26.02.2020 - 09:06 Uhr
WaldthurnOberpfalz

LandKULTUR Waldthurn startet durch

Das Projekt LandKULTUR ist schon seit einiger Zeit in der Marktgemeinde in aller Munde. Ein Steuerungsausschuss um Josef Forster kümmert sich um das 112.000 Euro-Kultur-Projekt.

Zur Sitzung des Steuerungsausschusses "LandKULTUR Waldthurn" führt Andi Fritsch (links), assistiert von Josef Pflaum sen. (Zweiter von rechts) und jun. (rechts) die Anlagen vor. Damit ist die hervorragende Beschallung von kleineren Vorträgen bis zu größeren Konzerten gewährleistet.
von Franz VölklProfil

Das Projekt hat eine bewegte Vorgeschichte, bei der anfangs wenig an Ergebnissen erzielt werden konnten. Seit Oktober 2019 hat Josef Forster das Förderprogramm „LandKULTUR Waldthurn“ nun federführend übernommen und dieses zusammen mit dem Steuerungsausschuss zu aktivem Leben erweckt.

Bürgermeister Josef Beimler nahm das Angebot „LandKULTUR“ des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) gerne an. Zum 1. Juni 2019 wurde die Maßnahme bereits grundsätzlich genehmigt, die Mittel waren aber noch gesperrt. Niemand ahnte, wie schwierig und aufwändig es würde, rund 112.000 Euro vernünftig in Kultur so zu investieren (bei 80 Prozent Förderung), damit letztlich möglichst viel von der Summe in Ort bleibt und auch Vereine sowie Gruppen entsprechenden Nutzen ziehen können.

Nach mehreren Sitzungen mit dem Steuerungsausschuss segneten die Mitglieder des Marktgemeindesrats Ende Oktober 2019 das neue vom Steuerungsausschuss initiierte Konzept ab, das daraufhin der Betreuungsstelle, dem Projektträger (Forschungsstelle) Jülich (PtJ) vorgelegt wurde.

Dem Steuerungsausschuss gehören an: Josef Forster, Bürgermeister Josef Beimler, dritter Bürgermeister Hans-Peter Reil, Manuela Grünauer, Bernhard Unger, Felix Griesbach, Josef Pflaum senior, Dr. Nikolaus Globisch, Karl-Heinz Schmidt und Georg Schmidbauer.

Das für die nördliche Oberpfalz einmalige Programm LandKULTUR fördert modellhafte und innovative Vorhaben, die kulturelle Aktivität und Teilhabe in ländlichen Regionen erhalten und entwickeln. Es ist ein Teil des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE) Kultur und Teilhabe in ländlichen Räumen und geht zurück auf einen Beschluss des Deutschen Bundestages und wird durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ausgelobt.

Bereits im Dezember 2019 konnten vom Ausschreibungssieger - der Firma Amplify, Andi Fritsch aus Obertresenfeld - Beschallungsanlagen im Wert von 4500 Euro bestellt werden. Es handelt sich dabei um ein kleines mobiles Lautsprecher-Set mit Funkmikrofon für Vorträge und kleinere Veranstaltungen. Dazu kommen eine mittlere und eine größer BOSE-Anlage mit Mischpult, mehreren Mikrofonen als professionelle Verstärkeranlage auch für größere Veranstaltungen. Zur Sitzung des Steuerungsausschusses führte Fritsch, assistiert von Josef Pflaum senior und junior sowie Projektleiter Josef Forster, die Anlagen vor und zeigte die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten auf. Damit ist die hervorragende Beschallung von kleineren Vorträgen bis zu größeren Konzerten gewährleistet. Betreut wird die Anlage von Josef Pflaum junior unterstützt von seinem Vater. Den kleinen tragbaren Lautsprecher nimmt der Heimatkundliche Arbeitskreis unter seine Fittiche. Waldthurner Gruppen und Vereine können die Geräte ab sofort kostenlos nutzen.

Der Steuerungsausschuss nahm auch gleich die weiteren Punkte in Angriff: Ein breit gefächertes kulturelles Angebot soll den Graben zwischen Jung und Alt, Einheimischen und Gästen, städtischem Event und Dorffest, klassischer und unterhaltender Musik vergessen machen und ein langfristiges Angebot der Teilhabe für Alle sein.

Das Konzept basiert auf mehreren Bausteinen: Wolfgang Caspar Printz-Festival - „Mein Vaterland ist die Oberpfalz“. Unter dem Titel „Barockmusik modern inszeniert“ bietet das Printz-Festival für 2020 zwei Konzerte, am 31. Juli in der Wallfahrtskirche auf dem Fahrenberg und tags darauf am 1. August in der Filialkirche St. Jakobus und Kirchhof in Lennesrieth. Um eine breite und hohe Qualität des Printz-Festivals zu erreichen, sollen zusätzlich professionelle Künstler, die Spezialisten auf dem Gebiet der Barockmusik sind, engagiert werden. Zusätzlich finden zwei Workshops für Hobbymusiker und Sänger statt. Für einen Workshop konnte bereits der ehemalige Domkapellmeister Roland Büchner aus Regensburg gewonnen werden. Zielgruppe sind dabei die Chöre und die Leiter der Chöre der Marktgemeinde.

Die musikalische und künstlerische Leitung des Printz-Festivals übernimmt der Countertenor Franz Vitzthum. Zusammenfassend soll dies ein modellhafter Versuch werden, barocke Musik einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen und dazu einen namhaften Sohn der eigenen Gemeinde oder Region zu nutzen. Ohne eine Förderung wäre dieses Vorhaben nicht zu realisieren.

Oberpfälzer und böhmische Musik verbindet junge und alte Menschen über Grenzen hinweg. Insgesamt sind in den Monaten Mai bis September 2020 sechs Workshops und Serenanden vorgesehen. Zusätzlich für das grenzüberschreitende Programm ist die Einladung einer original böhmischen Gruppe aus der Partnerstadt Hostau, die Organisation liegt bei drittem Bürgermeister Hans-Peter Reil.

In diesem Jahr feiern die böhmische Stadt Hostouň (Hostau) und der Markt Waldthurn 15-jähriges Jubiläum einer lebendigen Gemeindepartnerschaft. Die Pflege und Zusammenführung beider Musikrichtungen (böhmisch/bayrisch) ist eine hervorragende Möglichkeit, beide Kulturen mit neuem Engagement im Bewusstsein der Bevölkerung, bei allen aktiven Musikerinnen und Musikern aber auch bei Chören und Orchestern usw. zu verankern.

Von örtlichen und regionalen Vortragenden werden an verschiedenen Stätten und Gasthäusern Vorträge angeboten werden, um die wechselvolle Geschichte des Marktes Waldthurn und seiner Ortsteile erlebbar zu machen. Um den eigenständigen regionalen Dialekt wieder zu beleben und zu neuer Akzeptanz zu verhelfen, sind humorvolle Mundartabende mit Geschichten, Gedichten und Anekdoten unter dem Motto „Habe die Ehre“ und „Pfiat Di“, statt „Tschüss“ geplant. Um die Wurzeln eines Ortes noch anschaulicher zu machen, sind Stadtspaziergänge mit gespielten Szenen kostümierter Personen aus der Geschichte von Waldthurn geplant. Als dauerhafte Einrichtung ist ein sogenannter Geschichtsweg geplant.

Um vor allem jungen Künstlern anspruchs- und wirkungsvolle Auftritte zu ermöglichen, soll entsprechende technische Ausrüstung für die geplanten Veranstaltungen beschafft werden. Hierbei soll eine mobile, höhenverstellbare Bühne, etwa 10 Meter breit und 5 Meter tief mit Schätzkosten von etwa 16.000 Euro angeschafft werden. 450 Stapelstühle für den Außenbereich mit einem Kostenvolumen von etwa 12.000 Euro sollen gekauft werden. Um Veranstaltungen auch im Außenbereich visuell zu unterstützen, wäre ein Laserbeamer mit Projektionsleinwand zur technischen Ausrüstung von Vorteil.

Zehn wetterfeste Stehtische und Stellwände mit Zubehör für Ausstellungen mit einem Kostenaufwand von 3500 Euro schließen den Bedarf grob ab.

„Alle Ausgaben und Anschaffungen werden mit rund 80 Prozent bezuschusst“, erklärte Forster abschließend.

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