Waldsassen
20.06.2026 - 09:40 Uhr

Volksfest in Waldsassen zum Start des Projekts „Bundesstraße 299 neu“

4,9 Kilometer lang, 93 Millionen Euro und acht Jahre Bauzeit: Der Auftakt der Arbeiten für die „Bundesstraße 299 neu“ im Abschnitt Waldsassen–Kondrau ist am Freitag gewürdigt worden. Wolfgang Krebs war Festredner – in mehreren Rollen.

Der symbolische Spatenstich zum Beginn der Arbeiten für die Verlegung der Bundesstraße 299 wurde zum Volksfest. „Die Diskussionen sind abgeschlossen, jetzt beginnt die Umsetzung“, sah Bürgermeister Bernd Sommer darin durchaus einen Grund, gemeinsam zu feiern: „Nicht das Ende einer Debatte, sondern den Beginn einer Aufgabe, die uns alle in den kommenden Monaten begleiten wird.“ Behördenchef Tobias Bäumler bezeichnete das Vorhaben als größtes und technisch anspruchsvollstes Straßenbauprojekt in der Geschichte des Bauamts Amberg–Sulzbach. „Sie schafft eine leistungsfähige Verbindung zwischen Bayern und Tschechien.“

Das Team des Stadtbauhofs Waldsassen hatte das Gelände an der künftigen Trasse auf Höhe des Feuerwehrgeländes als Festplatz vorbereitet. Für eine Stuntshow der Biker-Truppe um Jonas Möhwald war der hintere Bereich der Bahnhofstraße gesperrt worden. Bei schwülheißen Temperaturen war das Festzelt gut gefüllt, auch im Freien nahmen viele Gäste Platz unter großen Sonnenschirmen. Höhepunkt des offiziellen Teils war der symbolische Spatenstich durch die Politprominenz mit vorbereiteten Werkzeugen auf einem Kieshügel. Danach stimmte die Zollkapelle Nürnberg unter Leitung von Armin Scharnagl die Bayernhymne und die Nationalhymne an.

Söder, Aiwanger, Stoiber

Kabarettist Wolfgang Krebs war Festredner – als Markus Söder, als Hubert Aiwanger und als Edmund Stoiber. Staatsmännisch im dunkelblauen Anzug gab Krebs den Ministerpräsidenten, der beim Einmarsch die Hände der Besucherinnen und Besucher an den Tischgarnituren im Festzelt schüttelte. Aiwanger und Stoiber parodierte Krebs hemdsärmelig und mit weiß-blauer Krawatte. Nach dem Vortrag gab es viele Selfies, etwa mit Karlheinz Hoyer. Ihn lobte Krebs zuvor in der Rolle als Stoiber als „Held der Stadt Waldsassen“, der den Lkw-Verkehr aus der Innenstadt verbannt habe.

Krebs stellte wiederholt die Bedeutung verschiedener Meinungen in einer Demokratie in den Vordergrund. „Wir stechen nicht den Konflikt in den Boden, wir stechen in die Zukunft“, sagte der Kabarettist als Söder über den späteren symbolischen Akt. Auch die lange Planungszeit war ein Thema: „Da ist die Berliner Mauer gebaut, abgerissen und als Souvenir verkauft worden.“

Leistungsfähig für Fernverkehr

Über Jahre sei in Waldsassen für die beste Lösung gekämpft worden, mit Leidenschaft und mit Überzeugung. „Das ist Bürgerengagement.“ In China, so Krebs, wäre der Bau der Straße viel schneller gegangen. „Da wird Ihr Haus einfach abgerissen.“ Krebs sprach schließlich die Einladung an alle Beteiligten aus, den demokratischen Beschluss am Ende auch anzunehmen.

„30 Jahre sind leider der Durchschnitt“, ging zuvor auch Ulrich Lange, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, auf die Planungszeit ein und meinte: „Endlich Baustelle!“ Die Bundesstraße 299 neu werde eine leistungsfähige Verbindung für den Fernverkehr. Lange wünschte der Maßnahme einen „Verlauf im Zeit- und Kostenrahmen“. Minister Christian Bernreiter ging unter anderem auf die aktuelle Belastung der Ortsdurchfahrt ein – in Waldsassen mit 8000, in Kondrau mit mehr als 11.000 Fahrzeugen täglich.

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