10.08.2019 - 15:42 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Trauer um Siegfried Achatz

Am Ende waren Krankheit und Tod doch stärker. Siegfried Achatz, Seniorenbeauftragter der Stadt Waldsassen und auch sonst im öffentlichen Leben vielseitig engagiert, ist am Samstag gestorben.

Siegfried Achatz, Seniorenbeauftragter der Stadt Waldsassen, ist am Samstag im Alter von 78 Jahren gestorben.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Am Ende waren Krankheit und Tod doch stärker. Siegfried Achatz, Seniorenbeauftragter der Stadt Waldsassen und auch sonst im öffentlichen Leben vielseitig engagiert, ist am Samstag gestorben.

Nach der Diagnose im Frühjahr 2015 hatte "Siegi", wie ihn Freunde und Wegbegleiter nennen durften, tapfer und unermüdlich gegen die heimtückische Erkrankung gekämpft. Seither gab es Höhen wie Tiefen. Doch Siegfried Achatz ließ sich nicht beeindrucken von den Folgen der Behandlung. Und er wollte sich auch gar nicht anmerken lassen, wie es um ihn wirklich stand. Er machte unermüdlich weiter und erfreute sich der Lebenszeit, die ihm noch geschenkt war. Doch in den vergangenen Wochen und Monaten verschlimmerte sich der Gesundheitszustand des 78-Jährigen zusehends. Um Siegfried Achatz trauern seine Frau Maria sowie die Söhne Siegfried und Wolfgang mit ihren Angehörigen. Die Harmonie in der Familie wie mit Freunden und Bekannten war Siegfried Achatz immer wichtig. Er wusste bei Meinungsverschiedenheiten seinen Standpunkt zu vertreten, wirkte aber stets ausgleichend und suchte Streit zu vermeiden.

Siegfried Achatz kam an Heiligabend 1940 zur Welt, um fünf Uhr früh im Krankenhaus Waldsassen, wie er immer erzählte. Dass sein Ehrentag mit der Geburt Christi zusammenfiel, wusste der tiefreligiöse Siegfried Achatz auch als Auszeichnung zu bewerten, die es auch immer besonderes zu würdigen galt.

Ins elterliche Lebensmittel-Feinkostgeschäft stieg der junge Siegfried 1955 ein und lernte Einzelhandelskaufmann. 1970 übernahm Achatz das Geschäft, das er bis zur Aufgabe 2003 führte. Daneben war Achatz Aufsichtsrat der ehemaligen Edeka-Handelsgenossenschaft Marktredwitz, war von 1997 bis 2002 Aufsichtsratsvorsitzender und gehörte viele Jahre dem Aufsichtsrat der Edeka-Zentrale in Hamburg an.

Seit Juni 2012 war Achatz Seniorenbeauftragter der Stadt Waldsassen, als Nachfolger von Walter Tippmann, der das Ehrenamt krankheitshalber niederlegen musste. Achatz hinterlässt in der Seniorenarbeit eine große Lücke: Vor allem die regelmäßigen Ausflugsfahrten, die Achatz hervorragend organisierte, hatten einen Kreis treuer Teilnehmer.

Siegfried Achatz hatte große Freude an der Musik. "Singen gehört zum Leben und zum Wohlfühlen", sagte er einmal. Dies bereicherte stets das Zusammensein mit ihm und bescherte Wegbegleitern und Freunden unvergessliche Stunden. Schon im zarten Alter von elf Jahren begann er unter der Leitung von Viktor Ballon die Ausbildung als Sängerknabe. Seit dieser Zeit gehörte Siegfried Achatz dem Waldsassener Basilikachor an. Noch bis wenige Wochen vor seinem Tod und bereits gezeichnet von seiner Krankheit erklomm er die vielen Stufen hinauf zur Empore der Basilika, um bei "seinem" Chor sein zu können.

Viele Jahrzehnte musizierte Siegfried Achatz als Bariton im Männergesangverein Waldsassen und gehörte außerdem der Choralschola der Basilika an. Einige Jahre war Achatz aktives Mitglied im Musiktheater der Kreismusikschule. Auch das komödiantische Talent von Siegfried Achatz war eine Bereicherung - auf der Musiktheaterbühne wie im kleineren und privaten Kreis, wenn sich der Anlass dazu bot.

Unvergessen etwa bleibt, wenn Siegfried Achatz alte Wiener Lieder anstimmte, dabei Hans Moser gab, ihn täuschend echt parodierte. Häufig geschah dies in geselliger Runde, oft auch zu vorgerückter Stunde, nicht selten beim geselligen Ausklang vieler Weinseminare. Unzählige davon veranstaltete er - mit Unterstützung seiner Frau Maria - als besondere Angebote im Programm der Volkshochschule sowie in seinem Weinkeller: Den florierenden und im Landkreis weithin bekannten Weinhandel hatte Achatz eröffnet, nachdem er sein Feinkostgeschäft aufgegeben hatte.

Das Requiem ist am Freitag, 16. August, um14 Uhr in der Basilika, anschließend Beerdigung.

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