Waldsassen
12.10.2026 - 10:38 Uhr

Warme Klänge zum kalten Herbst in Waldsassen

Zwei Instrumente, die selten gemeinsam zu hören sind, ließen das Konzert in der Basilika Waldsassen zum besonderen Erlebnis werden. Martin Bernreuther an der Orgel und Klarinettist Hans Kistler beeindruckten ihr Publikum.

Domorganist Martin Bernreuther und Hans Kistler (von links) beim Schlussapplaus nach dem Konzert in der Stiftsbasilika Waldsassen Bild: Paul Zrenner
Domorganist Martin Bernreuther und Hans Kistler (von links) beim Schlussapplaus nach dem Konzert in der Stiftsbasilika Waldsassen

Orgel trifft Klarinette: Das Konzert mit dieser Kombination wurde am Sonntag ein großartiges Erlebnis für das Publikum in der Basilika Waldsassen. „Herzlich willkommen daheim“, begrüßte Stadtpfarrer Dr. Thomas Vogl Martin Bernreuther. Der gebürtige Waldsassener, Domorganist in Eichstätt, gestaltete über 90 Minuten zusammen mit dem Oberpfälzer Hans Kistler ein vielseitiges Programm, anspruchsvoll und kurzweilig.

Alte Meister und zeitgenössische Komponisten waren zu hören. Bernreuther und Kistler, im Hauptberuf Leiter der Johanna-Decker-Schulen in Amberg, musizierten überwiegend gemeinsam. Kistler stand erhöht auf dem Volksaltar, am Orgelspieltisch davor Bernreuther, assistiert von Tochter Anna. Sie gab souverän die Notenwenderin.

Mit der Sonate Nr. 2 in g-Moll von Jean Xavier Lefèvre (1763–1829) durfte sich das Publikum leise und ruhig an diese Musik heranführen lassen. Bald spürte das Publikum, was der Pfarrer in der Begrüßung erwähnt hatte: Die Wärme des gemeinsamen Klangs von Klarinette und Orgel sei wohltuend in der Kälte der beginnenden Herbstzeit.

Unbegründet war die Befürchtung, dass die Orgel das eine Blasinstrument überdecken würde: Bei den Sonaten hielt Bernreuther die Orgel im Hintergrund. Eine Besonderheit des Konzerts: Wiederholt gab’s Applaus zwischen den einzelnen Sätzen und Stücken. Klezmermusik, von melancholisch bis tänzerisch-leichtfüßig, vermittelte jiddisches Lebensgefühl.

Mit einer Hommage an den spanischen Komponisten Manuel de Falla stellte Kistler in einem Solovortrag seine Virtuosität als Klarinettist unter Beweis. Bernreuther interpretierte allein das Halleluja aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel (1685–1759) und von Franz Liszt (1811–1886) die Évocation à la Chapelle Sixtine, die Mozarts „Ave verum“ enthält. Als „Andacht“ habe Bernreuther das Konzert empfunden, so der Organist nach dem Schlussapplaus und der Zugabe („Pavane“ von Gabriel Fauré) gegenüber Oberpfalz-Medien. Ein Heimspiel sei immer schwierig. „Aber ich habe mich hier total zu Hause und umarmt gefühlt.“

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