Der Waldthurner Kindergarten war Thema der jüngsten Marktratssitzung. Darin berichtete Bürgermeister Josef Beimler über die Besprechung zur Belegung der Kindertagesstätte St. Josef, speziell des Bereiches Kindergarten, mit dem Kreisjugendamt (KJA), vertreten durch Susanne Kick, und den Träger mit Pfarrer Norbert Götz und Kirchenpfleger Max Kick, die bereits am 20. Februar stattgefunden hatte. Bei dem Gespräch waren auch Sonja Kick, Leitung der Kindertagesstätte, Mitarbeiterin Vanessa Bäumler, Elternbeiratsvorsitzende Claudia Fichtl, Bürgermeister Beimler und Verwaltungsleiter Karl-Heinz Schmidt anwesend.
Seitens des KJA und der Einrichtungsleitung wurde auf die Auslastungsproblematik des Kindergartens hingewiesen. Seit nunmehr sieben Jahren gebe es eine Ausnahmegenehmigung zur Nutzung des Turnraumes als Gruppenraum. Auch die Essenssituation sei nicht optimal. Ohne den zusätzlichen Raum im Schulgebäude würde es gar nicht funktionieren. Ein weiteres Problem betreffe das Personalzimmer, das als Arbeitszimmer genutzt wird und für die Mitarbeiter in der Einrichtung ohnehin zu klein ist. Laut Jugendamt sollte man über eine Gesamtlösung mit der Grundschule im Hinblick auf den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Grundschulkinder ab dem Schuljahr 2026/2027 nachdenken.
Zwei Toiletten für mehr als 40 Kinder
Im Kindergartenbereich liegt eine betriebsrechtliche Genehmigung für 54 Kinder vor – derzeit besuchen 69 Kinder die Einrichtung. Nach Anmeldungen und Anfragen wird die Anzahl auf 75 Kinder ansteigen. Es seien auch hinsichtlich der Sanitärräume Probleme zu beklagen – so stehen nur zwei Toiletten für mehr als 40 Kinder zur Verfügung. Im Bereich der Kinderkrippe lägen 30 Anmeldungen vor – dies bedeutet, dass vier Kindern abgesagt werden müsse.
Bürgermeister Beimler nahm im Gespräch Bezug auf das Auslaufen der Betriebsträgerschaftsvereinbarung mit der Katholischen Kirchenstiftung bei Vorhandensein von insgesamt mehr als vier Gruppen in der Tagesstätte. Er bat darum, dass die Kirche auch weiterhin die Trägerschaft übernehmen solle. An das KJA appellierte er, weiterhin eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen – die Einrichtung müsse mit den vorhandenen Räumen auskommen. Hier schlug die Vertreterin des KJA die Prüfung einer Erweiterung des Bewegungsraumes vor. Dieser könnte eventuell durch einen Anbau ergänzt werden.
Auf Anregung des KJA fand am 5. März eine Ortsbesichtigung statt, bei der auch ein Vertreter des Bauamtes anwesend war. Dabei wurde festgestellt, dass der Turnraum und der dahinter liegende Geräteraum größentechnisch für einen Haupt- und einen Intensivraum ausreichen würden. Kita-Leiterin Sonja Kick hat in einer Plan-Skizze auch einen eigenen Sanitärraum für diese Gruppe mit vorgesehen. An das bestehende Gebäude könnte ein neuer Geräteraum angebaut werden.
Anbau des Speiseraumes
Außerdem wurde in der Skizze ein Anbau des Speiseraumes zum Schulgebäude hin angedacht. Dadurch könnte die beengte Raumsituation beim Mittagessen verbessert werden. Laut Bauamt wäre dann aber eine Brandmauer erforderlich. Die Vertreterin des KJA wies darauf hin, dass eine weitere Ausnahmegenehmigung nur mehr erteilt werden könne, wenn deutlich wird, dass die Gemeinde in das Projekt „ Einrichtung einer dritten Kindergartengruppe“ einsteigt.
In der folgenden Diskussion merkte Hans-Peter Reil zur beengten Essenssituation an, dass man "halt auf zwei- oder dreimal essen müsste“. Michael Steiner hatte keine Einwände zu den Planungen vorzubringen. „Wir dürfen die Kinderzahlen nicht außer Acht lassen“, fügte er an. Dennoch bezweifelt er, dass man langfristig eine dritte Gruppe benötigt. Aus diesem Grund würde er gerne die Zahlen für die nächsten Jahre wissen. Georg Bocka stellte fest, dass es dem KJA hauptsächlich darum gehe, dass die jetzige „Dehngruppe“ im Turnraum als offizielle Gruppe anerkannt würde – und das könne man mit kleineren Baumaßnahmen erreichen.
Kostenermittlung als Grundlage
Nach eingehender Diskussion wurde festgelegt, dass sich zunächst die Katholische Kirchenstiftung bei der Stiftungsaufsicht der Diözese erkundigt, ob diese auch bei mehr als vier Tagesstättengruppen die Trägerschaft weiterhin übernehmen darf. Auch die Übernahme des Betriebskostendefizites müsse demnächst neu verhandelt werden, sagte Bürgermeister Beimler. Zur eventuellen Erweiterung sollten zunächst die Schätzkosten ermittelt werden. Weiter müsse dann auch mit der Regierung der Oberpfalz geklärt werden, ob eine Nutzungsänderung eine Rückzahlung gewährter staatlicher Zuschüsse nach sich ziehen würde. Beimler stellte abschließend fest, dass die ersten Schritte bereits gemacht wurden.



















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.