14.02.2021 - 12:51 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Stadtpfarrer hält Faschingspredigt in der Basilika Waldsassen

Stadtpfarrer Thomas Vogl bei seiner Faschingspredigt in der Basilika.
von Externer BeitragProfil

Einen Gottesdienst der etwas anderen Art erlebten die Gläubigen am Sonntagvormittag in der Basilika. Stadtpfarrer Thomas Vogl hielt dabei in Mundart eine Faschingspredigt. Und damit sorgte er für Heiterkeit - er habe trotz der Masken das Lachen auf den Gesichtern vernommen, freute sich Vogl am Ende.

"Zunächst a Hinweis vom zuständigen Gesundheitsamt. Als Allgemeinverfügung werd heit bekannt: Lautes Lachen is heit ned erlaubt, weil's do so vuil Aerosole außa staubt. Ah, Schmarrn, für's Singa is des nur verboten. Lacha, des is heit geboten", betonte Vogl zum Einstieg in die Predigt. "Grod in dera bled'n Corona-Zeit, braucht's doch a a Portion Heiterkeit", stellte Vogl klar.

Natürlich griff er auch das Thema Masken auf: "Bei de Alltagsmasken hod ja direkt d'Mode no a Rolle g'spuilt, und wos hob'n mia uns auf unsere mit'm Basilikawapp'n all's eibuildt. In Wien hod a Bestatter auf d'Masken g'schrieb'n den Satz ,Corona leugnen sichert meinen Arbeitsplatz.' Typisch Wiener Humor is des ganz g'wiß, de machan mit'm Tod koa G'schieß."

Nicht fehlen in der Predigt durften einige Politiker: "Da Söder oba hat g'sagt: ,So geht des mit dene Masken nimma weiter, a FFP2-Masken muaß aitz sei, de san nämlich g'scheiter.' Doch selbst bei FFP2 gibt's Unterschiede feine, damit jeder a erkennt de seine. Der Söder hod ja a oane mit'm Bayernwappen verziert. Damit klar ist, dass er und ned der Aiwanger s'Land regiert. Schau ma mal, wann's mit der Koalition is vorbei. Doch dem Virus is des eh ganz oanerlei."

Kritisch beleuchtete der Stadtpfarrer auch die Problematik um die Impfstoff-Verfügbarkeit und die Schwierigkeiten bei der Terminvergabe. Aufs Korn nahm er zudem die begrenzte Wirksamkeit technischer Lösungen: "Ganz zu schweigen vo da Corona-App, do reimt's eigentle nur no ... . Des sog I oba aitza freile ned."

Vogl warnte aber vor ungerechtfertigter Schelte, rief zu Gottvertrauen auf und meinte: "Weniger Hochmut oder goar Übermut, und mehr Demut und frohen Lebensmut." Am Ende betonte er: "Und so woll'ma mit'nanda weitergeh'n, und werd'n a diese Zeit besteh'n. Dann is ,Corona' hoffentlich wieder bloß a Bier, a Heilige Märtyrerin und die hohe Versammlung hier. Wir geb'n ned auf, wir halt'n zam! So soll's sei, in Gottes Nam'!

Für die musikalische Gestaltung sorgte das Trio "Izefiretti" (übersetzt "Frühlingslüftchen") mit Susanne Kaiser (Barockharfe), Beate Hariades (Sopran und Traversflöte) und Regina Frank (Zither). Zu hören waren Werke von Monteverdi, Vivaldi, Caldara und Zelenka.

Das Trio "Izefiretti" (übersetzt "Frühlingslüftchen"), bestehend aus (von links) Susanne Kaiser (Barockharfe), Beate Hariades (Sopran und Traversflöte) und Regina Frank (Zither), gestaltete den Gottesdienst musikalisch.

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