Waldthurn
12.05.2024 - 13:32 Uhr
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Wie aus Partner Freunde wurden: Waldthurn und Hostau feiern ihr 20-jähriges Bündnis

Wenn eine Städtepartnerschaft Jubiläum feiert, kommt normalerweise kein Botschafter, Gouverneur oder Regierungspräsident. Das war am Wochenende in Waldthurn ganz anders.

Am Freitagnachmittag waren die Männer der historischen "Hochfuerstlichen Lobkowitzischen Grenadiergarde der gefuersteten Grafschaft Sternstein" allgegenwärtig. Sie schossen die Feier zur 20 Jahre bestehenden Partnerschaft zwischen Waldthurn und dem böhmischen Hostouň (Hostau) vor dem Lobkowitzschloss in Waldthurn gebührend an.

Bürgermeister Josef Beimler erläuterte, wie aus Partnern Freunde wurden. „Sollten wir nicht die beste Städtepartnerschaft zwischen Bayern und Böhmen haben, so könnte es bestimmt eine der ältesten sein.“ In der Tat: Um 1270 wurde Ulrich von Walturn auf Trausnitz durch Einheirat in Hostouň ansässig.

tnerschaft Waldthurn – Hostouň (Hostau). Zunächst hatte der Waldthurner das Wort, denn laut Bürgermeister Beimler sei „An Gottes Segen ist alles gelegen“. Es wurde das Der Hostauer Rathauschef Bürgermeister Miroslav Rauch meinte lächelnd, dass man ihn noch mehr mögen würde, wenn er kürzer reden würde. Rauch ließ unzählige gemeinsame Aktionen Revue passieren. Launig stellte er beim Blick auf das Partnerschaftsbild vor 20 Jahren fest, dass beide Bürgermeister damals noch schwarzes Haar hatten. „Das physische Aussehen hat sich verändert, dafür ist unsere Partnerschaft in einer sehr guten Kondition.“

Andreas Künne, der deutsche Botschafter in Prag, dankte besonders dem Waldthurner Partnerschaftsbeauftragten Uli Völkl für sein beispielhaftes Engagement. „Dass die Menschen aus Hostouň und Waldthurn sich mögen, spürt man.“ Künne blickte auf die Zeit des Eisernen Vorhangs zurück, hinter dem beide Seiten das Böse vermuteten. Doch man habe festgestellt, dass sich dahinter Freunde verbergen.

Eine Städtepartnerschaft sei auch ein Spiegel der Beziehungen von Ländern zueinander, der Schlüssel sei die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Man könne in Prag, Berlin oder München die Rahmenbedingungen setzen, vor Ort müssen aber Taten folgen. Die tschechische Generalkonsulin in München, Ivana Červenková, nannte Waldthurn und Hostouň ein leuchtendes Beispiel grenzüberschreitender Zusammenarbeit.

Der Oberpfälzer Regierungspräsident Walter Jonas stellte die Regionalkooperation Pilsen-Regensburg in den Fokus. Derzeit habe man im Bezirk 40 Partnerschaften mit Tschechien, es seien viele grenzüberschreitende Impulse gesetzt worden. Jonas zitierte den Hostauer Bürgermeister Rauch, als er vor 10 Jahren forderte: „Obwohl wir unterschiedlich sind, wollen wir die Freundschaft mit euch auch im nächsten Jahrzehnt weiterführen, damit nicht mehr zu erkennen ist, wer deutsch und wer tschechisch ist“. Jonas meinte, er sehe heute wenn er sich so umsehe, keinen Unterschied, wer deutsch und tschechisch ist.

Stellvertretender Landrat Albert Nickl meinte, Waldthurn sei eine der besonderen Kommunen im Landkreis Neustadt/WN. Hier werde angepackt und etwas bewegt. CSU-Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger nannte als Träger der Partnerschaft die beiden Bürgermeister und Partnerschaftsbeauftragten Völkl. „Ohne euch würde die Partnerschaft lediglich auf dem Papier bestehen.“

Auch die beiden Geistlichen, der Waldthurner Pfarrer Norbert Götz und sein tschechischer Mitbruder Marek Badida, der Kulturrat der Region Pilsen Libor Picka und Rudolf Špoták, der Gouverneur von Pilsen, kamen zu Wort. Nach den vielen bewegenden Worten wurden kulinarische Köstlichkeiten serviert, und die Trachtenkapelle Waldthurn unter der Leitung von Kornelia Kraus spielte schmissig auf. Schließlich brachte der Trachtenverein Postřekov aus dem Landkreis Domažlice böhmischen Wind in das Lobkowitzschloss.

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