19.03.2019 - 08:53 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Gefrorene Gebisse und seltsame Krankheiten

Ein trockener Geschichtenzähler, ein süffiges Starkbier und ein talentierter Fastenprediger: Das sind die Garanten für einen unterhaltsamen Abend beim Starkbierfest

Bruder Michaelis - alias Dr. Michael Troidl - liest den vielen Besuchern beim OWV-Starkbierfest die Leviten.
von Franz VölklProfil

Unruhig wetzten viele der Besucher des OWV-Starkbierfestes auf den Skihüttenbänken und warteten, was da so auf sie zukommen mag. Gerade Bürgermeister Josef Beimler wirkte mit seinem fastenzeitlichen Kamillentee und Mineralwasser etwas angespannt. „Die vier Hulzstousbuom spielen heute kostenfrei aber garantiert nicht umsonst“, meinte Vorsitzender Roman Bauer, denn sie waren einmal mehr Garanten für ein zünftiges Starkbierfest. Josef Kick – der Lottner Sepp – philosophierte mit seinen lustigen Kurzgeschichten über die Abstammungen des Menschen vom Affen. Er berichtete trocken in der Wintergeschichte vom „S`Gebiss“, von einem Vater mit Sohn, der am Fahrenberg unterwegs war und dort im damaligen Schutzhaus eingekehrt war. Vieles wurde konsumiert an Wurstwaren aber auch an alkoholischen Getränken. Auf dem Heimweg wurde dem Vater schlecht und er verlor sein Gebiss. Am nächsten Wintertag fand der kleine Bub das Kaugerät, leider waren die Ober- und Unterkiefer aneinander festgefroren. Nachdem der Bub sowieso einen gewissen menschlichen Drang verspürte, hat er schnell eine Lösung parat - die Zähne waren aufgetaut - der Vater war zufrieden.

Aus der Küche, wo die fleißigen Skicluberer Brotzeit-Schmankerl aus dem Gänsbürgerkochbuch bereiteten, trat schließlich Bruder Michaelis heraus

Er las seinen Mitmenschen ordentlich die Leviten - und doch waren alle Besucher des Starkbierfestes hellauf begeistert. Mit Spannung war die Fastenpredigt von Bruder Michaelis, alias Michael Troidl, erwartet worden. Der Dentist fühlte den Ereignissen des vergangenen Jahres gehörig auf den Zahn. Im Fokus stand dabei auch der Bürgermeister: „Kein Fleisch, kein Alkohol, keine Zigarren – eine echte Frischzellenkur – nur leider haben seine Mitmenschen nix davon, die dürfen dann seine Launen ausbaden“. Angeblich sei auch der Wolf in Woppenrieth gesehen worden, was der Bürgermeister mit dem Kommentar: „Des war ein Dorfhund“ angstfrei spontan abtat.

Bruder Michaelis berichtete von der neuen Buttersorte: OWV-Schaumbütterchen, die sich geschmacklich an einer Seife orientierte, weil es eine OWV-Mitarbeiterin mit der Reinlichkeit übertrieben hatten.

Der „Go-Helmut“ sei ein echter Profifotograf, marschierte mit großer Ausrüstung als ADAC-Fotograf auf. Souverän zückte er seinen Fotoapparat, vergaß aber gerne schon mal, die Akkus zu laden.

Zwei OWV-Größen mit den Vornamen Roman und Erwin machten sich auf den Weg ins Grenzland nach Waidhaus, um eine Krippe zu besichtigen, die später als Ausstellungstück im Waldthurner Heimatmuseum dienen sollte. Geblendet von der Schönheit der Krippe, verirrten sie sich ins Schlafzimmer des Eigentümers, der sie mit Colt im Anschlag schleunigst wieder auf den rechten Weg brachte.

Skiclub Mitarbeiter Werner P. und Wolfe B. stellten beim Einsatz der Motorsäge fest, dass der Vorsitzende das Gerät zuvor in Betrieb hatte und das Kunststück fertigt gebrachte hatte, mit der falsch aufgebrachten Kette trotzdem seine Holzfacharbeiten zu verrichten. Bruder Michaelis referiert weiter über den Asketen mit dem Namen „Maahahartin Mäckl Gande“, für den klar ist, dass am siebten Tag nach dem Donnerstag der Mittwoch komme. Probleme scheint „Gande“ mit seinem Bulldog zu haben, den er gerne zu seinem Freund auf den Irlhof zur Reparatur gebracht hätte, aber dabei das Gefährt wegen „Diesellosigkeit“ bereits in Lennesrieth zum Stehen kam. Auch seine Familie konnte ihm nicht sofort helfen, da er in seiner Aufregung schlichtweg vergaß zu sagen, wohin denn nun die Diesellieferung erfolgen sollte.

Michaelis berichtete über eine aggressive und seltsame Krankheit, die immer am Heiligen Abend Nachmittag in Woppenrieth bei einem Dorfdoktor grassiert. Obwohl dabei ein böser Wurm zum Erliegen kommt, gebe es Menschen, die weder Christmette noch Bescherung erlebten.

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