24.04.2019 - 11:42 Uhr
WaldsassenOberpfalz

"Regenwürmer wichtigste Gartenmitarbeiter"

Permakultur-Akivist Erwin Strama aus Neusorg zeigt in Waldsassen die Selbstherstellung der Wundererde "Terra Preta". Dabei gibt er noch weitere hilfreiche Tipps für die Gartenarbeit.

Obstbaum- und Heckenabfälle werden von den Teilnehmern zusammengeschnitten, ehe sie zu Holzkohle verwandelt werden. Links der Leiter dieses Workshops, Erwin Strama.
von Konrad RosnerProfil

16 Männer und Frauen kamen zum Vortrag über die Herstellung und Gewinnung der sogenannten "Schwarzen Erde", der "Wundererde Terra Preta". Permakultur-Aktivist Erwin Strama aus Neusorg informierte und unterrichtete die Teilnehmer in Theorie und Praxis, wie man im heimischen Garten "Terra Preta" gewinnen und selbst herstellen kann.

"Terra Preta" ist eher ein Zufallsprodukt. Den Namen verdankt die schwarze Erde wohl ihrem Aussehen: Denn sie besteht zu einem hohen Anteil aus Holzkohle, die selbst kein Düngemittel oder Pflanzennährstoff ist. Dennoch ist die Holzkohle wichtig, denn sie dient als eines von drei Elementen als Stabilisator dieser besonders fruchtbaren Erde. Durch ihre poröse Struktur kann die Holzkohle sehr viele Nährstoffe binden und so Ansiedlungsplatz für Mikroorganismen sein. Die wiederum wandeln die Nährstoffe in Humus um. So entsteht eine gesunde und ertragreiche Erde.

Die Holzkohle wirkt dabei laut Strama wie ein Schwamm, in dem die Kleinstlebewesen leben und Pflanzenabfälle in Humus umwandeln. Dieser Schwamm dient zudem als eine Art Depot, in dem der Verrottungsprozess immer wieder neu vorangeht. Gerade in der ökologisch so wertvollen Kreislaufwirtschaft sei "Terra Preta" ein Paradebeispiel dafür, wie ressourcenschonend gearbeitet werden könne. Denn die Wundererde werde aus pflanzlichen Abfällen wie dem Hecken- oder Obstbaumschnitt gewonnen. Auch Küchenabfälle oder sogar Fäkalien könnten beigemischt werden. Durch die Holzvergasung könne dann nicht nur Wärme, sondern auch die Biokohle gewonnen werden.

Strama stellt "Terra Preta" seit einigen Jahren für die Eigennutzung selbst her. Er verwies zudem darauf, dass sich in Gegenden, in denen "Terra Preta" abgebaut und als Gartenerde verkauft wird, die verbliebene Erde wieder regenerieren könne. "Terra Preta" sei für Selbstversorger eine interessante Alternative, wenn es gilt, im heimischen Garten eine ertragsreiche Ernte einzufahren.

Im Waldsassener Naturerlebnisgarten wurde schon vor einigen Jahren eine "Terra Preta"-Fläche angelegt. Dass diese Erde arbeitet und lebt, zeigte Strama anhand eines Beispiels. Mit einem Spaten stach er in die schwarze Erde. Eine Vielzahl von Regenwürmern war zu sehen - ein Zeichen dafür, dass diese Erde lebt. Denn die Regenwürmer seien "die wichtigsten Gartenmitarbeiter", erzählte der frühere Geschäftsführer der Marktredwitzer Lebenshilfe. Sie lockerten die Erde auf. Er halte deshalb auch nichts vom Umstechen der Erde, damit werde eher der Naturhaushalt durcheinander gebracht.

Strama erklärte, dass man Kartoffeln keineswegs, wie es Jahrhunderte gemacht wurde, in Beete legen und dann die Erde anhäufen solle. Es reiche, eine kleine Rinne in die Erde zu ziehen, die Kartoffeln reinzulegen und dann mit Erde wieder zu schließen. Wichtig sei auch, getrocknetes Heu daraufzulegen - und schon würden in diesem Biotop die schönsten Kartoffeln wachsen.

Erwin Strama zeigt den Teilnehmer des Workshops im Naturerlebnisgarten eine schwarze Erde, die mit Heu bedeckt ist. In dieser Erde fühlen sich die Regenwürmer so richtig heimisch.
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