Eine schreckliche Gewalttat Anfang Dezember hielt den Landkreis Tirschenreuth in Atem. Ein 67-Jähriger hatte in Waldsassen einen 64-Jährigen erschossen. Dieser Fall war auch beim Sicherheitsgespräch im großen Sitzungssaal des Rathauses Waldsassen kurz Thema. Die Bürgermeister der Kommunen im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Waldsassen hörten von Harald Fuchs und seinen Mitarbeitern, „was uns 2025 bewegt hat“, wie der Polizeichef sagte.
„In unserem Dienstbereich lebt es sich sicher“, stellte Fuchs fest und erläuterte, dass in die Statistik ausschließlich Fälle einfließen, die 2025 abschließend ermittelt wurden. Fälle, bei denen auch im Folgejahr noch ermittelt wird, sind dann in der Statistik 2026 enthalten. Das gilt auch für das Tötungsdelikt im Dezember 2025: „Ein sehr dramatisches Ereignis“, erinnerte der Polizeichef. Der Tatverdächtige sei nach wie vor in Untersuchungshaft; die Kripo führe weiterhin Ermittlungen.
Rückgang bei Fahrraddiebstählen
Neben Erstem Polizeihauptkommissar Harald Fuchs ging auch Polizeihauptkommissar Klaus Dockter als Leiter der Grenzpolizei-Gruppe der Inspektion auf die Zahlen ein. Eine Auffälligkeit dabei: Der größte Anteil der 1730 Vorgänge, die in der Kriminalstatistik erfasst sind, entfällt aufs Stadtgebiet Waldsassen (1373). Bei Kontrolldelikten im Zusammenhang mit der grenzüberschreitenden Kriminalität sei der Täter sofort bekannt.
Ein wichtiges Signal sei auch, dass die im Zuständigkeitsbereich untergebrachten Asylbewerber keine nennenswerten Probleme verursachten, so Fuchs in seinem Bericht. Dockter erklärte, dass illegale Migration in der Statistik eine untergeordnete Rolle spiele. Zum Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion gehört neben Waldsassen Mitterteich, Bad Neualbenreuth, Konnersreuth, Pechbrunn und Leonberg.
Bei der Gesamtkriminalität machen Delikte im Diebstahlsbereich den größten Block aus, so Fuchs. Auf Nachfrage informierte er, dass zu den 1554 geklärten Taten 1269 Strafverdächtige ermittelt worden sind; davon sind 500 „Nichtdeutsche“, wie es in der Statistik heißt. Einen hohen Rückgang weist die Statistik bei den Fahrraddiebstählen aus – um 63 Prozent auf 13, bei einer Aufklärungsquote von knapp 54 Prozent.
Sorge wegen Schockanrufen
Wiederholt wurde im Gespräch darauf hingewiesen, dass die Bevölkerung wachsam sein soll; die Polizei sei auf Hinweise angewiesen. „Das steigert unsere Chancen“, so Fuchs über die Ermittlungserfolge. Bürgermeister Johann Burger (Leonberg) hinterfragte die Zulässigkeit von Kameraüberwachungen und nannte konkret den gemeindlichen Container-Stellplatz. Videoaufzeichnungen im öffentlichen Raum, so Fuchs dazu, müssten sorgfältig abgewogen werden.
„Das macht uns große Sorgen“, sagte Fuchs über das Thema Schockanrufe und sprach von einem Phänomen. Unter Stress handelten Menschen nicht mehr rational, was Betrüger bei Senioren ausnutzten. Polizeihauptkommissar Daniel Ulrich, in der Inspektion verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit, verwies auf die Präventionsarbeit in diesem Bereich seit den 1990er Jahren. „Aber die Masche funktioniert immer noch.“
Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Waldsassen
- Im Jahr 2025 sind 4604 polizeirelevante Vorgänge von der Polizeiinspektion Waldsassen bearbeitet, davon wurden 1730 Vorgänge zur Statistik gemeldet – 1,8 Prozent (31 Fälle) weniger als im Vorjahr.
- Die Aufklärungsquote liegt bei 89,8 Prozent (1554 Vorgänge), was einem leichten Anstieg (0,5 Prozent) gegenüber 2024 entspricht. Es ist der zweithöchste Wert der zurückliegenden zehn Jahre.
- Verteilung der Straftaten: Waldsassen 1373 (49 weniger als 2024), Mitterteich 248 (38 mehr), Pechbrunn 28 (minus 15), Konnersreuth 30 (minus 3), Bad Neualbenreuth 41 (minus 2), Leonberg 10 (minus 4).














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.