„Unsere Urli ist die Beste“, stellen die zweijährige Hannah und ihre achtjährige Schwester Helena mit voller Überzeugung täglich fest. Die beiden Mädchen sind der Sonnenschein von Margareta Karl, sie gratulierten ihrer Uroma zum 90. Geburtstag.
Da sie auf den Beinen nicht mehr gut unterwegs ist, wird die „Kanran Gretl“ liebevoll von der Familie ihrer Tochter Agnes und Enkeltochter Diana rund um die Uhr umsorgt und gepflegt.
Zur kleinen Geburtstagsfeier kam Bürgermeister Josef Beimler, der früher gerne mal mit der Jubilarin in der „kleinen Kneippe“ im Garten in der Bernriether Straße auf ihr Wohl angestoßen hatte. Der Bewegungsapparat läuft nicht mehr richtig, aber die Jubilarin ist geistig frisch. Pfarrer Norbert Götz und Gerlinde Müller für den Pfarrgemeinderat wünschten Gottes Segen. Auch der VdK-Ortsverein mit Vorsitzenden Heinz Greim und Karl Völkl ließen es sich nicht nehmen, der „Kanran Gretl“ herzlich zu gratulieren.
Die Jubilarin kann über viele Begebenheiten in ihrem Leben erzählen. Mit 16 Jahren wurde sie, die in Bokem (Böhmisch Leipa) das Licht der Welt erblickte, mit ihrer Familie 1947 aus der damaligen Tschechoslowakei in einem Viehwagon vertrieben und fand schließlich am Fuße des Fahrenberg eine neue Heimat. Die erste Anlaufadresse für sie, ihre Eltern und die ältere Schwester war der Seibertnhof in Ottenrieth. Der Vater, ein gelernter Schuster hatte dort eine Stube und ging seinem Beruf nach. Die Gretl half zusammen mit ihrer Mutter vier Jahre am Hof in der Landwirtschaft mit.
Beim Tanz beim „Wirts-Johann“, dem heutigen Gasthaus Kühnhauser, lernte sie ihren später Ehemann kennen. 1953 trat Margareta Wenzel auf dem Fahrenberg mit dem Waldthurner Robert Karl vor den Traualtar. Der damalige Pfarrer Johann Götz traute das Paar. 1955 bezogen sie das Haus in Waldthurn. Mit zwei Kindern wurde das Eheglück vervollständigt. Schwer traf sie, als ihr Mann im Alter von 48 Jahren im Februar 1977 verstarb. Beruflich hatte sie bis zu ihrer Rente einige Stationen. So arbeitete sie beispielsweise in der Glashütte, als Büglerin bei der Textilfabrik Riebl in Floß oder als Bedienung im Speisesaal des Bischöflichen Seminars in Weiden.













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