Auf drei Jahrzehnte blickt die BN-Ortsgruppe Waldthurn zurück. Für den 15. November 1989 hatten damals engagierte Bürger zur Gründungsversammlung eingeladen. Im Gasthaus Bergler folgten damals mehr als 50 interessierte Bürger der Einladung. Wichtige Themen, die den Schutz der Natur betreffen, wurden angesprochen und es entwickelte sich eine durchaus lebhafte Diskussion.
„Den einen geht der Naturschutz zu weit, für andere wird viel zu wenig dafür getan. An diesen extremen Positionen hat sich bis in unsere Zeit nicht viel geändert“, erklärt heute der Lennesriether Hans Pausch. Alles in allem war die Gründungsversammlung ein großer Erfolg. Eine stattliche Anzahl der Anwesenden trat dem BN bei und wählte unter Federführung des damaligen Kreisvorsitzenden, Rudolf Perthold, den ersten Vorstand der BN-Ortsgruppe Waldthurn. Mit großem Engagement machten sich die Gewählten an die Arbeit. Es gab viel zu tun.
Eine Plastiksammelaktion wurde durchgeführt – die Abfälle füllten von oben bis unten die Garage des ersten Vorsitzenden Helmut Schöner aus Ottenrieth. In einer Pflanzaktion wurde eine Allee zwischen Ottenrieth und dem Lagerhaus in Ottenrieth angelegt. Die Bäumchen von damals sind inzwischen zu einer landschaftsbestimmenden Allee herangewachsen. Auf dem Luherangen pflegen die Aktiven einen Streuobsthang und nehmen Obstbaumschnitte vor, um alte Obstrassen zu erhalten. Bei Trasgschieß übernahm die Gemeinschaft die Pflege eines Feuchtbiotops. Da in die Nasswiese keine Traktoren hineinfahren konnten, musste auf einer Fläche von mehreren Tagwerken das Gras mit Sensen gemäht und herausgetragen werden.
Bis auf den heutigen Tag wird vom BN-Ortsverein eine Streuobstwiese gepflegt, die unterhalb der Rosenkranzstationen auf dem Pilgerweg zum Fahrenberg liegt. Auf einer Tafel am Eingang der Streuobstwiese, die vom Rudi Meißner angefertigt wurde, sind die verschiedenen Obstsorten der Streuobstwiese kartiert. Die Baumpflanzungen sind vor einigen Jahren von der Ortsgruppe ergänzt worden. Jährlich werden die Obstbäume geschnitten, das Gras gemäht und die Schutzhecke gepflegt. Die Streuobstwiese war über Jahre hinweg ein idealer Treffpunkt für Kinder, die am Ferienprogramm des BN teilnahmen.
Die Robinien an der Dreifaltigkeitssäule in Waldthurn sind im Frühjahr 2003 von den Mitgliedern gepflanzt worden und werden seitdem durch jährlichen Baumschnitt in Form gehalten. Neben vielen anderen derartigen Aktionen und Einsätzen machte es sich die BN-Ortsgruppe auch zur Aufgabe, durch Bildungsangebote auf Probleme im Naturschutz aufmerksam zu machen. So wurden immer wieder Referenden eingeladen, die über aktuelle Themen informierten und Tipps gaben, was man im Alltag für Natur und Umwelt tun kann. Dazu kam die Organisation von Ausstellungen – die letzte im Jubiläumsjahr des Marktes Waldthurn, also 2017 mit dem Thema: „Glänzende Aussichten – Karikaturen zu Klima Konsum und anderen Katastrophen“
Alljährlich ist die BN-Ortsgruppe beim Bürgerfest beim Tellerspülen anzutreffen. Das ist ein aktiver Beitrag zur Müllvermeidung. An all diesen Beispielen wird klar, dass in einer kleinen Ortsgruppe von einigen Aktiven nicht das ganz große Rad gedreht wird, um unsere Natur und damit unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Aber wenn jeder nach seinen Möglichkeiten im Kleinen beiträgt, wird das sehr hilfreich für das große Ganze sein.
In einem kleinen Festakt, der auf der Streuobstwiese am Fuße des Fahrenberges am Samstag, 16. November, um 10 Uhr beginnt, begeht die Ortsgruppe das 30jährige Jubiläum. Die gesamte Bevölkerung ist dazu herzlich eingeladen.
Laut dem Lennesriether Hans Pausch seien der Vorstand und die aktiven Mitglieder in die Jahre gekommen. „Wir bräuchten dringend jüngere Mitglieder, die Altbewährtes fortsetzen und mit den Ideen der Jugend Neues anpacken“. Auf jeden Fall sollte die Ortsgruppe weiterhin bestehen bleiben. Im Moment wird sie seit einiger Zeit kommissarisch geführt, weil sich bei der letzten Wahl niemand mehr als Vorsitzender zur Verfügung gestellt hat.
In einer Zeit, in der die „Friday-for-Future-Bewegung“ ungeahnte Ausmaße erreicht, sollte es doch auch möglich sein, dass von jungen Leuten eine kleine, feine Gruppierung wie die BN-Ortsgruppe Waldthurn weitergeführt wird. „Deswegen wären wir sehr dankbar, wenn sich junge Leute bei uns melden würden, die mit frischem Schwung die Ortsgruppe über die 30 Jahre hinausführen“.



















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