26.07.2019 - 09:05 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Spanische Praktikantin liebt Leberkässemmeln

Wie kommt eine in der Schweiz lebende junge Spanierin in die Oberpfalz an die Grenze zu Tschechien, um dort ein Praktikum zu absolvieren?

Dahlia Hoffleuchter Navarro
von Franz VölklProfil

Seit gut drei Wochen weht internationales Flair durch die Waldthurner Rathausstuben. Viele Bürger fragen sich, wer das junge, hübsche Mädchen ist, das Bürgermeister Josef Beimler bei seinen Terminen begleitet und dabei das Marktoberhaupt mit einem gewissen Glanz umstrahlt. Es handelt sich dabei um die 16-jährige Dahlia Hoffleuchter Navarro, die in Alea bei Alicante/Spanien aufgewachsen ist und seit vier Jahren in Lugano in der Schweiz wohnt.

Seit vielen Jahren kommt sie alljährlich an den Fuß des Fahrenbergs, um ihre in Waldthurn lebenden Großeltern Anita und Klaus Müller zu besuchen. So bot sich in diesem Jahr ein vierwöchiges Praktikum bei der Marktverwaltung an, wobei die junge Frau in dieser Zeit bei ihrer Oma und Opa wohnt. „Vor drei Jahren hat meine große Schwester Yasmina auch im Rathaus ein Praktikum gemacht und es hat ihr sehr gut gefallen. Aus diesem Grund wollte ich es auch probieren und es ist eine der besten Erfahrungen und Entscheidung meines Lebens“, sagte Dahlia begeistert.

Dank dieses Praktikums habe sie viel erlebt. Sie habe viel zu erzählen, wenn sie wieder nach Hause nach Lugano in den italienischsprachigen Kanton Tessin im Süden der Schweiz kommt. Sie habe neben Bürotätigkeiten mit ihren Kolleginnen der Marktverwaltung das Kinderferienprogramm ausgearbeitet. Ganz nebenbei hat sie einen bulgarischen Chor in der Grundschule erlebt. Ebenso hatte sie die Gelegenheit, sich mit der Architektin der neuen Physiopraxis bei einem Eis über das Projekt gegenüber der Pfarrkirche zu unterhalten.

Nach den ersten drei Wochen in der Oberpfalz kann Dahlia eine durchweg positive Zwischenbilanz ziehen. Die direkte Zusammenarbeit mit dem Marktverwaltungsteam ist perfekt. „Besonders die drei Mitarbeiterinnen Petra Reil, Anna-Lena Bojer und Christine Griesbach, bei denen ich im Großraumbüro bin, sind sehr aufgeschlossen und nett“. „Auch in der ungewohnten Umgebung beweist Dahlia ihre schnelle Auffassungsgabe, ist äußerst zuverlässig, genau, zuvorkommend und immer bestens gelaunt“, schwärmte „Arbeitskollegin“ Petra Reil in höchsten Tönen von der spanischen Praktikantin. Jede Tätigkeit habe bei ihr Hand und Fuß.

Der Oberpfälzer Dialekt (besonders der des Bürgermeisters) bereite ihr nach eigenen Aussagen manchmal kleinere Verständigungsschwierigkeiten. Englisch, Französisch, Italienisch, Deutsch und Spanisch seien die Sprachen die die 16-Jährige spricht, oberpfälzisch sei nun die „sechste Sprache“ die sie lernen wolle, meinte sie mit einem Schmunzeln im Gesicht. Ihr großes Hobby sei das Lesen, so ist es für die Gymnasiastin nicht verwunderlich, dass Literatur ihr Lieblingsschulfach ist.

Auch habe sie in Waldthurn einen Freundeskreis um ihre hier wohnende Cousine gefunden, in dem sich die junge Frau schnell wohlfühlte. So sei sie am Feuerwehr-Sommernachtsfest in Spielberg oder auch am Bürgerfest mit ihren Freunden gewesen. Derzeit besucht die 16-Jährige das Gymnasium in Lugano/Schweiz, wo sie seit vier Jahren mit ihrer Familie wohnt, später möchte sie Gymnasiallehrerin werden. Im Gegensatz zu der Schweiz pflegte man in Südspanien gegenüber der Lehrerin das „Du“.

„Besonders haben es mir die leckeren Waldthurner Leberkässemmeln angetan, die der nette und fröhliche Bürgermeister immer in das Rathaus mitbringt“, schwärmte Dahlia. Überhaupt habe sie sich enorm schnell der Oberpfälzer Mentalität angepasst, die der in Spanien in Alea bei Alicante ähnlich sei. „Hier in der Oberpfalz und speziell in der Marktgemeinde Waldthurn sind die Leute wie die Südspanier - freundlich, darum war die Eingewöhnung kein Problem. Obwohl die Schweizer nicht so offen und etwas distanzierter als die Oberpfälzer sind, fühle sie sich in Lugano auch sehr wohl.

„Diese Wochen hier in Waldthurn sind meine ersten Berufserfahrungen, die ich bestimmt nie vergessen werde“, erklärte die hübsche Spanierin aus der Schweiz mit einer tiefgreifenden Ehrlichkeit und strahlendem Gesicht.

Dahlia Hoffleuchter Navarro (links) und ihre "Kollegin", die Mitarbeiterin der Marktverwaltung Petra Reil (rechts)
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