12.11.2019 - 14:58 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Rasant durchs Internet

In der weltweiten Liste der durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeit der Internetanschlüsse führt Südkorea mit 28,6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), Deutschland liegt auf Platz 25 mit 15,3 Mbit/s. In Waldsassen geht's deutlich schneller.

Sebastian Krysa, Projektleiter Planung Glasfasernetze bei der Breitbandberatung Bayern, gab in der Sitzung des Stadtrats am Montag einen Überblick über die Entwicklung in den vergangenen Jahren und über die aktuelle Situation. „Es gibt keinen Handlungsbedarf“, so der Sprecher.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Im Stadtgebiet inklusive der eingemeindeten Ortschaften flutschen die Daten im Schnitt mit 113 Mbit/s durch die Leitung. Mit beeindruckenden Zahlen wartete Sebastian Krysa in der jüngsten Sitzung des Stadtrats auf. Im großen Rathaussaal schilderte der Projektleiter für die Planung der Glasfasernetze bei der Breitbandberatung Bayern die einzelnen Ausbaustufen in den vergangenen Jahren seit 2010.

Kein Handlungsbedarf

Es heiße immer, Deutschland sei beim Internet hinten dran, so Krysa. Doch er widersprach im selben Atemzug dieser Meinung: Die "magische Zahl" von 30 Mbit/s werde im Stadtgebiet Waldsassen in 99 Prozent der Haushalte erreicht. "Es gibt keinen Handlungsbedarf", erklärte Krysa zur Situation in der Stadt Waldsassen. Zum Vergleich: 2010 verfügten lediglich 2 Prozent über eine Internet-Geschwindigkeit von mehr als 30 Mbit/s. Mit der Unterstützung von neuartigen Technologien könnten inzwischen auch abgelegenere Ortsteile über höhere Übertragungsraten verfügen, wie etwa Pechtnersreuth.

Aktuell, so Krysa, müssten lediglich elf Haushalte mit einer Übertragungsrate unterhalb von 30 Mbit/s auskommen. Der Experte riet dazu, die Internet-Geschwindigkeit zu diesen Gebäuden in nächster Zeit möglicherweise über Förderprogamme zu optimieren.

"Man kann der Stadt Waldsassen eine nachhaltige Breitband-Infrastruktur attestieren, auf der man aufbauen kann", erklärte Sebastian Krysa. Mitunter auf Nachfrage von Rudolf Böhm (CSU) begründete der Experte den hohen Durchschnitt in Waldsassen mit der hohen Dichte von Kabelanschlüssen vor allem im Stadtgebiet: Über diese bereits vorhandenen Leitungen sei schon vor Jahren eine hohe Übertragungsrate von bis zu 100 Mbit/s möglich gewesen. In der Diskussion später wurde deutlich, dass erst dies den Wettbewerb befeuert habe und andere Netzbetreiber nachgezogen seien. "Der Breitbandausbau wird eine Daueraufgabe bleiben", erklärte Bürgermeister Bernd Sommer "Die Technik schreitet voran". Der Ausbau wäre ohne Förderprogramme nicht möglich gewesen.

Übertragungsprobleme

In der Diskussion monierten vor allem Claudia Legat (CSU) und Monika Gerl (SPD) Probleme bei der Datenübertragung, konkret Verbindungsabbrüche. Krysa riet stets zur Kontaktaufnahme mit dem Netzbetreiber. Nur dieser sei zuständig bei Problemen mit der Datenübertragung, nicht die Kommune. "Der Bürger muss selbst aktiv werden", sagte Krysa und sprach von drei Kernfragen, die es bei Problemen zu beantworten gilt: Es sei zu prüfen, ob der Netzbetreiber der richtige sei, ob der Tarif noch stimme und ob die Hardware - also die für die Datenübertragung erforderlichen Geräte - noch den Anforderungen entspricht.

Claudia Legat bittet darum, dass Gewerbetreibende, bei denen Probleme mit der Internetverbindung zu Schwierigkeiten im Geschäftsbetrieb führen, sich dennoch bei der Stadt melden. Man wolle so erfahren, ob Probleme bei Kartenzahlungen oder anderen Vorgängen vor Ort gehäuft auftreten.

Nützliche Infos im Internet:

Sebastian Krysa sprach in der Sitzung des Stadtrats von Adressenlisten, in denen sich die mögliche Übertragungsrate einsehen lasse. Die Dateien lägen der Stadtverwaltung vor. Außerdem verwies der Sprecher auf eine Internetseite mit vielen nützlichen Informationen über die Ausbauabschnitte und speziell über die aktuelle Situation vor Ort (www.bitratenkarte.de/tir/waldsassen).

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