17.07.2019 - 08:56 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Artenvielfalt das große Ziel

Rund 30 Naturinteressierte, darunter auch Landrat Andreas Meier, unternehmen eine Blühflächen-Erlebniswanderung im Rahmen der Bayern Tour Natur. Die Gruppe ist in der Feldflur südlich von Waldthurn unterwegs.

Blühflächen- Führung.
von Externer BeitragProfil

Zur Wanderung unter Leitung des Naturparks mit Mathilde Müllner konnte Bürgermeister Josef Beimler von Waldthurn auch den Vorsitzenden des Naturparks "Nördlicher Oberpfälzer Wald", Landrat Andreas Meier, begrüßen. Er stellte die Aktion zur Förderung der Artenvielfalt "Natürlich Naturpark - zur Schaffung von Blühflächen" vor, die im Frühjahr 2019 begonnen und auch 2020 fortgesetzt wird. Über 30 Naturinteressierte kamen aus und nach Waldthurn, um sich zu über die verschiedenen Blühflächen zu informieren. Gleich am Ausgangspunkt am Sportplatz bot sich den Teilnehmern eine Blühfläche mit Nachtkerzen, Moschusmalve, Wiesenbocksbart und Johanniskräutern und zeigt welche Vielfalt an heimischen Pflanzen bereits vorhanden ist.

Auch welche Naturpotentiale in der Feldflur südlich von Waldthurn zu finden und welche Maßnahmen zur Förderung der Insektenvielfalt möglich sind, konnte unmittelbar erfahren werden. Die örtlichen Akteure, ein Imker und Landwirt erläuterten Ihre Motivation für die Anlage. Für die Imker sind die Erhöhung des Blühangebots und der Erhalt einer Bienentracht während des ganzen Sommers auch außerhalb der Hauptblütezeit im Frühjahr wichtig. Eine Erholung des Ackerbodens während der fünfjährigen Blühflächenbrache erwartet der Landwirt. Einen besonders aromatischen Duft verströmte der Weiße Steinklee, der auf diesem Acker das derzeitige Erscheinungsbild prägt. Denn Blühflächen verändern sich fast wöchentlich, je nachdem, auf welchem Boden eingesät wird und wie alt die Ansaat ist, ob ein-oder mehrjährige Arten, ein beständiges Blühen und Fruchten.

Zur Demonstration, dass auch an schmalen Streifen entlang von Wegen aufgewertet werden kann, hat der Markt Waldthurn mit seinen Bauhofmitarbeitern den Oberboden abgetragen und eingesät. Statt üppigem Grasaufwuchs sind im ersten Jahr Büschelschön, Ringelblume und Wilde Kamille in dem lückigen Bestand zu entdecken und bei genauerem hinschauen kleine Löcher im offenem Boden. Dies sind Brutröhren für den Nachwuchs von Wildbienen, die hier ideale Bedingungen für den Bau haben.

Als ebenso bedeutend für die Insektenvielfalt wurde die Bewirtschaftung der feldwegbegleitenden Altgrasstreifen vorgestellt. Gerade während der Hauptlebenszeit von Insekten in den Sommermonaten sollte immer ausreichend Blühangebot und Rückzugsmöglichkeit, auch in den Wintermonaten, bestehen bleiben. Hier sind die Gemeinden gefragt, damit die Mulchung oder besser Mahd mit Abtransport des Mähgutes nur abschnittsweise erfolgt, natürlich mit erheblich mehr Aufwand für die Organisation und Durchführung der Arbeiten.

Während der Exkursion war immer wieder das Trillern der Feldlerche, dem Vogel des Jahres 2019, zu hören und im Steigflug auch leicht zu erkennen. Feldlerchen bevorzugen Ackergebiete mit unterschiedlichen Feldfrüchten. Die Felder entlang der Route mit Gerste, Roggen, Weizen, Hafer, Raps, Mais, Kleeeinsaat und Kartoffeln sorgen für unterschiedliche offene Bereiche für den Nestbau am Boden und Nahrungsangebot für den typischen Vogel der Feldflur.

Die Wegeführung am Fuß des Fahrenbergs ermöglichte nicht nur den Blick auf blühende Streifen und Flächen, sondern auch eine herrliche Aussicht auf die Kulturlandschaft, jetzt im Sommer mit den gelben Getreidefeldern und den verschiedenen Grüntönen von Wiesen, Äckern und Gehölzen.

Landrat Andreas Meier und Bürgermeister Josef Beimler sind mit Mathilde Müllner und Philipp Glaab vom Naturpark "Nördlicher Oberpfälzer Wald" in Waldthurn unterwegs (von links).
Blühfläche mit wildem Majoran und weißem Taubenkropf.

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