In der Vergangenheit hatten "Tschieberl" Karlheinz Hoyer und Paul Stellmach zusammen mit einem Freundeskreis und mit Unterstützung aus den Reihen des Stadtbauhof-Teams dafür gesorgt, dass es in Waldsassen am Johannisplatz einen Maibaum gibt. Beide hatten einst den Job von der örtlichen Feuerwehr übernommen.
Doch nun möchte sich Hoyer wegen seines Alters von der Aufgabe zurückziehen. Stellmach war im vergangenen Jahr überraschend verstorben. Deshalb gibt es ein Problem, das die Fortsetzung der Tradition in der Innenstadt gefährdet. Das beschäftigte auch jüngst den Stadtrat. Im Rathaus schilderte Bürgermeister Bernd Sommer die Situation und stellte fest: "Kleinigkeiten werden plötzlich ganz wichtig."
"Ihr wart das perfekte Team", sagte Sommer an "Tschieberl" gewandt und meinte damit neben dem CSU-Rat eben auch Paul Stellmach. Für dieses Jahr wäre alles wieder vorbereitet, weitgehend in der bewährten Form: Die Stadtkapelle würde für Musik und Verpflegung sorgen, die Bauhof-Leute würden sich ums Herrichten des Maibaums kümmern.
Kaum Rückmeldungen
Viele Helfer würden laut Sommer aber noch zum Aufstellen des Maibaums gebraucht. Mit einem Bagger würde es zwar auch funktionieren, doch in Waldsassen habe die Tradition Vorrang. Es werden gut 20 bis 30 Leute gebraucht, wenn das Frühlingssymbol mit Muskelkraft und Stangenpaaren ("Schwalben") aufgerichtet werden soll.
Alle Vereine seien dazu angeschrieben und um Unterstützung gebeten worden, so Sommer. "Bislang sind die Rückmeldungen mau", schilderte der Bürgermeister die Resonanz. Gemeldet hätten sich vor allem Vereine mit Mitgliedern im Durchschnittsalter 80 plus, die sich nicht beteiligten könnten.
Damit die Tradition nicht unterbrochen wird, formulierte Sommer in der Sitzung eine besondere Idee an die Adresse der Vereine: "Neben dem Fahnenträger sollen die auch zwei Maibaumaufsteller benennen", so der Wunsch des Rathauschefs.
Überraschung für Hoyer
"Für den Ehrenmaibaumbeauftragten sind eine Mass Bier und eine Brotzeit zu Lebzeiten abgesichert", erklärte Sommer in Richtung "Tschieberl". Auch dieses Jahr könnten örtliche Betriebe Helfende entsenden, gerne auch in Arbeitskleidung mit Firmenlogo, so Sommer auf eine Nachfrage.
Eine Überraschung für Hoyer hatte am Ende Astrid Schuster parat: Sie hatte im vergangenen Jahr den Maibaum gewonnen – zusammen mit der Fahne mit dem Porträt von Tschieberl. In der Sitzung überreichte sie nun dem Senior in der Stadtratsrunde die Fahne wieder – mit dem Appell, in Waldsassen die Maibaum-Tradition nicht sterben zu lassen.
Grünabfall-Sammelstelle
Ein weiteres Thema im Stadtrat war die Grünabfall-Sammelstelle. Mittlerweile ist sie wieder geöffnet. Kurz vor dem Saisonauftakt lag im Stadtrat die Jahresbilanz für 2024 vor: Die angelieferte Menge ist wieder gesteigert worden gegenüber der Vorjahre – auf 1472 Kubikmeter, gegenüber 1317 im Jahr 2023. Entsprechend haben sich die Einnahmen leicht erhöht, womit ein Überschuss von 397,50 Euro blieb (2023: 347,30 Euro). Die Ausgaben für die Verwertung der Grünabfälle bewegen sich laut Angaben der Verwaltung auf Vorjahresniveau; die Gebühren müssen nicht angepasst werden.
Aus der Bevölkerung wurde angeregt, bereits im Februar die Anlieferung von Baumschnitt zu ermöglichen. Deshalb schlug die Verwaltung die zusätzliche Öffnung an einem Samstag vor. Betrieben wird die Grünabfall-Annahmestelle inzwischen vom "Team Stadt Waldsassen", wie Bürgermeister Bernd Sommer auf Anfrage aus den Reihen des Gremiums erklärte und namentlich Stefan Waidhas und Max Lindner vom Bauhof nannte. Ob künftig ein zusätzlicher Termin im Februar angeboten werden könne, werde sehr davon abhängen, ob die Mitarbeiter Zeit dafür haben. Ansonsten müssten Mitglieder sich dafür bereiterklären, stellte Bürgermeister Bernd Sommer augenzwinkernd fest.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.