29.09.2020 - 11:04 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Pilotprojekt in Waldthurn

Geplant ist ein einzigartiger Modellversuch in der Oberpfalz, ja in ganz Bayern. Es geht um eine innovative Schnittstelle aus Jugendschutz, ambulanter Erziehungshilfe und Suchttherapie, eingebettet ins kommunale Gemeinschaftsleben.

Der Verein "Reha-Zentrum Oberpfalz" plant ein Pilotprojekt. Einrichtungsleiter Uwe Peter (stehend, rechts) stellt mit seinen Kolleginnen Melanie Bruckner (Therapeutische Leitung, stehend, Mitte) und Caroline Schneider (Sozialpädagogin und Suchttherapeutin, stehend, links) in der Marktratssitzung das Konzept vor.
von Tanja PflaumProfil

Bei dem Vorhaben handelt es sich um „Ambulant unterstütztes Wohnen für suchtkranke Frauen und Schwangere“ durch den Verein "Reha-Zentrum Oberpfalz". Ein einzigartiges Pilotprojekt in Bayern, wie Bürgermeister Josef Beimler am Montagabend in der Gemeinderatssitzung hervorhob. Zur Präsentation des Projektes waren Uwe Peter, der Leiter der Einrichtung, Melanie Bruckner (Therapeutische Leitung) und Caroline Schneider (Sozialpädagogin, Suchttherapeutin)in die Schulturnhalle gekommen. Sie stellten den Markträten und Zuhörern das Konzept vor.

Fehlende Schnittstelle

Bruckner arbeitet seit 20 Jahren mit suchtkranken Menschen. Sie informierte kurz über die Umstände, die zu einer Sucht führen können, und warum es für manche so schwer ist, aus diesen Kreisläufen wieder herauszukommen. Bruckner erklärte, dass man mit diesem Projekt auch helfen möchte, diese Kreisläufe zu durchbrechen. Schneider berichtete, dass sie zehn Jahre in Regensburg Frauen, die zum Teil aus heftigen häuslichen und familiären Situationen kamen, begleitet hat. In dieser Zeit habe sie festgestellt, dass eine wichtige Schnittstelle fehle. Es stellte sich für sie die Frage, was man mit den Frauen – ob mit oder ohne Kinder – macht, wenn sie aus der Therapie kommen. Hieraus entstand eine Idee. „Wir nehmen das, was die Frauen in der Therapie gelernt haben und setzen es mit ihnen in die Praxis um“, sagte die Sozialpädagogin.

Man arbeite hier nicht nur mit den Frauen, sondern auch mit den Kindern. „Wir möchten ihnen die Ängste nehmen und ihnen helfen ein ‚normales‘ Leben zu führen und sie in ihrem Leben ‚festigen‘“, erklärt sie weiter. Hier setze man auf verschiedene Bausteine. Einer davon ist Waldthurn, die mit Kindertagesstätte, Grundschule und einem tollen Gemeindeleben beste Voraussetzungen biete. Ein weiterer Baustein ist die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern. Wichtig ist natürlich auch, dass den Betroffenen immer Fachkräfte zur Seite stehen. Dadurch würden auch die Chancen der Kinder verbessert. Aber nicht nur Frauen mit Kindern soll geholfen werden. Auch suchtkranke Schwangere will man mit diesem Projekt unterstützen. Hier möchte man auch eine Gynäkologin und eine Hebamme mit ins Boot holen.

Der Waldthurner Marktplatz wird revitalisiert

Waldthurn

Einrichtungsleiter Peter merkte an, dass es bestimmt keine einfache Sache werde. „Waldthurn eignet sich für dieses Projekt sehr gut“, stellte er fest. Er habe in den 15 Jahren, die er jetzt im Reha-Zentrum arbeitet, nur gute Erfahrungen gemacht. „Ich bin positiver Dinge, dass wir das hinbekommen“, war Peter überzeugt. Man habe sich im letzten Jahr für diese Projekt entschieden, obwohl oder gerade weil man nur eine kleine Einrichtung sei. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde hat sich mit dem Umbau und der Sanierung des Anwesens Marktplatz 4 eine gute Gelegenheit ergeben, dieses Pilotprojekt zu starten.

Bestimmtes Risiko

Roman Bauer wollte wissen, wie viele Frauen aufgenommen werden können. Peter erklärte, dass vier, vielleicht auch fünf, Appartements in dem Gebäude untergebracht werden können – das hänge von den Planern ab. Martin Troidl fragte nach der Dauer der Unterbringung. „Gerade hinsichtlich der Kinder, die dann den Kindergarten oder die Schule besuchen, wären kurze Zeiten nicht so optimal“, meinte er. Uwe Peter erklärte, dass die Verweildauer unterschiedlich sein werde, da es ja ein ambulant-intensivbetreutes Wohnen sein wird. Natürlich sei ein bestimmtes Risiko immer mit dabei, aber man möchte die Frauen auf ein Leben „draußen“ so gut wie möglich vorbereiten. „Und man darf nicht vergessen, dass es ein Pilotprojekt ist“, merkte er abschließend an. „Ich freue mich, dass wir in Waldthurn dieses Projekt in Angriff nehmen können", sagte Bürgermeister Beimler

Den Zuschlag für die Anschaffung eines neuen Servers für das Rathaus bekam die Firma Fega-IT aus Bärnau (Kosten: 3900 Euro brutto). Mit der beschränkten Ausschreibung der Beladung für den neuen Tragkraftspritzenanhänger der Feuerwehr Spielberg besteht ebenfalls Einverständnis, da man ansonsten mit der Herstellung des neuen Anhängers nicht weiterkommt. Außerdem kann bei einer Beschaffung der Beladung noch in diesem Kalenderjahr die reduzierte Mehrwertsteuer genutzt werden. Andreas Troidl erinnerte daran, dass die für die Feuerwehren geplante Summe im Haushalt auch noch für die Anschaffung der neuen Funkwecker und so weiter ausreichen sollte. „ Kommen wir mit der Summe aus?“, fragte er. Beimler erwiderte, dass die im Haushalt veranschlagte Summe ausreiche.

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