„Hier in Waldthurn ist man der Zeit immer voraus“, meinte Karsten Heßing vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz mit einem leichten Schmunzeln im Gesicht. Er spielte darauf an, dass man anderswo derzeit durch den Bauhof der Kommunen die öffentlichen Bänke in den „verdienten Winterschlaf“ versetzt. In Waldthurn werden die Sitzgelegenheiten wie sonst im Frühling üblich, bereits im Oktober in der Marktgemeinde platziert.
Im Rahmen des Präventionsprojekts „NEUN2727 – gut leben im Waldthurner Land“ gab es eine Befragung der Bürger ab 60 Jahren. Ein Ergebnis war laut der Koordinatorin Doris Völkl, dass 59 Prozent dieser Altersgruppe neben den Ruhebänken, die der Oberpfälzer Waldverein auf den Wanderwegen in und um Waldthurn platziert hat, sich in den Ortskernen der einzelnen Ortschaften wünschen.
Diesen Auftrag habe die Marktgemeinde zusammen mit der Teilnehmergemeinschaft des Amtes für ländliche Entwicklung aufgegriffen und den „Willen des Bürgers“ außerhalb des Projekts umgesetzt.
Für die Herstellung der insgesamt 15 Bänke wurde das Reha-Zentrum Oberpfalz e.V. Waldthurn und der Waldthurner Metallbaubetrieb Stubenrauch engagiert. Unter der Federführung von Gerd Vogel und Elisabeth Sittauer habe man mit Völkl die Bänke „seniorengerecht“, das heißt mit etwas höherer Sitzgelegenheit produziert. Sie wurden mit einer leichten Sitzneigung nach vorne ausgestattet, damit trotz gemütlichem Sitzen das Aufstehen kein Problem darstellt. „Ich habe meine Mama als Testperson zum Probesitzen mitgenommen“, meinte die verantwortliche Koordinatorin weiter.
Bürgermeister Beimler nannte das Pilotprojekt „NEUN2727“ den Auslöser dieser Aktion der Marktgemeinde mit dem ALE. Keiner habe es sich Anfang 2018 träumen lassen, dass diese von der AOK Bayern geförderte Befragung und das anschließende Maßnahmenumsetzung so einschlägt. Dies sei eine Erfolgsgeschichte – die Kurse und Vorträge seien sogar überzeichnet.
Die Standorte der restlichen 12 Sitzbänke werde der NEUN2727-Steuerungskreis in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde und den einzelnen Dorfgemeinschaften festlegen.
AOK-Beiratsvorsitzende Gabi Hübner bemerkte: „Ich bin froh, dass NEUN2727 absolut keine Eintagsfliege ist und solche Auswirkungen hat. Danke für das offene Ohr von allen Beteiligten, die durch eine gewisse Unnachgiebigkeit glänzen“. AOK-Direktor Jürgen Spickenreuther nannte Waldthurn als einen Ort, in dem etwas bewegt werde.
Heßing bezeichnete die Umsetzung der Bürgerbefragung einen kleinen Mosaikstein im Rahmen der Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung, die derzeit läuft.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.