14.10.2019 - 15:37 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Trachtenkapelle Waldthurn spielt im Hofbräuhaus

Die Trachtenkapelle Waldthurn mitsamt ihren Instrumenten macht sich auf den Weg nach München. Ziel ist das altehrwürdigen Hofbräuhaus. Doch die Waldthurner kommen nicht als Gäste, sondern als Musikanten.

Die Trachtenkapelle Waldthurn bietet für die Gäste im Hofbräuhaus beste Unterhaltung. Für den Gesang sorgten Hans-Peter Reil (rechts), der auch gekonnt durch das Programm führte, und Josef Pflaum senior (links).
von Tanja PflaumProfil

Eingefädelt hatte das Ganze Flügelhornist Franz Völkl. Der hatte bei einer Floßfahrt auf der Isar den Wirt des Hofbräuhauses, Michael Sperger, kennengelernt. Im Gespräch stellte sich heraus, dass Spergers Eltern aus der Oberpfalz stammen. Man war sich sympathisch, unterhielt sich blendend und dem Wirt wurde dabei klar, dass er unbedingt eine „bayerisch-böhmisch spielende“ Kapelle braucht „Aus einer Spinnerei bei der Floßfahrt wurden kurze Zeit später konkrete Planungen“, erzählte Völkl weiter.

Natürlich war den Musikern der Trachtenkapelle schnell klar, dass sie sich einen Termin in dem weltbekannten Biertempel nicht entgehen lassen dürfen. So tauschten sie Dienste, machten früher Feierabend oder nahmen Urlaub, um möglichst vollzählig auf den Brettern der international bekannten Bühne des geschichtsträchtigen Hofbräuhauses aufspielen zu können.

Durch das Programm führte in gewohnter Manier Posaunist und Sänger Hans-Peter Reil, der es prächtig verstand, sich mit seinem „Oberpfälzer Hochdeutsch“ mit „Taiwanesen“, Österreichern und Japanern zu verständigen. Gemeinsam mit seinen gesanglichen Mitstreitern Josef Pflaum senior, Julia Pankotsch und dem Kammertenor Rudi Salomon wurde der Abend unter der Leitung von Kornelia Kraus ein voller Erfolg.

Mit dem „Bayerischen Defiliermarsch“ starteten die Musikanten der Trachtenkapelle ihr abendfüllendes Programm. Weiter ging es mit der „Vogelwiese“, der „Fuchsgraben-Polka“, dem „Böhmischen Traum“ und vielen anderen musikalischen Schmankerln. Die Kapelle wurde unter tosendem Applaus der Devise „Bayerisch-Böhmisch“ auch vollends gerecht. Ein Musikverein aus dem Sauerland war so begeistert, dass er mit den Oberpfälzern „anbandeln“ will, um sich vielleicht einmal zu treffen, um gemeinsam zu musizieren.

Der studierte Profimusiker Max Obermüller, der die Termine im Hofbräuhaus koordiniert, war vollauf begeistert. Nicht nur über die Qualität der Darbietungen der Kapelle, sondern auch von der unkomplizierten Art und Weise der Oberpfälzer. So brauchte sich vom Hofbräuhaus niemand um das hauseigene hochwertige Digitalmischpult oder um die Bühnenbeleuchtung zu kümmern - die Waldthurner hatten kurzerhand ihren Haus- und Hoftechniker Andreas Fritsch mitgenommen. Nach der Aussage von Obermüller: „Nach da Wiesn san die unsern a bissl rar“ packten die Waldthurner vorsichtshalber auch die eigenen Kabel und Mikrofone ein.

Nach einer kurzen Aufbauphase und einem kleinen Soundcheck ging es los – „Oberpfalz meets Oberbayern“ mit bayerisch-böhmischer Blasmusik. Es war für alle Beteiligten ein unvergesslicher Abend, der nach einer Wiederauflage schreit.

Auch zu vorgerückter Stunde spielen die Waldthurner noch zünftig auf.

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