12.05.2019 - 16:40 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Tagesmütter und Familienpaten gesucht

Die Familienbeauftragte der Kommunen im Landkreis tauschten sich im neuen Rathaus in Waldsassen über ihr Arbeitsumfeld aus.

Bürgermeister Bernd Sommer und die Waldsassener Familienbeauftragte, Daniela Männer (links), begrüßten Marianne Fütterer und Pia Kürschner (von rechts) von der Koordinierten Kinderschutzstelle (KoKi).
von Ulla Britta BaumerProfil

Die Familienbeauftragten der Kommunen im Landkreis tauschten sich im neuen Rathaus in Waldsassen über ihr Arbeitsumfeld aus. Eingeladen dazu hatte KoKi, das "Netzwerk frühe Kindheit" am Landratsamt. Bürgermeister Bernd Sommer sperrte für die Gäste den neuen Rathaussaal auf. Am Runden Tisch gab er auch einen kurzen Abriss über die Sanierungsarbeiten im denkmalgeschützten Verwaltungsbau.

Bernd Sommer freute sich, auch zwei Männer unter den vielen Frauen begrüßen zu können. "Hier dürfen wir Männer endlich einmal den Spieß umdrehen und eine Männer-Quote beantragten", scherzte er. Der Bürgermeister betonte, dass es in Waldsassen bereits seit zehn Jahren Familienbeauftragte gebe. Zuerst seien diese ins Amt des Jugend-, Behinderten- und Seniorenbeauftragten integriert gewesen. Zum Service für junge Familien nannte er die Infrastruktur mit sämtlichen, erforderlichen Bildungseinrichtungen. Tatsächlich gebe es in seinem Büro eine Akte "Familien", um deren Belange nie aus den Augen zu verlieren.

25 Tagesmütter

Pia Kürschner und Marianne Fütterer von der Koordinierten Kinderschutzstelle (KoKi) bedankten sich insbesondere bei Daniela Männer für die Organisation. Daniela Männer ist seit zwei Jahren Familienbeauftragte der Klosterstadt und absolviert gerade ihre Ausbildung zur Erzieherin im Städtischen Kindergarten. Pia Kürschner begrüßte als neue Familienbeauftragte für den Markt Konnersreuth die Sozialpädagogin Andrea König. Martina Fuhrmann vom Jugendamt informierte über Tagespflege. Aktuell seien im Landkreis 25 qualifizierte Tagesmütter tätig, die sich in einer 100-stündigen Ausbildung auf ihre Aufgaben vorbereitet hätten. Die Vertragsmodalitäten mit den Familien liefen über das Jugendamt. Die Tagesmütter würden auch vom Amt bezahlt.

Als einen Wermutstropfen nannte Fuhrmann die Bezahlung mit gerademal 3,50 Euro in der Stunde, wenn die Tagesmutter nur ein Kind in Betreuung hat. Es gebe aber Tagesmütter, die bei fünf zu betreuenden Schützlingen durchaus mit der Entlohnung zufrieden seien. Mehr als fünf Kinder seien nicht möglich. "Wer bereits drei eigene hat, kann nur zwei dazu nehmen", so Fuhrmann.

Die Ausbildung und jährliche Fortbildungen liefen über das Jugendamt und müssten von den Frauen selbst bezahlt werden. Jedoch würden die Kosten beim ersten Vertrag rückerstattet. Alle Tagesmütter seien selbstständig und selbst versichert, erklärte Fuhrmann. Grund für die Entscheidung als Tagesmutter zu arbeiten sei größere Flexibilität. Als Beispiel nannte Fuhrmann eine Tagesmutter, die das Kind früh zu sich nehme, dann in den Kindergarten bringe und auch wieder abhole, weil die Eltern sehr früh aus dem Haus müssten. Dies sei natürlich mit Mehrkosten verbunden. Fuhrmann wünschte sich mehr Tagesmütter und appellierte an alle, sich nach potenziellen Neubewerberinnen umzuhören.

Projekt Familien-Paten

Als eine gut angelaufene Neuerung bei der KoKi sprach Pia Kürschner bei der Familienbetreuung den ehrenamtlichen Einsatz einer externen "Oma" oder "Tante" an. Vier sogenannte Familien-Patinnen seien bereits unterwegs. Dieses Vertrauensverhältnis habe in einer Familie dazu geführt, dass eine Familien-Patin nun die richtige Patin des zweiten Babys werde. Auch hier bat Kürschner um Werbung, um neue Familienpaten zu finden. Nach dem offiziellen Teil tauschten sich die Anwesenden über ihre individuelle Arbeit in ihren Kommunen aus.

Die Familienbeauftragten im Landkreis tagten erstmals in Waldsassen und durften den neuen Rathaussaal dafür nutzen.
Martina Fuhrmann vom Jugendamt (re.) referierte über Tagespflege.

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