30.03.2020 - 09:02 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Herzergreifend: Waldthurner Kita schickt Kindern einen Brief

Die Mädchen und Buben freuen sich über eine Nachricht ihrer Erzieherinnen. Bis zum Wiedersehen bekommen die Kinder und ihre Familien aufmunternde Beschäftigungstipps.

Der kleine Anton (im Bild) aus Ottenrieth hat sich über den Brief seiner Erzieherinnen „mega“ gefreut hat. Zur Abwechslung darf Anton zusammen mit Mama Stefanie mal „eine Runde am Lenkrad des Traktors“ drehen - danach verschwindet er schnell wieder im Haus.
von Franz VölklProfil

„Es ging unheimlich schnell, die Kinder mussten von heute auf morgen wegen der Coronakrise daheim bleiben“, erklärte Kindergarten-Leiterin Sonja Kick am Telefon. So war eine Verabschiedung von den Freundinnen und Freunden, aber auch von den Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen der Kindertagesstätte (Kita) St. Josef gar nicht möglich, was viele der Kleinen sehr traurig stimmte. „Da es uns menschlich und emotional sehr getroffen hat, dass wir uns von den Kita-Kinder für so lange Zeit nicht richtig verabschieden und auch die Kinder gar nicht richtig darauf vorbereiten konnten, lag es uns am Herzen, mit den Kleinen anderweitig in Kontakt zu kommen“.

Kurzerhand hat die Kita eine bisher noch nicht dagewesene Aktion gestartet und jedes einzelne Kind mit einen persönlichem Brief, den der Postbote exklusiv für das Kitakind adressiert, überrascht. „Rücken wir nun als Familie zusammen, neue Tagesstrukturen entstehen, nutzen wir die Zeit zum Spielen, Quatsch machen, reden, basteln und vielen mehr.“ So entsandte das Erziehungspersonal jeder Gruppe einen kleinen Gruß an die Kleinen mit der Hoffnung, irgendwann wieder gesund in der Kita zusammenzufinden.

„Das war eine berührende Angelegenheit, als ich von den Eltern hörte, welche Freude die Kinder wir ihnen durch diesen besonderen Weg gemacht haben“. „Wir denken jeden Tag an dich, was du daheim gerade Spannendes spielst, was du wohl den ganzen Tag machst. Ohne Kindergarten kann es bestimmt manchmal ganz schön langweilig werden“. So gaben die Gruppenleiterinnen Tipps wie das „Fingerspiel vom Osterhasen Wackelohr“, um sich die Zeit zu vertreiben.

Um gerade in diesen Zeiten viel Kraft und Stärke zu haben, war der Text des Liedes „Stark wie ein Baum“ im Brief abgedruckt, damit die Mädchen und Buben es mit ihren Eltern, Großeltern oder Geschwistern singen können. Eine Gruppe hatte eine Bastelanleitung im Brief, wobei die Kinder sogenannte Oster-Leporellos – mit Verstärkung von Mama oder Papa - gestalten können.

Sogar die Kleinsten – die Krippenkinder – bekamen ein Schreiben, in dem „Bewegung für die Kleinsten“ abgebildet wurden. Das Mitmachgedicht im Sitzen „Tschüss, kleines Küken!“ wird beim Spielen mit den Erwachsenen eine Menge Spaß bringen.

Auch Elternbeiratsvorsitzende Andrea Graf war von dieser Aktion hellauf begeistert und dankte im Namen aller Eltern. „Wir waren von den herzlichen Rückmeldungen der Kinder aber auch der Eltern echt gerührt“, erklärte Kitaleiterin Kick. Außergewöhnliche Zeiten brauchen eben außergewöhnliche Wege, um den Menschen eine Freude zu bereiten.

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