mit Professor Franz Josef Stoiber. Vorreservierungen gibt es auch für den Motorsägenkurs im März.

Vorgemerkte Teilnehmer

Auch Äbtissin Laetitia Fech führt eine Liste mit den Namen der Interessenten für die Ruhegebetskurse im August. Und selbst für den Kräuterführerlehrgang, der die Wochenenden im Sommerhalbjahr beansprucht, sind schon Interessenten vorgemerkt. "Wir haben ein schönes Programm, mit Altbewährtem aber auch neuen Dingen", sagte die Äbtissin ein Dankeschön an Johanna Härtl und ihrem Team. "Ihr seid sehr fleißig und kreativ gewesen."

Einige neue Angebote der Abtei Waldsassen verspricht die Säule "Religion": Äbtissin M. Laetitia Fech, die seit Anfang Dezember ärztlich zertifizierte Fastenbegleiterin ist, bietet zur Fastenzeit "Klosterfasten" an. Zudem lädt die Ordensschwester zu drei Tagen Pilgern auf dem "Via Porta" Weg ein. Daneben bietet die Chefin des Klosters Waldsassen, die inzwischen auch zertifizierte Pilgerbegleiterin ist, eine gemeinsame Pilgertour entlang des künftigen Jerusalem-Weges im Stiftland an, der auf der "Via Porta"-Route verläuft.

Die Säulen "Kultur" und "Bildung" bieten eine Fülle von Angeboten - von einer Tanzwerkstatt unter dem Titel "Füßchengrüße" und weiteren Kreativkursen über musikalische Workshops bis hin zu praktischer Lebenshilfe: "Wir haben eine Idee aus dem Arbeitskreis Kultur aufgenommen", informierte Johanna Härtl bei der Präsentation über den Vorschlag aus den Reihen des Kuratoriums der Stiftung. Dabei solle Menschen die Angst vor eigentlich alltäglichen Dingen genommen werden.

Unter dem Motto "Was wäre wenn ...?" gibt es etwa Vortragsabende zu den verschiedensten Themen. Beendet wird die Reihe im Autohaus Motor-Nützel in Waldsassen mit dem Thema "Was wäre wenn ...? mein Auto streikt oder ich einen Unfall habe?". Zur besonderen Bier-Entdeckungsreise ,,Von Altbier mit Almkäs bis Zoigl mit Zartbitter" lädt Johannes Tippmann, laut Ausschreibung "Bierexperte und Botschafter des Bierausschanks" Ende August ein.

Zur Ruhe kommen

Ein Schwerpunkt im Programm sind auch Angebote, bei denen Teilnehmer zur Ruhe kommen können und zur Achtsamkeit mit sich selbst angehalten werden, "ein wichtiges Thema in der heutigen Zeit", erklärte die Äbtissin. In der Broschüre grün markiert sind die Termine der Säule "Natur", die die Umweltstation anbietet. Ein Schwerpunkt sind die Ausbildungsreihen zum Kräuterführer und zum Mentor für Garten und Natur. Außerdem präsentiert sich die Einrichtung wieder mit drei größeren Veranstaltungen - einem Kräuterfest, mit einem besonderen Angebot zum Bürgerfest und mit der Obstbörse, die eingebettet ist in die Eröffnung der Erlebniswochen Fisch.

Friedensgarant Europa

"Wir haben schon immer eine starke Verknüpfung zwischen Kloster und Stadt und umgekehrt", verwies Bürgermeister Bernd Sommer auf die besondere Situation in Waldsassen. In diesem Jahr sei der Rückblick auf den Fall des Eisernen Vorhangs vor drei Jahrzehnten ein prägendes Ereignis, "direkt vor der Haustüre Waldsassens", so Sommer. "Das hat die Region in einen Wandel gestürzt." Das Jubiläum solle festlich begangen werden, kündigte Sommer an und nannte die Europawoche Ende Juni, auch mit Veranstaltungen des Klosters. "Wir wollen ein bisserl auf Europa hinweisen", so der Bürgermeister über den Hintergrund der Veranstaltung. Dies gehe auch in die Politik hinein, "gerade bei uns, wo sich alles so positiv ausgewirkt hat." Auch der künftige Jerusalem-Weg, der alle europäischen Länder verbinden soll und an den Waldsassen über den Via-Porta-Pilgerweg angebunden werden soll, zeige in diese Richtung.

Im Rückblick lasse sich uneingeschränkt sagen: "Europa ist unser großer Friedensgarant!" Darauf sollen auch die Jüngeren und die Jungen hingewiesen werden, auch mit besonderen Veranstaltungen, so Sommer über die Konzertabende am Basilikaplatz unter freiem Himmel und einem Festgottesdienst in der Basilika mit Gästen aus den Partnerstädten Waldsassens.

Baumwartin Katharina Hage demonstriert bei einem Praxiskurs Mitte März naturgemäße Kronenpflege am Obsthochstamm.
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Garten-Stammtisch in der Umweltstation

"Wir wollen versuchen, ob da was zusammengeht", erklärte Johanna Härtl, Leiterin der Umweltstation, das neue Projekt in diesem Jahr - den Garten-Stammtisch. Ein solches Angebot war in den vergangenen Jahren immer wieder nachgefragt worden. Garten- und Gartenbau-Themen sollen bei den regelmäßigen Treffen im Mittelpunkt stehen. Start ist am Dienstag, 21. Januar, mit einem Saatgut-Tausch. "Es ist daran gedacht, dass sich eine Gruppe von Interessierten bildet und sich alle zwei Monate trifft." Dabei werde die Umweltstation auch ihre Saatgutbank öffnen. "Wir haben einige Schätze", verrät Johanna Härtl. Darin seien auch Sorten vertreten, die in normalen Geschäften nicht erhältlich sind. Bei den Stammtischen sollen jeweils besondere Themen im Vordergrund stehen - etwa Jungpflanzen oder der Tausch von Pflanzen. Im Herbst ist laut Johanna Härtl eine Schnippel-Party geplant. "Dort wird die Ernte zusammen verarbeitet und verspeist." Der Garten-Stammtisch soll eine kleine Runde bleiben; der sprichwörtlich "rote Faden" soll der Austausch von Tipps zum Gartenbau sein. Beim ersten Treffen soll erörtert werden, welche Themen interessieren.

Beim Kräuterfestival zum Tag der offenen Gartentür Ende Juni ist Johanna Eisner (Bild) mit einer Führung durch den Hildegard-Garten dabei.
Sandra Ernst aus Münchenreuth wird einen Abend in der Reihe "Stiftländer im Ausland erzählen" gestalten.
Johannes Tippmann, „Bierexperte und Botschafter des Bierausschanks“, ist ebenfalls mit einem Kursangebot im Programm vertreten.

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