17.10.2018 - 16:02 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Zeitreise durch die Geschichte von Eger/Cheb

Das silberne Band mit den Jahreszahlen von 1061 bis 2011 zieht sich durch die Fußgängerzone von Eger/Cheb. Ein Vortrag im Kunsthaus Waldsassen skizziert markante Punkte in der Geschichte der Nachbarstadt.

Viele Zuhörer waren zum Vortrag von Günther Juba ins Kunsthaus Waldsassen gekommen. Thema war eine Zeitreise durch die Geschichte der ehemals freien Reichsstadt.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Es mussten zusätzlich Stühle herbeigeschafft werden: Beatrix Rustler von der Stadtverwaltung freute sich über die vielen Zuhörer ‒ unter ihnen auch Marcela Brabačová: Die Leiterin der Tourist-Info in Cheb/Eger war vor gut einem Jahr für ihre Verdienste um die Zusammenarbeit beider Nachbarstädte ausgezeichnet worden.

Günther Juba, engagierter Förderer der deutsch-tschechischen Freundschaft und Mitglied des deutsch-tschechischen Stammtischs, informierte in seinem über einstündigen Vortrag über Besonderheiten in der 950-jährigen Geschichte der ehemals freien Reichsstadt, die mit Jahreszahlen auch auf der Zeitachse dokumentiert sind. "Geschichte begehen und verstehen", lasse sich hier, so Juba. Zur Zeitreise durch die Jahrhunderte wurde der Abend. Die Zuhörer erfuhren, dass der heutige Name von Eger ‒ Cheb ‒ bereits aus der keltischen Zeit entstanden ist und dass die Stadt mit ihrer Burg bereits im 13. Jahrhundert im Blickpunkt europäischer Politik stand. Juba stellte das "Egerer Stöckl" als "Manhattan des frühen Mittelalters" vor: Die 11 eng zusammen gebauten Fachwerkhäuser immer wieder "aufgestöckelt" worden.

Als "Platz für reiche Leute" charakterisierte Juba den Marktplatz mit den markanten Patrizierhäusern: Deren Dachstühle, die bekanntlich bei Führungen der Öffentlichkeit zugänglich sind, dienten früher als Lagerräume, "... mit Aufzügen in den Hinterhöfen, damit nicht jeder mitbekam, was hinauf gezogen wurde." Für Erstaunen sorgte Juba mit Informationen über Johannes Widmann: Er war 1460 in Eger geboren und brachte 1489 sein "Rechenbuch" heraus ‒ weit früher als der viel bekanntere Adam Ries. Ausführlich befasste sich der Referent mit hohen Besuchern in der freien Reichsstadt in all den Jahrhunderten und ging dabei näher auf Friedrich I. Barbarossa (1147) und Albrecht von Wallenstein ein. Er stattete Eger zwischen 1625 bis 1634 fünf Besuche ab. Seit 1908, so Juba, gebe es die Wallenstein-Festspiele; doch dort werde die Geschichte eher glorifiziert.

"Die Vergangenheit ist noch nicht zu Ende", erklärte Günther Juba und verwies auf die Stadt mit einer bewegten deutschen und tschechischen Geschichte: Eger/Cheb, so Juba, könne eine Brücke der Völkerverständigung sein. Aus der jüngeren Vergangenheit lasse sich auf die Zukunft aufbauen. Zu einer Nachfrage aus dem Publikum hinsichtlich der Geschichte zwischen 1918 und 1938 sagte Juba, diese Zeitspanne sei nicht Thema des Abends gewesen. "Das wäre ein weiterer Vortrag."

Günther Juba bei seinem Vortrag.

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