06.06.2019 - 16:11 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Verhängnisvoller Verlust der Lebensqualität

Die Junge Union akzeptiert die Schließung des Krankenhauses nicht. Denn damit, so heißt es in einer Stellungnahme des Ortsverbands Waldsassen, werde dem Oberzentrum ein wichtiger Baustein der Zukunftsfähigkeit genommen.

Die Schließung der akut-stationären Abteilung des Hauses Waldsassen (Bild) der Kliniken Nordoberpfalz AG ist für die Junge Union in Waldsassen nicht akzeptabel.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Nach der Ankündigung der Schließung der akut-stationären Abteilung am Standort Waldsassen der Kliniken Nordoberpfalz hatte ein JU-Mitglied ein Schreiben aus dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege erhalten, "welches die Schließung des Krankenhauses Waldsassen für richtig hält". Dies geht aus einer von Christian Kraus unterzeichneten Pressemitteilung hervor. Diese Ansichten und Entwicklungen seien nicht akzeptabel.

"In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die Politiker aus Waldsassen im Aufsichtsrat der Kliniken Nordoberpfalz AG keine signifikante Unterstützung der anderen Mitglieder erhielten." Es wäre wünschenswert gewesen, "wirtschaftliche Interessen zurück zu stellen und die Verlustbereitschaft zu erhöhen." Dabei hinterfragt die JU Waldsassen, warum etwa an zahlreichen Orten im Landkreis ein kostenintensives Hallenbad betrieben werden muss.

Nach Einschätzung der Jungen Union Dennoch entbindet eine gestiegene Verlustakzeptanz das Klinik-Management nicht von der Umsetzung eines wirksamen Controllings, um nachhaltig die Versorgung im ländlichen Raum zu gewährleisten und um Synergieeffekte der verschiedenen Häuser im Verbund zu heben. "Die Reha in Waldsassen ist langfristig nur zu erhalten, wenn die Patienten auch stationär dort versorgt werden können und die weiterhin bestehenden Kosten für den Gebäudeunterhalt nicht alleine der verbleibenden Einrichtung angelastet werden. " Auch Langzeitpatienten können beispielsweise in Waldsassen behandelt werden, um Kapazitäten in Tirschenreuth und Weiden freizuhalten.

Auch Waldsassen selbst werde durch die Schließung der akut-stationären Versorgung an Lebensqualität verlieren. Dies sei verhängnisvoll bei dem demografischen Wandel in der Region. "Das zuständige Staatsministerium argumentiert, dass diese Entwicklung eine Schließung begründet." Diese, wie es heißt, "Fehlannahme" zeuge von der Realitätsferne von Regierungsbeamten. Betriebe und somit auch junge Familien könnten sich wegen des geringeren Angebots an medizinischer Versorgung gegen den Standort Waldsassen entscheiden. Dadurch werde der demografische Wandel verschärft. Wegen der Schulen und Unternehmen vor Ort und im Umkreis sei ein Krankenhaus zwingend notwendig. "Die Bezeichnung Oberzentrum erscheint in diesem Zusammenhang als Titel ohne Mittel."

Enttäuschend sei daher, dass die große Politik keine konkrete Unterstützung signalisiere, den ländlichen Raum zu stärken. Den Absichtserklärungen des Klinikträgers im Hinblick auf das Haus Waldsassen sei grundsätzlich zu misstrauen: Noch im Dezember sei von einem Erhalt der Inneren Medizin in Waldsassen gesprochen worden; nun werde der Betrieb fast komplett eingestellt. "Die Bürger werden deshalb genau verfolgen, ob das IGZ in Waldsassen erfolgreich implementiert wird und ob an den anderen Standorten die medizinische Behandlung wirklich verbessert wird." An der Umsetzung dieser Vorhaben müssten sich die Kliniken Nordoberpfalz AG und das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege messen lassen.

 

 

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