Waldsassen
03.05.2023 - 16:21 Uhr

Soldatenbund-Präsident plädiert in Waldsassen für stärkere Wehrfähigkeit der Bundeswehr

Die Soldatenkameradschaft feierte das 140-jährige Bestehen des Ortsverbands Waldsassen: Vormittags Gottesdienst und Kranzniederlegung, nachmittags der Festnachmittag. Dort fielen deutliche Aussagen zur Bedeutung der Bundeswehr.

Kein Geringerer als der Präsident des Bayerischen Soldatenbundes 1874 (BSB), Oberst a.D. Richard Drexl, war zum Festnachmittag der Soldatenkameradschaft Waldsassen gekommen. Die Ortsgruppe feierte im Gasthof „Bayerischer Hof“ ihren 140. Geburtstag. Höhepunkt des Nachmittags war die Ernennung von Adolf Mohr zum Ehrenmitglied. Mohr wurde zudem für 45 Jahre Vereinstreue ausgezeichnet.

Vorsitzender Gerhard Franke freute sich, dass zu diesem Nachmittag auch Ehrengäste gekommen waren. Landrat Roland Grillmeier verwies auf die große Tradition der Waldsassener Soldatenkameradschaft, die noch im damaligen Kaiserreich gegründet worden sei. Nicht unerwähnt ließ er, dass die Kameradschaft zwei Katastrophen, zwei Weltkriege, hinter sich gelassen habe. In den letzten Jahrzehnten, so Grillmeier, meinte man, dass man keine Bundeswehr mehr brauche, denn es gebe keine Feinde mehr. „Doch dann kam der Krieg in der Ukraine.“ Jetzt sei alles wieder anders. Dennoch gehe er davon aus, dass der Wehrdienst nicht wieder eingeführt werde. Dennoch sei die Bundeswehr dazu da, den Frieden zu sichern. Soldaten- und Reservistenverbände hätten in Deutschland eine starke Tradition. Grillmeier verwies darauf, dass aktuell rund 1700 Flüchtlinge im Landkreis leben. „Wir haben schwere Zeiten.“

Wertschätzung für Soldaten

Bürgermeister Bernd Sommer zeigte sich beeindruckt, dass die Soldatenkameradschaft ihr Jubiläum gebührend feiere, dazu gehören auch der Festgottesdienst mit anschließender Kranzniederlegung bei „Kaiserwetter“. Sommer dankte der Soldatenkameradschaft, dass sie bei offiziellen Terminen wie dem Volkstrauertag immer zugegen sei. „Vor dem Ukraine-Krieg waren viele zu naiv. Diese Naivität hat uns erschreckt.“ Sommer sah das Jubiläum als Anlass, aus der Geschichte zu lernen und den Soldaten die gebührende Wertschätzung entgegen zu bringen.

Im Anschluss daran ging Bruno Salomon kurz auf die 140-jährige Geschichte der Soldatenkameradschaft Waldsassen ein. Salomon betonte, dass es auch heute noch in Waldsassen mehrere Kameradschaften gebe. Diese arbeiteten untereinander hervorragend zusammen.

Kein Eid auf Regenbogenfarben

Der Präsident des Bayerischen Soldatenbundes (BSB), Oberst a.D. Richard Drexl, sah es als große Ehre, beim Jubiläum dabei sein zu dürfen. Er verwies auf die rund 60.000 Mitglieder im Soldatenbund; auch in jüngeren Vereinen, mit steigender Mitgliederzahl. Der Bayerische Soldatenbund werde am 11. Mai 2024 das 150-jährigen Bestehen feiern.

Zur aktuellen Lage merkte der Sprecher an, dass die Soldaten auf die schwarz-rot-goldene Flagge vereidigt worden seien und nicht auf Regenbogenfarben. Er könne die Diskussion nicht verstehen. Für die Soldatenkameradschaften sei die Brauchtumspflege sehr wichtig, deshalb gebe es sogar eine Satzungserweiterung. Drexl stellte weiter fest: „Heute müssen wir uns um die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie kümmern.“ 2003 habe man der Bundeswehr die Aufgabe der Landesverteidigung weggenommen. Blauäugig sei es gewesen zu glauben, die Grenze seien offen und man sei nur von Freunden umgeben. Das Sparen an der Bundeswehr räche sich "und wird nun sehr teuer".

Umdenken in der Politik

Der Präsident sah ein Umdenken in der Politik. Mit Begeisterung habe er vernommen, dass ein „Tag der Militärtradition“ eingeführt werden soll, „ein hoffnungsvolles Zeichen“. Die Bundeswehr, so Drexl, müsse sich wieder wehrfähiger aufstellen.

Gemeinsam mit dem Bezirksvorsitzenden Horst Embacher und dem Kreisvorsitzenden sollten dann noch drei treue Mitglieder geehrt werden, von denen jedoch nur Adolf Mohr anwesend war. Für 45 Mitgliedsjahre hätte Karlheinz Hoyer geehrt werden sollen; dieser war beim Maibaumaufstellen. Für 30 Jahre Vereinstreue sollte Thomas Hammerer geehrt werden.

Abschließend überreichten Vorsitzender Gerhard Franke und sein Stellvertreter Alois Kirschbaum 1000 Euro für das Sozialwerk des Bayerischen Soldatenbunds, den Scheck übergaben sie an BSB-Präsident Richard Drexl. Drexl verwies darauf, dass dieses Sozialwerk bedürftige Mitglieder immer wieder mit kleinen Gaben unterstütze.

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Waldsassen14.04.2023
 
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