27.12.2019 - 14:01 Uhr
WaldthurnOberpfalz

SEK-Einsatz in Waldthurn

Ein größerer Polizeieinsatz in Waldthurn schürt die Gerüchteküche. Martin Zehent, Leiter der Polizeiinspektion Vohenstrauß, berichtet, warum auch ein SEK vor Ort war und sich der Einsatz über Stunden hingezogen hat.

In Waldthurn war ein SEK im Einsatz.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Gegen 17 Uhr am zweiten Weihnachtsfeiertag hat die Polizei die Alarmierung erhalten, dass sich in einem Haus im Ortskern von Waldthurn ein psychisch auffälliger Mann befindet, der nicht vernünftig ansprechbar ist. Da der 59-Jährige eine Waffenbesitzkarte hat und im Haus über Waffen verfügt, nahm die Polizei diese Information nicht auf die leichte Schulter. „Da kann nicht einfach eine Streife vorfahren und an der Haustür klingeln“, erklärt Martin Zehent, Leiter der Polizeiinspektion Vohenstrauß, die Situation. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, auf Nummer sicher zu gehen und das SEK aus Nürnberg anzufordern. Um im Vorfeld kein Aufsehen zu erregen, hätten die Einsatzkräfte Waldthurn über Albersrieth angefahren. „Wir haben uns alle auf dem Schulplatz getroffen“, sagt Zehent. „Auch die Zivilpolizei.“

Eine Absperrung rund um das Haus sei nicht zu vermeiden gewesen. Auch den Pizzaservice oder den Pflegedienst habe man deshalb nicht durchlassen können. Dem Polizeisprecher ist klar, dass sich viele Leute nun fragen, warum sich der Einsatz über Stunden hingezogen hat. „Wir haben aber bewusst abgewartet, bis der Mann ins Bett gegangen ist.“ Gegen 22.20 Uhr erfolgte schließlich der Zugriff. Der laute Knall, der die Anwohner erschreckt hat, stammte von einer Blendgranate, deren Einsatz bei einem SEK-Einsatz nicht unüblich ist. Die Einsatzkräfte hatten den Mann schließlich festnehmen und ins Bezirksklinikum Wöllershof bringen können.

Auch am Freitag war die Polizei noch einmal vor Ort, um alle Schusswaffen, die sich im Haus befanden, sicherzustellen. Ob der 59-Jährige seine Waffen zurückbekommt, entscheidet das Landratsamt als zuständige Verwaltungsbehörde nach einer erneuten Zuverlässigkeitsprüfung.

Sämtliche Gerüchte, in denen unter anderem von einer Geiselnahme die Rede war, kann Zehent nicht bestätigen. Diese Gerüchte seien „unserem Zeitalter der Sozialen Medien geschuldet“, bedauert er.

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