Beim Waldthurner Bürgerfest – „im Wohnzimmer am Marktplatz“ – zeigte sich, dass auf das Waldthurner Bürgerfestwetter Verlass ist. Bereits am frühen Morgen begann der Festtag mit einem feierlichen Gottesdienst für die Verstorbenen und Gefallenen der Marktgemeinde in der Pfarrkirche St. Sebastian. Bürgermeister Georg Bocka sprach die Lesung. Es war die Bürgerfest-Premiere des neuen Marktchefs von der Einöde Irlhof, der die Feuertaufe mit Bravour und „Irlhofpower“ bestanden hat. „An Gottes Segen ist alles gelegen“, sagte Pfarrer Norbert Götz und meinte, das Bürgerfest werde mit einem Fest mit Jesus Christus eröffnet.
Während die Besucher den Gottesdienst verfolgten, waren draußen am Marktplatz längst fleißige Helfer zugange. Manch einer hatte dabei schon die Schafkopfkarten griffbereit. Angeführt von der „Historisch Hochfürstlich Lobkowitzischen Grenadiergarde der Gefürsteten Grafschaft Sternstein“ marschierten Bürgermeister und Gäste zur großen Bürgerfestbühne, wo die Trachtenkapelle bereits schmissig unter der Leitung von Kornelia Kraus aufspielte. Grenadiergarde-Kommandant Alois Krichenbauer schoss unter dem Beifall der Frühschoppler das 48. Waldthurner Bürgerfest mit einem Böller an.
Sonntagsessen im Freien
Bürgermeister Bocka dirigierte zum Einstieg den Waldthurner Marsch und begrüßte voller Begeisterung die Gäste. Beim anschließenden Frühschoppen füllte sich der Platz zusehends. Der Duft von Weißwürsten, frischen Brezen und Küchln (HAK) lag in der Luft. Kurz vor dem Mittagsschmaus marschierten die Tanzkids unter der Leitung von Manuela Grünauer und Judith Friedl erstmals auf und sorgten wie auch am späten Nachmittag mit ihren erfrischenden Tanzschritten für Furore.
Zur Mittagszeit verlagerte sich das Sonntagsessen für viele mitten ins Festgeschehen der Bürgerfest-Arena. Die Vereine boten eine beeindruckende kulinarische Vielfalt, vom klassischen Schweinebraten mit Knödeln über Grillhähnchen, Schweinshaxn und Schnitzel. Freunde der Partnerstadt Hostouň hatten durstlöschendes Pils und Wurst aus dem Räucherofen mitgebracht, was der Waldthurner Bürgerschaft sichtlich mundete.
Tagsüber wurden Pommes, Käse, Grillfleisch, Bratwürste, Forellen und Fischsemmeln bis hin zu Pizza, Flammkuchen sowie süßen Spezialitäten wie Crêpes, Slush-Eis und Eis angeboten. In der Frauenbund-Kaffeestube herrschte reger Betrieb – die hausgemachten Kuchen gingen einmal mehr „weg wie die warmen Semmeln“. Aus der Kaffeestube entstand am Abend die Weinstube, wobei so mancher Besucher gerne die Weine der „Siedler-Wein-Sommeliers“ genoss.
Beste Stimmung
Die Trachtenkapelle Waldthurn sorgte mit schwungvoller Blasmusik für beste Stimmung. Waldthurner Feuerwehrfrauen und -männer löschten den Durst der Bürgerschaft. Die FSV-Männer schenkten so manchen Aperitif aus, die Bayern-Fans empfingen in ihrem Zelt zahlreiche Pils-Gäste, und zur späteren Stunde hatte die Junge Union in die Bar geladen.
Auch die kleinen Gäste kamen nicht zu kurz. Die Hüpfburg (Krieger- und Soldatenverein) war ein Daueranziehungspunkt, beim Bobbycar-Rennen (KLJB) wurde ehrgeizig um die Wette gefahren, und an der FSV-Torwand sowie beim Lichtgewehrschießen (Schützenverein Waldthurn) war Geschick gefragt. Die Kleinsten spielten im großen Sandcontainer. Der Bund Naturschutz kümmerte sich um den Geschirr- und Waschdienst und setzte damit ein Zeichen für Nachhaltigkeit.
Seilzieherturnier
Am späten Nachmittag wurde es spannend beim traditionellen Seilzieherturnier der Fahrenbergauswahl. Zahlreiche Teams der Fahrenbergauswahl, der Waidhauser Seilzieher und der Feuerwehren Lennesrieth und Bernrieth traten gegeneinander an und lieferten sich packende Duelle, wobei die Teams aus Waidhaus überragten. Das von Evelyn Stahl moderierte Kinderseilziehen machte mächtig Spaß. Beim Damenseilziehen mussten die einheimischen Fahrenberger Kampfschnecken trotz intensiver Fanunterstützung den Sieg den Waidhauser Grenzland-Damen überlassen.
Bei angenehmen Temperaturen übernahm am Abend die Band „Zoigl-Express“ mit Lokalmatador Richard Wagner das musikalische Programm und sorgte für einen gelungenen Ausklang. Es wurde mitgesungen, getanzt und gefeiert. Viele Besucher blieben bis in die Abendstunden und genossen die Atmosphäre.























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