Waldthurn
29.06.2018 - 15:08 Uhr

Markt soll selbst handeln

Die Markträte müssen sich gedulden: Beim Projekt "LandKULTUR" und bei der energetischen Sanierung fällen andere die Entscheidung. Umso wichtiger ist es Andreas Troidl und Michael Steiner nun, bei einer Aktion nicht mehr länger zu warten.

Mit der Initiative "Innen statt Außen" werden Modernisierung, Instandsetzung und Abbruch leerstehender oder vom Leerstand bedrohter Gebäude innerorts gefördert. Der Gemeinderat stimmt einer Beteiligung zu, auch wenn dann für viele Jahre keine Neubaugebiete mehr entstehen können. fla
Mit der Initiative "Innen statt Außen" werden Modernisierung, Instandsetzung und Abbruch leerstehender oder vom Leerstand bedrohter Gebäude innerorts gefördert. Der Gemeinderat stimmt einer Beteiligung zu, auch wenn dann für viele Jahre keine Neubaugebiete mehr entstehen können.

(fla) Der Marktgemeinderat will den Schäfereirangen neu gestalten. Architekt Rudolf Meißner schätzt die Kosten dafür auf 46.000 Euro. Darin inbegriffen sei das Freimachen des Baugeländes, die Sicherung der Keller, Abbau und Neuanlage der Treppe, Trockenmauer beziehungsweise Geländeabfangung, Geländegestaltung und Bepflanzung.

Allerdings werde diese Maßnahme seitens des Amtes für Ländliche Entwicklung nicht isoliert gesehen und müsse mit einem weiteren Projekt verbunden werden: Der Dokumentation aller 12 Felsenkeller. Der planerische Aufwand mit Abrechnung nach Stunden liege bei rund 6200 Euro. Georg Braunreuther (ALE) möchte, dass die Neugestaltung des Rangens vom Markt und nicht über die Teilnehmergemeinschaft (TG) Waldthurn 3 abgewickelt wird. Eine Umsetzung sei sonst in diesem Jahr nicht mehr wahrscheinlich und könne auch im nächsten Jahr nicht garantiert werden. Andreas Troidl und Michael Steiner stimmten ihm zu, das ein Handeln geboten sei, "bevor wieder alles zugewuchert ist und 65 Prozent Förderung sind auch keine schlechte Summe", meinte Steiner.

Abstimmung nötig

Hans-Peter Reil fügte hinzu, dass die Dokumentation der Felsenkeller auch vom Heimatkundlichen Arbeitskreis durchgeführt werden könnte. Das Gremium vergab die Planungsarbeiten an die Ortsplaner, Rudi Meißner und Anne Wendl.

"Die Antragsunterlagen für das EFRE-Programm habe ich höchstpersönlich bei der Regierung abgegeben", sagte Bürgermeister Josef Beimler. Gemeinsam mit Beate Kröner (Regierung der Oberpfalz, Städtebau, Arbeitsgruppe "Energieeffizientes Bauen") ist er die Unterlagen erneut durchgegangen. Nun gilt es, festzulegen, wer Bauherr wird. Nach den Eigentumsverhältnissen wäre für den Bereich des Lobkowitz-Schlosses die Kirchenstiftung, für das ehemalige Schwesternheim der Markt als Bauherr möglich. Klar ist laut Marktrat, dass das Projekt nur mit dem gleichen Architekten, den gleichen Fachplanern und Baufirmen sinnvoll umgesetzt werden kann. Laut telefonischer Rücksprache könnte sich das bischöfliche Baureferat die Gründung einer Bauherren-Gemeinschaft (BHG) der Gemeinde mit den kirchlichen Entscheidungsträgern vorstellen. Dies kann allerdings erst nächste Woche endgültig geklärt werden.

Des Weiteren könnte auf ein aufwendiges und zeitintensives Vergabeverfahren verzichtet werden, da die Summe aller Planungsleistungen unter dem Schwellenwert von 221.000 Euro liegt. Architekt Rudolf Meißner hat alles überprüft und eine Summe von rund 210.000 Euro netto aller Planungsleistungen errechnet. Auf eine Anfrage Michael Steiners, antwortete Beimler, dass die BHG zunächst nur für das EFRE-Programm vorgesehen ist. Sollte die BHG zum Tragen kommen und die Vergabestelle mit allem einverstanden sein, wird die Ausschreibung der Planungsleistungen vorgenommen. Damit waren auch die Markträte einverstanden.

Landestheater wartet ab

Das Landestheater Oberpfalz (LTO) möchte das Anwesen Schlossgraben 1 für Aufführungen nutzen. Hierfür wird Architekt Meißner ein Raumkonzept erstellen. Zum Sachstand des Projekts "LandKULTUR" berichtete Beimler über eine Sitzung mit dem LTO. Das Theater möchte zunächst abwarten, was bei dem Förderprogramm rauskommt. Momentan geht es laut Beimler nur um 12 Aufführungen, dann würde das LTO weiter entscheiden.

Auch wird sich das LTO an den Kosten der Nutzungsänderung und an der Errichtung einer Treppe beteiligen. Für die Zeit dieser Aufführungen werde man sich wahrscheinlich mit einem Toiletten-Wagen behelfen, fügte Beimler an.

Info:

Aus dem Gemeinderat

Die Räte fassten den Beschluss, die Förderinitiative „Innen statt Außen“ zur Beseitigung von Leerständen für Waldthurn zu nutzen. Bei Gewährung entsprechender Zuschussmittel verpflichtet sich der Markt für 12 Jahre keine neuen Wohnbaugebiete mehr auszuweisen und seine Aktivitäten auf die Innenentwicklung auszurichten.

Die Markterkundung zur Breitbandverbesserung durch das Fachbüro IK-T Regensburg sei enttäuschend gewesen. „Positiv ist, dass die ganze Aktion die Gemeinde nichts gekostet hat“, merkte der Rathauschef an. Die Räte fassten einstimmig den Beschluss, das Fachbüro nicht mehr weiter zu beauftragen.

Beim alten Rathaus soll ein „Hostau-Platz“ entstehen. Architekt Rudolf Meißner hatte einen Vorschlag mit Sitzbänken und einer Hinweistafel ausgearbeitet. Roman Bauer kann sich weiter nicht für den Standort begeistern: „Ein Parkplatz ist nicht dafür geeignet.“ Die Zustimmung war somit nicht einmütig.

 
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